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Weltjahresbestzeit: Hentke überzeugt bei Schwimm-DM

Franziska Hentke setzt ein Ausrufezeichen. Die Schmetterlings-Schwimmerin ist über 200 Meter so schnell wie dieses Jahr noch keine. Insgesamt geben die bisherigen Ergebnisse bei den deutschen Meisterschaften dem Chefbundestrainer aber zu denken.
Franziska Hentke schwamm Weltjahresbestzeit über 200-Meter-Schmetterling. Foto: Michael Kappeler Bilder > Franziska Hentke schwamm Weltjahresbestzeit über 200-Meter-Schmetterling. Foto: Michael Kappeler
Berlin. 

Weltjahresbestzeit, WM-Norm geknackt - Schmetterlings-Schwimmerin Franziska Hentke war die positive Ausnahme an einem ansonsten für viele Schwimmer enttäuschenden dritten Tag bei den deutschen Meisterschaften in Berlin.

Die Europameisterin von 2016 schlug auf der 200-Meter-Strecke im Finale nach 2:06,18 Minuten an. Sie verteidigte ihren Titel erfolgreich und war elf Hundertstelsekunden schneller als die Japanerin Suzuka Hasegawa, die zuvor die Jahresbestzeit gehalten hatte.

Die 28-jährige Hentke schaffte als einzige am Samstag in Berlin die geforderte WM-Zeit. „Ich wäre gerne noch einen Tick schneller geschwommen”, sagte sie. „Aber ich bin zufrieden.” Lagenspezialist Jacob Heidtmann und Rückenschwimmer Christian Diener verpassten hingegen bei ihren Siegen die Normen für die WM in Budapest.

Insgesamt haben erst fünf Athleten die Richtwerte erreicht. Zwei in der offenen Klasse - neben Hentke noch Philip Heintz über 200 Meter Lagen. Und drei U23-Schwimmer - Poul Zellmann (400 Meter Freistil), Damian Wierling (50 Meter Freistil) und Florian Wellbrock (1500 Meter Freistil).

Zwar sind die Normen in diesem Jahr als Reaktion auf das schwache Abschneiden der deutschen Schwimmer bei Olympia 2016 besonders hart, dennoch hatte Chefbundestrainer Henning Lambertz bei den nationalen Titelkämpfen bislang mehr erwartet.

Vor allem von den U23-Schwimmern, die leichtere Normen haben, als ihre älteren Kollegen. Lambertz sprach von „erstaunlich wenigen”, die die Norm unterboten. Zu den jüngeren Schwimmern sagte er: „Das haben wir schon bei den Jahrgangsmeisterschaften gesehen, dass da wirklich Sand im Getriebe ist.”

Das wurde auch am Samstag deutlich. Anna Dietterle schaffte als einzige Schwimmerin die U23-Vorlaufnorm (54,88). Im Finale über 100 Meter Freistil verpasste die 20-Jährige in 55,28 Sekunden jedoch die geforderte Zeit. Um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften vom 14. bis zum 30. Juli in Budapest zu schaffen, hätte Dieterle in beiden Läufen die Normen erfüllen müssen. Nina Kost gewann in 54,99 Sekunden. Bei den Männer gewann wie schon im vergangenen Jahr Damian Wierling (48,68).

Titel erfolgreich verteidigt, WM-Norm verpasst hieß es für Lagenschwimmer Jacob Heidtmann. Er siegte zwar wie schon 2016 auf der 400-Meter-Strecke, war aber schon im Vorlauf fast zwei Sekunden langsamer als die geforderte WM-Zeit.

Heidtmann begründete die verpasste Norm auch mit der Umstellung auf mehr Krafttraining. Er denkt schon an die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Das ist auch genau der richtige Weg, damit ich in drei Jahren da bin, wo ich hinwill.” Das Kraftkonzept ist wie die härteren Normen Teil der Reformen des Deutschen Schwimm-Verbands.

Rückenschwimmer Christian Diener schaffte die geforderte WM-Zeit ebenfalls schon im Vorlauf über 200 Meter Rücken nicht (1:58,99). Im Finale war er dann schneller und siegte in 1:57,51. „Bei den beiden hatte ich schon die Hoffnung, dass es klappt”, sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz zu Diener und Heidtmann.

Weltmeister Marco Koch qualifizierte sich nicht für das Finale über 50 Meter Brust. Er nutzte den Wettbewerb allerdings auch nur, um zwischen dem 100-Meter-Rennen am Donnerstag und seiner Hauptstrecke, den 200 Metern, am Sonntag, im Rhythmus zu bleiben.

(Von Thomas Eßer, dpa)
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