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Der späte Lohn: „Helfer“ Marcus Burghardt startet im DM-Trikot bei der Tour de France

Nicht die Topsprinter André Greipel, Marcel Kittel, nicht John Degenkolb: Radprofi Marcus Burghardt hat den deutschen Meistertitel mit einer taktischen Meisterleistung im Straßenrennen geholt. Degenkolb wagt viel – und wird am Ende Dritter.
Überraschung: Marcus Burghardt ist Deutscher Meister. Foto: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild) Überraschung: Marcus Burghardt ist Deutscher Meister.
Chemnitz. 

Marcus Burghardt standen Freudentränen in den Augen, auch seine Frau Maria überkamen die Glücksgefühle. Der 33 Jahre alte Radprofi ist neuer deutscher Meister im Straßenrennen – er triumphierte ausgerechnet in Chemnitz nahe seiner Geburtsstadt Zschopau. „Ich bin überwältigt, ich kann das gar nicht in Worte fassen“, sagte Burghardt: „Zu Hause, wo ich das Radfahren gelernt habe, das ist unglaublich. Ich habe jahrelang Helferdienste geleistet, jetzt bekomme ich etwas zurück.“

Burghardt war in der sächsischen Großstadt auf dem Sportinternat und empfahl sich dort für die Nationalmannschaft und seine nun 13-jährige Profikarriere. Und hier siegte er nun nach äußerst abwechslungsreichen 213,4 Kilometern vor seinem Teamkollegen Emanuel Buchmann aus der Bora-Mannschaft. „Ich habe so oft versucht, Meister zu werden und hier hat jeder auf mich geschaut. Deshalb war es noch schwerer“, sagte er.

Burghardt ist der Inbegriff des loyalen Helfers, 2011 begleitete er im Trikot der BMC-Mannschaft den Australier Cadel Evans zum Gesamttriumph bei der Tour de France. Evans hatte ihn danach als seinen persönlichen Helden bezeichnet. Neun Jahre ist es her, dass Burghardt selbst seine bisher einzige Tour-Etappe gewann. Nun erlebt er einen Tag nach seinem 34. Geburtstag den Grand Départ der Tour de France am 1. Juli in Düsseldorf als deutscher Meister.

„Ich habe alles miterlebt. Als ich 2005 Profi wurde, war ein wahnsinniger Hype, und ich bin dann auch durch das tiefe Tal gegangen“, sagte Burghardt, der im T-Mobile-Team noch mit Jan Ullrich fuhr: „Ulle hat die letzten Jahre viel durchgemacht, er hat eine zweite Chance verdient.“

In seiner sächsischen Heimat gewann Burghardt, der seit dieser Saison beim deutschen Team Bora-hansgrohe unter Vertrag steht, nach knapp fünf Fahrstunden. Das begehrte Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring trägt er nun nicht nur bei der 104. Frankreich-Rundfahrt, sondern das ganze Jahr. „Marcus hat sich jahrelang für andere aufgeopfert. Er hat das verdient“, sagte John Degenkolb, der mit 43 Sekunden Rückstand hinter dem Bora-Duo den dritten Rang belegte. Der Oberurseler hatte in einer mutigen Attacke versucht, das von rund 20 000 Zuschauern verfolgte Rennen zwei Runden vor Schluss für sich zu entscheiden. Seine Flucht war aber am letzten Anstieg beendet und er konnte auch in der flachen Anfahrt zum Ziel dann die Bora-hansgrohe-Offensive nicht mehr kontern. „Ich habe gekämpft, ich bin offensiv gefahren. Ich bin stolz auf den dritten Platz“, sagte Degenkolb.

So fiel die Entscheidung auf dem elf Mal zu absolvierenden 19,4 Kilometer langen Rundkurs in der Schlussphase. Rundfahrt-Talent Buchmann attackierte bei der letzten Fahrt über den Gornauer Berg etwa 9 Kilometer vor dem Ziel, Burghardt folgte ihm und durfte seinen Heimsieg feiern. Klassikerspezialist Degenkolb hatte der Tempoverschärfung der Bora-Fahrer nicht folgen können.

Das Rennen der Frauen am Samstag endete mit einem Fotofinish zugunsten der 20-jährigen Lisa Klein. Die Saarländerin schlug Lisa Brennauer, die bereits im Zeitfahren am Freitag gegen Trixi Worrack knapp unterlegen war. sid

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