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Wüterich Daum als Rumänien-Trainer vor dem Aus

Die WM-Qualifikation ist für Christoph Daums Rumänen weit entfernt. Jetzt prüft der Verband die Zukunft des Nationaltrainers, Trennung nicht ausgeschlossen. Den früheren Bundesliga-Coach bringen die Spekulationen gewaltig in Rage.
Verbandschef Razvan Burleanu (r) und Christoph Daum präsentieren bei dessen Vorstellung im Juli 2016 ein Trikot mit der „Zielvereinbarung”. Foto: Robert Ghement Verbandschef Razvan Burleanu (r) und Christoph Daum präsentieren bei dessen Vorstellung im Juli 2016 ein Trikot mit der „Zielvereinbarung”. Foto: Robert Ghement
Bukarest. 

Christoph Daums jüngster Wutausbruch ist schon ein Internet-Hit, doch seine Zeit als Rumäniens Fußball-Nationaltrainer könnte bald vorbei sein. Verbandschef Razvan Burleanu schließt eine vorzeitige Entlassung des Deutschen nicht aus, wie rumänische Medien berichteten.

Weil die Rumänen kaum noch Chancen auf die WM-Teilnahme haben, werde die Technische Kommission des Verbands nun über Daums Leistung beraten und eine Entscheidung fällen. „Ich habe dem Präsidenten ganz klar gesagt, dass er auf mich zukommen soll, wenn er das Gefühl hat, dass ich zur Belastung werde”, sagte Daum, dessen Vertrag bis 2018 läuft, der Zeitung „Die Welt” am Mittwoch.

Verbandschef Burleanu hatte zuvor vielsagend wissen lassen: „Der Vertrag mit Daum hatte dieses Ziel, nämlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft.” Er bedaure es zwar nicht, Daum im vorigen Jahr engagiert zu haben, „zugleich aber steht und fällt ein Trainer mit den Resultaten, und die Resultate sind nicht zu unserem Vorteil”, fügte Burleanu hinzu. Das klingt nicht gut für Christoph Daum.

Der frühere Bundesliga-Trainer selbst hatte zuletzt äußerst irritiert auf Fragen nach einem Rücktritt reagiert und dabei einem rumänischen Journalisten sogar mangelnde Vaterlandsliebe vorgeworfen. Bei einer Pressekonferenz vor dem 3:2-Testspielsieg gegen Chile am Dienstag in Cluj schimpfte der 63-Jährige über „Lügen” der rumänischen Medien, die seine Leistung „zerstören” würden.

Mehr als zwei Minuten lang redete sich Daum immer mehr in Rage, das Video wurde im Netz zum Renner. „Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin mehr Rumäne als Sie”, rief er einem Journalisten zu. Er identifiziere sich mehr mit dem Land und seinen Menschen als einige Journalisten, wetterte Daum. „Ich hatte das Gefühl, das musste mal raus”, sagte er nun der „Welt”. „Geschichten in Zeitungen, die klar tendenziös und auch diffamierend sind. Das geht so nicht. Das ist respektlos”, fügte er hinzu.

Der einstige Stuttgarter Meistercoach hatte das rumänische Team vor elf Monaten übernommen. In der Qualifikation zur WM 2018 in Russland liegt die Mannschaft nach der jüngsten 1:3-Niederlage in Polen mit sechs Punkten aus sechs Spielen auf Platz vier der Gruppe E. Seit Wochen schon wird über eine vorzeitige Ablösung Daums und die Höhe seiner Abfindung spekuliert, weil sich die hohen Erwartungen an ihn bislang nicht erfüllten. „Du kannst nicht binnen kürzester Zeit alles auf einmal neu machen und verbessern. Das dauert”, sagte Daum.

Immerhin gelang dem Team im letzten Test vor der Sommerpause gegen Deutschlands Confed-Cup-Gegner Chile ein Achtungserfolg. Nach den frühen Gegentoren des Ex-Hoffenheimers Eduardo Vargas (8. Minute) und Leonardo Valencia (18.) drehten Bogdan Stancu (31.), Nicolae Stanciu (60.) und Alexandru Baluta (83.) noch die Partie. Rettet das Daum den Job? „Sollte ich spüren, dass die Mannschaft und die Bevölkerung gegen mich wären, würde ich sofort gehen. Aber dem ist nicht so”, versicherte der Trainer.

(Von Kathrin Lauer und Christian Hollmann, dpa)
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