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Fußball: Was zum Rückrundenstart der Bundesliga wichtig ist

Bleibt der 1. FC Köln doch noch drin? Und wie viele Titel holt der FC Bayern? Trotz des großen Vorsprungs der Münchener gibt es vor dem Rückrunden-Start der Bundesliga noch viele offene Fragen.
Die Kölner hoffen noch auf ein Fußball-Wunder. Foto: Roland Weihrauch Die Kölner hoffen noch auf ein Fußball-Wunder.
Frankfurt/Main. 

Die Bundesliga geht wieder los - und der Fan weiß kaum, wo er zuerst hinschauen soll. Das Halbjahr vor der Fußball-WM birgt abgesehen vom Spitzen- und Abstiegskampf zahlreiche spannende Personalien und Fragen:

Hat der 1. FC Köln noch eine Chance auf ein Wunder?

Mit sechs Punkten und zehn geschossenen Toren spielte der Club die drittschlechteste Hinrunde der Bundesliga-Geschichte. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt neun Punkte. Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck sagt dazu: „Wenn ich jetzt sage: Wir holen 30 Punkte, dann denkt jeder, der Ruthenbeck dreht durch. Aber wenn die anderen schwächeln, müssen wir da sein.” Neuzugang Simon Terodde vom VfB Stuttgart soll endlich auch im Oberhaus treffen. Zudem kehrt der lange verletzte Nationalspieler Jonas Hector zurück.

Ist der FC Bayern fit für das Triple?

Reif für das Double sind die Münchner auf jeden Fall. Elf Punkte Vorsprung in der Meisterschaft sind fast schon eine Garantie für den sechsten Meistertitel in Serie. Im DFB-Pokal konnte sich der Rekordchampion gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund durchsetzen. Der Weg zum Finale nach Berlin scheint damit geebnet. „Die Favoritenrolle im Pokal ist klar bei uns”, sagte Thomas Müller. Trainer Jupp Heynckes weiß, wie Triple geht, aber er weiß auch, dass der FC Bayern München nicht der Topfavorit in der Champions League ist. Der 72-Jährige setzt auf das Kollektiv, auf die Rückkehr verletzter Stars wie Manuel Neuer und Thiago - und auf das Losglück. Das hatten die Bayern schonmal fürs Achtelfinale: Da heißt der Gegner Besiktas Istanbul.

Kann sich der Hamburger SV mal wieder retten?

2014 und 2015 in der Relegation, jetzt Vorletzter mit nur jeweils 15 Toren und Punkten: Für den Hamburger SV geht es mal wieder ums sportliche Überleben. Die Defensive des Bundesliga-Dinos ist stabiler geworden. Der wichtigste Vollstrecker und Vorbereiter, Nicolai Müller, aber fehlt wegen seines Kreuzbandrisses noch bis etwa April. „Die Rückrunde wird brutal für uns. Wir müssen 22, 23 Zähler holen, um in der Liga zu bleiben”, sagte Sportchef Jens Todt.

Kommt Dortmund-Star Marco Reus rechtzeitig zurück?

Sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss absolvierte der Nationalspieler wieder Teile des Mannschaftstrainings. „Ich bin ein Mann der kleinen Schritte. Aber jeder, der mich kennt, weiß, dass ich bei so etwas ungeduldig bin”, so der 28-Jährige. Trainer Peter Stöger erklärte: „Er wird noch seine Zeit brauchen.” Reus will unbedingt zur Weltmeisterschaft nach Russland. Die WM 2014 und EM 2016 hatte er verletzt verpasst: „Ich kann mich nicht schonen, schließlich muss ich mich anbieten.”

Empfehlen sich Mario Gomez und Sandro Wagner für die WM?

Auf Gomez lastet der Druck, die Schwaben mit seinen Treffern vor dem sofortigen Wiederabstieg zu retten. „Er hat Qualität und Persönlichkeit. Er weiß, wie er der Mannschaft hilft”, sagte VfB-Trainer Hannes Wolf über den Ex-Wolfsburger und 71-fachen Nationalspieler. Gomez selbst sagte: „Ich bin noch nicht fertig, ich kann auch noch ein bisschen.” Der Ex-Hoffenheimer Wagner war als Backup für Robert Lewandowski geholt worden, darf aber nach dessen Verletzung schneller ran als erhofft. Heynckes bescheinigt dem zwölf Millionen Euro teuren Neuzugang, „sich sehr gut eingegliedert” zu haben: „Sandro ist die erste Option.”

Ist Leipzigs Turboflitzer Timo Werner fit?

Die große WM-Hoffnung der Nationalmannschaft plagte nach dem Jahreswechsel ein grippaler Infekt. Er muss - mal wieder - einen Trainingsrückstand aufholen. „Er hat großes Potenzial, aber bevor er uns zum WM-Titel schießt, muss er seine Leistung bei uns auf Top-Niveau bestätigen und stabilisieren”, hatte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bereits vor der Winterpause betont.

Wer wird Torschützenkönig?

Bayerns Robert Lewandowski führt mit 15 Toren, gefolgt von Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (13) und Augsburgs Alfred Finnbogason (11). Im Vorjahr schnappte sich Aubameyang (31) die Kanone. Eine unrunde Vorbereitung erlebten beide: Lewandowski verpasste wegen Problemen an der Patellasehne einen Großteil. Aubameyang stieg wegen der Ehrung zur „Afrikas Fußballer des Jahres” (Platz drei) später ins Trainingslager ein. Und es gab um den Gabuner wieder Spekulationen wegen eines möglichen Wechsels nach China.

Was bleibt vom Hype um Schalkes Trainer-Entdeckung Domenico Tedesco?

Beim Tabellenzweiten und Pokal-Viertelfinalisten herrschen beste Voraussetzungen, dass es unter dem 32-jährigen Bundesliga-Novizen so schwungvoll weitergeht. Die Gelsenkirchener hatten eine Top-Vorbereitung - abgesehen davon, dass Leon Goretzka lange verletzt war. Der Nationalspieler wird im Sommer wohl zum FC Bayern wechseln. Schalke hat schon jetzt die Angreifer Marko Pjaca (Juventus Turin) und Cedric Teuchert (1. FC Nürnberg) verpflichtet. „Gerade im Offensivspiel haben wir in meinen Augen noch einmal einen Schritt nach vorne machen können”, sagte Tedesco.

Was ist vom SC Freiburg und Trainer Christian Streich zu erwarten?

Der vom „Kicker” als „Mann des Jahres” ausgezeichnete Coach wird sicher auch 2018 wieder so etwas wie das gesellschaftskritische Gewissen der Liga sein und sie mit seiner offen vorgetragenen Meinung bereichern. Sportlich erwartet der 52-Jährige einen „Ritt auf der Rasierklinge” und Abstiegskampf bis zum Schluss mit seinem SC.

 

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