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United Volleys: Zeit für ein neues Kapitel

Von Für United Volleys-Trainer Warm endete mit dem Halbfinal-Aus ein „wunderbares Kapitel“. Jetzt will man sich neu aufstellen.
Abschiedsbild mit Bronzemedaillen: Die Volleys beenden die Saison als drittbester deutscher Club. Foto: Sebastian Wells (imago sportfotodienst) Abschiedsbild mit Bronzemedaillen: Die Volleys beenden die Saison als drittbester deutscher Club.
Frankfurt. 

Wenige Minuten nach der 2:3-Niederlage, mit der die United Volleys Rhein-Main beim Titelverteidiger Berlin im Halbfinal-Entscheidungsspiel um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft ausgeschieden waren, klang die Stimme des Frankfurter Trainers Michael Warm traurig und enttäuscht. Dabei wäre alles andere eine Sensation gewesen. Bis zu ihrem Coup am Ostersonntag schließlich, mit dem sie das dritte Spiel erst erzwangen, hatten die Frankfurter noch nie ein Match gegen den amtierenden Champion gewonnen. Und Warm selbst hatte vor wenigen Tagen gesagt: „Wenn die eine hundertprozentige Leistung abrufen, spielen sie für uns immer noch in einer anderen Liga.“

Florian Ringseis (l.) umarmt Matchwinner Christian Dünnes.
Kommentar: Eine Erfolgsgeschichte

Manchmal kann auch eine Niederlage für eine Erfolgsgeschichte stehen. Da erkämpft sich eine vor zwei Jahren mit vielen jungen Spielern aus der Taufe gehobene Mannschaft in der Halbfinalserie gegen

clearing

Am Donnerstagabend aber haderte der Volleys-Trainer schwer mit einer verpassten Chance. Ist da einer etwa größenwahnsinnig geworden? Mitnichten. Selbst im gegnerischen Lager fand der so unglücklich unterlegene Gegner viel Anerkennung. „Frankfurt hat eine famose Leistung gebracht“, meinte Berlins Trainer Roberto Serniotti. Im ersten Satz führten die Gäste 18:12, im zweiten vergaben die Frankfurter vier Matchbälle. „Berlin hat so schon Nerven gezeigt. Wie wäre es wohl bei unserer 2:0-Satzführung gewesen?“, fragte sich Warm.

Einen Tag später, nachdem er die Niederlage überschlafen hatte, sah der Coach das Ganze schon realistischer. „Mit dem Erfolg steigen die Wünsche und Hoffnungen. Wir können stolz sein, wie traurig uns solch eine Niederlage auch macht. Allein die Tatsache, dass wir den Tiebreak im Entscheidungsspiel erzwungen haben, zeigt schon, wie weit wir gekommen sind.“

Die Mannschaft hat sich in den zwei Jahren kontinuierlich gesteigert, hat konstant auf einem hohen Level agiert. „Es waren zwei traumhafte Jahre, in denen wir die Stufe eins gezündet haben. Dass es so erfolgreich sein würde, konnten wir nicht ahnen. Den Sprung nach ganz oben haben wir aber auch nicht geschafft. Damit geht ein wunderbares Kapitel zu Ende. Nun ist es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, sagt Warm, der für eine Fluktuation innerhalb der Mannschaft plädiert. Die sei für den Verein, aber auch für die Spieler wichtig: „Es ist normal, wenn man Riesentalente holt, sie noch weiter entwickelt, dass sie irgendwann zu renommierten Vereinen wechseln.“

Geschäftsführer Henning Wegter bestätigte gestern, dass neben Christian Dünnes, der Sportdirektor beim Deutschen Volleyball Verband wird, auch noch andere Stammspieler den Verein verlassen werden. „Lukas Bauer, Tobias Krick, Jannis Hopt und Mitch Tulley haben noch einen Vertrag, einige Spieler werden noch bleiben, einige Neue sind schon da. Namen werden wir aber erst in den nächsten Tagen bekanntgeben.“ Der eingeschlagene Weg soll aber fortgeführt werden. Zwei, drei Routiniers, ansonsten starke Talente, die viel Entwicklungspotenzial haben.

Finanziell kamen die United Volleys mit einem Nullsummengeschäft aus der Saison. Verluste gab es indes durch den europäischen CEV-Cup, trotz des Halbfinal-Einzugs. Wegter: „Den müssen wir besser vermarkten. Auch sonst werden wir künftig erfolgsorientiertere Sponsorenverträge machen. Als wir vor zwei Jahren angefangen haben, war an internationale Spiele nicht zu denken.“

Michael Warm, der wie alle anderen rund um das Team bleiben wird, möchte gern jede Woche in der Frankfurter Ballsporthalle vor 3000 Zuschauern spielen. Die kamen nur gegen Friedrichshafen. Der Schnitt betrug 1462 Fans, 2000 hätte man zur Kostendeckung benötigt. Die Hälfte der Matches fand in Rüsselsheim statt. „Wir wollen uns im Rhein-Main-Gebiet etablieren. Wo, wird in den nächsten Tagen geklärt“, sagt dazu Wegter.

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