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Leichtathletik: Zwei Frankfurter laufen zum ersten Mal bei einer Hallen-WM mit

Von Während die Mittelstrecklerin der Eintracht schon seit Jahren internationale Erfahrungen sammelt, ist der Start im Nationaltrikot für den Sprinter etwas Neues.
Als Meisterin nach Birmingham: Diana Sujew Bilder > Foto: BEAUTIFUL SPORTS/B.Hoffmann (imago sportfotodienst) Als Meisterin nach Birmingham: Diana Sujew
Frankfurt. 

Für Diana Sujew ist es eine Premiere. Zum ersten Mal startet die Mittelstreckenspezialistin der LG Eintracht Frankfurt in dieser Woche bei einer Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathleten. Dabei ist die 27-Jährige schon seit acht Jahren auf nationaler Ebene vorne mit dabei. Doch die Wettkämpfe unterm Dach gelten bei Läufern und Springern bekanntermaßen als zweitrangig; zudem machten der Sportsoldatin in den vergangenen Wintersaisons immer mal Verletzungen zu schaffen.

Diesmal jedoch hatten Sujew und ihr Trainer Georg Schmidt beschlossen, es während der kalten Jahreszeit einfach mal laufen zu lassen – und es lief bestens. Schon frühzeitig und gleich zweimal knackte die Olympiateilnehmerin von Rio über 1500 Meter die Norm von 4:11 Minuten für die am heutigen Donnerstag beginnenden Titelkämpfe in Birmingham und ließ bei den deutschen Meisterschaften Mitte Februar in Dortmund gleich noch ihr erstes Gold in der Halle folgen. „Wir hatten von Anfang an gesagt, dass ich zur WM fahre, wenn ich mich qualifiziere“, sagt Sujew. Auch wenn ansonsten daheim in Niederrad schon alles vorbereitet ist für den Abflug in ein vierwöchiges Höhentrainingslager im amerikanischen Flagstaff direkt danach. Der Sommer mit der Heim-Europameisterschaft im August in Berlin sei natürlich wichtiger, betont die Athletin. Aber jede internationale Meisterschaft bereichere die Erfahrung.

Dabei hat die Studentin schon einige bei Welt- und Europameisterschaften gesammelt, war 2012 erstmals bei den kontinentalen Freiluft-Titelkämpfen in Helsinki dabei – und freute sich damals darüber, im Finale mitzulaufen. Doch von den fünf Konkurrentinnen, die vor ihr lagen, wurde nach und nach ein ganzes Quartett disqualifiziert, und die damit verdiente Silbermedaille bekam Sujew vor zehn Tagen in Dortmund um den Hals gehängt. Ein Moment, der ihr einerseits Herzklopfen verursachte, wie sie verrät. Der sie aber auch traurig stimmte: „Ich wäre gerne mit dieser Freude über eine Medaille ins Ziel gelaufen.“

Dass das diesmal, in der Halle, klappen könnte, davon geht sie nicht aus. Von der Zeit her steht Sujew aktuell auf Platz 20 in der Bestenliste. Doch Meisterschaften hätten ihre eigenen Gesetze. „Ich bin gespannt, wie meine Chancen auf das Finale stehen“, wer ihre Gegnerinnen sein werden im Vorlauf am Freitag (20.45 Uhr MEZ). Die aus deutscher Sicht härteste geht ihr aus dem Weg: Konstanze Klosterhalfen gibt der doppelt so langen Strecke den Vorzug. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagt Sujew.

Schneller Hobbyläufer

Das sieht der zweite in Frankfurt lebende Hesse im WM-Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ähnlich. Der seit diesem Jahr für das Sprintteam Wetzlar startende Michael Pohl war von seiner Nominierung sowieso überrascht. Zwar war der 28-Jährige in Dortmund in genau der geforderten Zeit als Zweiter ins Ziel des 60-Meter-Finals gekommen. Aber da wusste er noch nicht, dass der deutsche Meister Julian Reus auf den Flug auf die Insel verzichten würde. Erst als man Pohl kurze Zeit später nach seiner Schuh- und Kleidergröße fragte, durfte er sich seines WM-Debüts sicher sein.

Die Hochstimmung, die sich daraufhin ihren Weg bahnen wollte, versuchte er jedoch zu unterdrücken. „Ich hatte zwei Tage später eine anstrengende Klausur“, erklärt der BWL-Student. Große Emotionen hätten das Lernen dafür nur gehemmt. Und so groß Pohls Ehrgeiz auf der Laufbahn ist – Sport ist für den Spätstarter nicht alles. Mit 30 wolle er Vollzeit arbeiten, und auch jetzt schon jobbt er 20 Stunden pro Woche in einer Unternehmensberatung.

Dass sich das gut mit dem Training vereinbaren lässt, für das er sich die Pläne selbst schreibt, liegt auch daran, dass der selbst ernannte „schnellste Hobbyläufer Deutschlands“ nicht öfter als dreimal pro Woche die Laufschuhe schnürt. Mehr, habe er festgestellt, täte ihm sowieso nicht gut. Sein Körper verlange nach ausreichender Regeneration.

Heute erste Medaille?

Shooting Star Konstanze Klosterhalfen hofft auf den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere, Routiniers wie David Storl, Raphael Holzdeppe und Cindy Roleder auf weitere Medaillen: Wenn die deutschen

clearing

Trotzdem ist Pohl schon im vergangenen Sommer etwas überraschend in die deutsche Spitze gelaufen, empfahl sich mit einer Zeit von 10,26 Sekunden über 100 Meter für einen Staffelstart bei der WM in London. Trotzdem durfte er nicht mit. Es fehle ihm an internationaler Erfahrung, hieß damals die Begründung. Immerhin wurde er danach in die Maßnahmen des Sprinterkaders integriert.

Große Erwartungen hat Pohl nicht, wenn er bei seinem Vorlauf am morgigen Freitag (11 Uhr) zum ersten Mal das Nationaltrikot überstreift. Schon die Teilnahme am Halbfinale wäre für den muskulösen Mann „das höchste der Gefühle“. Zumal Nationen wie die USA, anders als die eigene, nicht nur zwei oder drei Sprinter ins Rennen schicken dürfen. „Das ärgert mich schon wieder“, sagt Pohl. „Denn jeder von denen ist für mich ein Problem.“

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