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Beachvolleyball: Zwei Brüder, ein Traum

Von Eigentlich waren die Brüder als Zugpferde beim Beachvolleyball-Turnier an diesem Wochenende in Rüsselsheim eingeplant. Nun gibt es für Peter und Georg Wolf eine noch bessere Alternative.
Training im Rüsselsheimer Sand: Peter und Georg Wolf (rechts) auf der Anlage, wo am Wochenende beim Hessentag gespielt wird. Bilder > Foto: Maik Reuß Training im Rüsselsheimer Sand: Peter und Georg Wolf (rechts) auf der Anlage, wo am Wochenende beim Hessentag gespielt wird.
Rüsselsheim. 

Es wäre so schön gewesen. Die TG Rüsselsheim hat ihren beiden Beachvolleyball-Spezialisten auf dem Hessentags-Gelände eine wunderbare Arena geschaffen: Zwei Beachvolleyballfelder, eine 200 Zuschauer fassende Tribüne, daneben das am Mainufer. Alles perfekt gerichtet, in der Hoffnung, dass Peter und Georg Wolf beim Turnier der hessischen Beachserie ihrer Favoritenrolle gerecht würden. Doch das Turnier muss an diesem Wochenende ohne die beiden Hessen aus Bad Soden-Salmünster stattfinden. Peter und Georg Wolf werden stattdessen in Dresden auf einem Areal zwischen Frauenkirche und Kreuzkirche pritschen, baggern und schmettern. Die Brüder sind kurzfristig direkt ins Hauptfeld des dritten Turniers der „smart beach tour“ gerutscht.

Eine Tatsache, die beide mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis genommen haben. Klar wären sie gerne in Rüsselsheim angetreten, wo beide ihre sportliche Heimat haben – der 26 Jahre alte Peter bei Bundesligist United Volleys, der drei Jahre jüngere Georg im Zweitligateam der Turngemeinde. „Aber der Auftritt in Dresden ist lukrativer für uns“, sagt Peter Wolf. Und damit meint er nicht das Finanzielle, sondern die Chance, Punkte für die Rangliste zu sammeln. Selbst wenn die Wolf-Brüder in Dresden Letzter würden, hätten sie schon 24 Punkte sicher. In Rüsselsheim müssten sie dafür mindestens Zweiter werden.

Dass Peter und Georg Wolf zurzeit nur auf ihre Ranglistenpunkte schauen, hat einen Grund. Sie wollen Ende August zu gerne wieder im Mekka des deutschen Beachvolleyballs aufschlagen. So wie 2016, als sie erstmals zu den besten 16 der Rangliste zählten, die zum Abschluss der „smart beach tour“ in der Arena am Timmendorfer Strand vor 6000 Zuschauern um den deutschen Meistertitel spielen. „Ein Traum“, schwärmen beide.

Sportliches Highlight zum Hessentag

Strandfeeling auf dem Hessentag: Die Volleyballabteilung der TG Rüsselsheim sorgt an diesem Wochenende mit einem stark besetzten Beachturnier für Partystimmung und ein hochkarätiges Sportevent am Mainufer.

clearing

Um sich diesen Traum erneut zu erfüllen, schuften die beiden auch im Sommer, wenn viele Mitspieler – Nationalkaderathleten ausgenommen – Pause machen: Drei Mal pro Woche gemeinsame Trainingseinheiten, dazu Krafttraining und am Wochenende meist ein anderes Turnier. Aber was heißt schon schuften? Beide genießen auch die Atmosphäre beim Beachvolleyball, wo rund um den sportlichen Wettbewerb Party gemacht wird. Meistens jedenfalls. Nicht immer sind die Bedingungen gut. Ein Beachvolleyballer muss auch hart im Nehmen sein. Das Spielen im Sand, dazu Wind oder auch mal Regen: „Man muss akzeptieren, was da draußen passiert“, sagt Georg Wolf. „Und du hast mehr Druck, weil du weißt, da ist nur noch einer, auf den du dich verlassen kannst“, ergänzt Peter.

Nicht jeder gute Hallenspieler kommt damit zurecht. Und das sei auch einer der Gründe, warum nicht automatisch jeder Volleyballer auch Beachvolleyballer ist. Und auch wenn die Techniken dieselben sind: „Man muss sich anders bewegen“, sagt Peter Wolf. Das sei keine Sache von Körpergröße – auch Peter Wolf misst zwei Meter, sein Bruder zehn Zentimeter weniger –, sondern in erster Linie eine Frage von Beweglichkeit. „Es kommt total auf den Typ an“, glaubt Peter Wolf.

Der Bundesligaspieler mag sich auch nicht darauf festlegen, was schöner ist – Hallen- oder Beachvolleyball. „Sobald viele Zuschauer da sind, ist beides toll.“ Und aus der Doppelbelastung ziehen die Brüder auch ihren Vorteil, sagen sie: „Man trainiert komplett weiter, bleibt fit und muss sich nach der Sommerpause nicht wieder mühsam alles neu erarbeiten.“ Überhaupt sind sich Peter und Georg Wolf in vielen Dingen einig. Beide teilen sich mit Tobias Krick (United Volleys) ein Zimmer im Volleyball-Internat in Frankfurt, wo beide an der Goethe-Universität Sport fürs Lehramt studieren – Peter dazu Politik und Wirtschaft, Georg Deutsch. Trotz aller Einigkeit kracht’s jedoch auch schon mal. „Vor allem, wenn’s nicht läuft im Spiel“, sagt Georg schmunzelnd. „Aber das ist das Gute: Dass wir Brüder sind und uns schnell wieder vertragen.“ Das hilft im Spiel – und im Leben.

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