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Schwimmen: Wie ein Traum: Frankfurterin Sarah Köhler gewinnt in Kopenhagen EM-Gold

Am zweiten EM-Tag holen die deutschen Schwimmer gleich vier Medaillen – allen voran Sarah Köhler: Die Frankfurterin wird Europameisterin.
Gold gefischt: Sarah Köhler (Mitte) zeigt zwischen der zweitplatzierten Boglarka Kapas aus Ungarn (rechts) und der drittplatzierten Simona Quadarella aus Italien lächelnd ihre Sieger-Medaille. Foto: dpa Foto: Jens Dresling (ritzau/AP) Gold gefischt: Sarah Köhler (Mitte) zeigt zwischen der zweitplatzierten Boglarka Kapas aus Ungarn (rechts) und der drittplatzierten Simona Quadarella aus Italien lächelnd ihre Sieger-Medaille. Foto: dpa
Kopenhagen. 

Jubelnd streckte Sarah Köhler direkt nach ihrem Gold-Triumph den Zeigefinger in die Luft. Die Freistilschwimmerin von der SG Frankfurt gewann in einem packenden Rennen über 800 Meter den ersten deutschen Titel bei der Kurzbahn-EM in Kopenhagen. Sie krönte einen Top-Tag des deutschen Teams. Marco Koch und Philip Heintz mit Silber sowie Überraschungs-Bronzegewinner Marius Kusch hatten es zuvor bereits auf das Podest geschafft. „Das war ein Traum“, sagte Köhler am Donnerstagabend nach ihrem furiosen Sieg.

Die 23-Jährige benötigte für die 800-Meter-Strecke 8:10,65 Minuten und verbesserte damit auch ihren deutschen Rekord deutlich. Sie verwies die Ungarin Boglarka Kapas mit 48 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Rang zwei. Simona Quadarella aus Italien wurde in 8:16,53 Minuten Dritte. Für Köhler war es die erste Medaille bei internationalen Titelkämpfen. „Ich wollte schnell schwimmen und natürlich auch Bestzeit“, sagte sie. Mit dem Titel habe sie aber nicht gerechnet.

Kochs neues Konzept

Brustschwimmer Koch schlug über 200 Meter im Finale nach 2:01,52 Minuten an und musste sich nur dem Russen Kirill Prigoda geschlagen geben. 41 Hundertstelsekunden fehlten Koch zur erfolgreichen Titelverteidigung. „Ich glaube, ich bin noch nie so locker 2:01 geschwommen“, sagte der Darmstädter, der in 2:00,44 den Weltrekord hält. Gold sei nicht drin gewesen. „Aber darauf kann man schon mal aufbauen.“ Der Weltmeister hatte vor der EM mit einem Magen-Darm-Virus vier Tage flach gelegen. „Das merkt man dann leider doch ein bisschen.“

Koch hat ein Jahr nach Olympia viel ausprobiert. Die Maßnahmen griffen im Wettkampf nicht sofort, scheinen nun aber Wirkung zu zeigen. Durch eine Optimierung der Ernährung und die Umsetzung eines neuen Kraftkonzepts wirkt der 27-Jährige sehr austrainiert. Bei der WM im Sommer auf der Langbahn hatte Koch das Finale auf seiner Lieblingsstrecke noch verpasst. Das übergeordnete Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Auch Philip Heintz war mit seinem WM-Ergebnis nicht zufrieden, überzeugte nun aber mit Silber über 400 Meter Lagen in der dänischen Hauptstadt. „Wunderbar, dass ich jetzt Zweiter geworden bin“, sagte er. Heintz lag auf der 25-Meter-Bahn in 4:03,16 Minuten 3,69 Sekunden hinter Sieger Peter Bernek aus Ungarn. Kusch musste sich in seiner persönlichen Bestzeit von 50,01 Sekunden über 100 Meter Schmetterling nur dem Italiener Matteo Rivolta, der in 49,93 Sekunden gewann, und dessen Landsmann Piero Codia (49,96) geschlagen geben. Vier Monate nach dem historischen WM-Debakel von Budapest durften die leidgeprüften Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes so wieder jubeln. „Es war ein sehr, sehr guter Tag. Mit vier Medaillen hätte ich niemals gerechnet“, bilanzierte Bundestrainer Henning Lambertz.

Die nächste Bestmarke

Vor allem dank Sarah Köhler. Dabei hätte die Frankfurterin ursprünglich gar nicht im Flieger nach Dänemark sitzen sollen. Dort waren erst einmal nur Plätze für Teilnehmer der WM in Budapest reserviert. Köhler aber machte genug Werbung für sich, um die Reise doch noch antreten zu dürfen. Unter anderem knackte sie in diesem Jahr fünf verschiedene deutsche Rekorde – um nun in Kopenhagen gleich wieder eine neue Bestmarke zu setzen. „Mein Trainer hat mit mir alles richtig gemacht“, jubelte Sarah Köhler danach.

(dpa,sid,red)

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