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Frankfurt Marathon: Zwei von 24 Pacemakern: Nach Petra Niemeyer und Robert Seele können Läufer ihre Uhr stellen

Von Sogenannte Hasen – Tempomacher – gibt es beim Frankfurt Marathon nicht nur für die Top-Läufer. Alle rund 14 000 Teilnehmer erhalten Unterstützung auf ihrem Weg zur Zielzeit. Doch diese Ballonläufer müssen ganz anderes können als schnell laufen.
Der Ballon zeigt an: Hier ist eine Pacemakerin. Und eine gut gelaunte dazu! Petra Niemeyer, die eine Zeit von 4:29 Stunden anpeilt. Der Ballon zeigt an: Hier ist eine Pacemakerin. Und eine gut gelaunte dazu! Petra Niemeyer, die eine Zeit von 4:29 Stunden anpeilt.
Frankfurt. 

Der Weg ist das Ziel? Von wegen. Wer Marathon läuft, hat meistens ein Ziel. Wofür sonst hätte er monatelang trainiert? Das gilt auch für die Teilnehmer am Frankfurt Marathon. Durchkommen. Den Roten Teppich in der Festhalle erreichen. Das wollen alle. Und manche wollen mehr. Eine bestimmte Zeit knacken zum Beispiel. Die einen träumen davon, unter der Drei-Stunden-Marke zu bleiben, andere wären schon froh, überhaupt innerhalb der maximal vorgegebenen gut sechs Stunden im Ziel zu sein. Ob einer nun seine Bestzeit jagt oder als Debütant einfach nur die 42,195 Kilometer hinter sich bringen will: Auf dem langen Weg ins Ziel gibt es auch beim Frankfurt Marathon ganz besondere Wegbegleiter .

Sie heißen Pacemaker, Tempoläufer oder Zug- und Bremsläufer, in Frankfurt manchmal auch Ballonläufer. An dem Ballon, den sie mit sich tragen, sind sie nämlich zu erkennen. So wie Petra Niemeyer und Robert Seele. Zwei von 24, die beim Frankfurt Marathon die Uhr im Blick haben und damit anderen Marathoni Orientierung bieten. Und die Chance, in der erträumten Zeit die Festhalle zu erreichen.

Der Mann mit dem orangenen Hut: Robert Seele läuft nie ohne sein Markenzeichen – nicht beim Ironman und auch nicht beim Marathon. Bild-Zoom
Der Mann mit dem orangenen Hut: Robert Seele läuft nie ohne sein Markenzeichen – nicht beim Ironman und auch nicht beim Marathon.

3:44 Stunden. Wer sich Robert Seele anschließt, darf sich sicher sein, in dieser Zeit im Ziel zu sein. Dabei ist der 39 Jahre alte Frankfurter, der zum vierten Mal als Ballonläufer im Einsatz ist, gar kein ausgewiesener Marathonläufer. Er ist Ironman. Dafür muss er nicht nur Marathon laufen können, sondern auch noch Schwimmen und Radfahren. Genau diese Vielseitigkeit ist sein Vorteil, glaubt Seele. „Ich mache das ganze Jahr über Ausdauersport und muss mich daher nicht speziell vorbereiten.“ Schnell Marathon laufen kann er zudem. Seine Bestzeit: 2:56 Stunden. Aber aufs schnelle Laufen kommt es den Zugläufern gar nicht an. „Die besondere Herausforderung eines Ballonläufers ist es, ein gleichmäßiges Tempo zu laufen.“ Das sagt Petra Niemeyer. Auch sie ist Zugläuferin in Frankfurt. Ihre Zielzeit: 4:30 Stunden. Und die 47-Jährige weiß, wovon sie spricht. Die gebürtige Bremerin war schon mehr als zwanzig Mal als Zugläuferin im Einsatz, darunter in Bremen, Mainz und München, beim 3-Länder-Marathon am Bodensee – und eben in ihrer Wahlheimat Frankfurt, am Sonntag zum fünften Mal in Folge. Nicht nur deswegen wird der Marathon am Main in diesem Jahr ein besonderer für Petra Niemeyer werden. Es wird ihr 50. Marathon überhaupt, der zehnte in Frankfurt. „Dann bin ich auch – endlich – Mitglied im Frankfurt Marathon Club“, freut sich Niemeyer. Ein Club, dem alle Läufer angehören, die mindestens zehn Mal in Frankfurt das Ziel erreicht haben.

Vier Tipps für den Weg zur Zielzeit

Ganz gleich, ob die eigene bisherige Bestzeit geknackt werden soll oder eine bestimmte Zielzeit angestrebt wird – gute Ratschläge auf dem Weg dorthin können nie schaden.

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So oft war Robert Seele noch nicht dabei. Besonders ist der Frankfurt Marathon für ihn aber trotzdem. Da ist die Begegnung mit den anderen Zugläufern, für Seele „wie ein Familientreffen einmal im Jahr“. Da sind aber auch die sportbegeisterten Zuschauer, „die geile Stimmung am Rand“, wie er sagt. In Sachen Ironman ist er schon viel in der Welt herumgekommen. „Das englische und amerikanische Publikum ist bombastisch, das Frankfurter Publikum kann aber locker mithalten“, schwärmt der Mann, der seit dem Ironman 2013 immer mit einem orangefarbenen Hut läuft. Ein Geschenk seiner damaligen Freundin – mit Wiedererkennungswert. „Sie konnte mich beim Marathon dann immer schon auf der gegenüberliegenden Mainseite gut sehen.“ Der Hut brachte Glück und so blieb Robert Seele dabei.

Auch am Sonntag wird er am Hut und am Ballon zu erkennen sein – einer von vier Ballonträgern übrigens in der Zielzeit 3:44 Stunden. Insgesamt zehn Zielzeiten zwischen 2:59 und 5:29 Stunden werden in Frankfurt angeboten. Pro Zielzeit immer zwei Ballonläufer – mit Ausnahme der Zeiten von Seele und Niemeyer. Das sind Zeitfenster, die sehr viele Läufer anstreben und in denen deswegen je vier Ballonläufer eingesetzt werden.

Wie viele Läufer er in der gewünschten Zeit ins Ziel bringt? Das kann Robert Seele nie vorher sagen. Die Läufergruppe um ihn herum verändere sich permanent während der 42,195 Kilometer. Mal sammele er Marathoni auf, die die Strecke zu schnell angegangen sind, mal muss er Läufer hinter sich lassen, die sein festgelegtes Tempo nicht mitgehen können. „Richtig Spaß macht es, wenn man die Leute so ab Kilometer 34, 36 ziehen lassen kann und weiß, sie werden auf jeden Fall schneller als geplant das Ziel erreichen“, sagt Seele. Anderen Läufern helfen, ihr Ziel zu erreichen, ist für Petra Niemeyer das schönste an ihrer Aufgabe beim Frankfurt Marathon. „Das gemeinsame Einlaufen ins Ziel ist die Belohnung für uns.“

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