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Handball: „Pommes“ verlässt die Bühne

Er spielte für die SG Wallau/Massenheim, ist langjähriger DHB-Kapitän und Weltmeister von 2007. Jetzt hört Pascal Hens auf.
Irokesenschnitt und Würfe wie Peitschenhiebe: Das sind die Markenzeichen von Pascal Hens (rechts). Foto: Christian Klein Irokesenschnitt und Würfe wie Peitschenhiebe: Das sind die Markenzeichen von Pascal Hens (rechts).

Der staksige Kerl mit dem Irokesenschnitt kommt aus vollem Lauf. Drei Schritte, hoch – und rumms, Tor. Fernwürfe wie Peitschenhiebe, so werden die Handball-Fans Pascal Hens in Erinnerung behalten. Nach 18 Jahren in der Bundesliga und 199 Länderspielen für Deutschland macht der langjährige DHB-Kapitän und Weltmeister von 2007 nun endgültig Schluss und beendet im Alter von 37 Jahren seine glanzvolle Karriere.

„Mein Spielerberater geht nicht mehr auf Vereinssuche für mich“, sagte Hens der Bild-Zeitung. Zuletzt hatte der Rückraumspieler für HBW Balingen-Weilstetten gespielt. Seinen auslaufenden Vertrag bei den Schwaben, mit denen er in der gerade abgelaufenen Saison aus der Bundesliga abgestiegen ist, wird er nicht verlängern. „Pommes“, über viele Jahre das Gesicht des Handballs in Deutschland, ist fertig.

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Zwischenruf Hens-Abschied: Er blieb sich imer treu

Die folgenden Zeilen dienen keineswegs der Selbstbeweihräucherung, sie sollen etwas über Pascal Hens erzählen. Ich habe zwei Mal gegen den Weltmeister von 2007 Handball gespielt.

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„Trotz der Verletzungen ist sehr viel sehr gut gelaufen. Deshalb möchte ich auch Danke sagen bei all denen, die mich in den Jahren so phänomenal unterstützt haben. Aber jetzt bin ich froh, dass das Kapitel Handball beendet ist“, schrieb Hens zum Abschied auf seiner Facebook-Seite.

Damit verlässt ein ganz Großer seines Sports die Bühne. Nicht bloß wegen seines Markenzeichens, dem blondgefärbten Haarkamm, ist der 2,03-Meter-Hüne weit über die Grenzen des Handballs bekannt. So wirbelte Hens mit seiner brachialen Spielweise in gut 500 Erstliga-Spielen auf der Königsposition im linken Rückraum, war durch seine aufgeschlossene und sympathische Art in Verein und Nationalmannschaft stets Publikumsliebling – und gewann dabei fast alle Titel, die es im Handball zu gewinnen gibt.

Seine Bundesliga-Premiere feierte Hens im Alter von 19 Jahren bei der SG Wallau/Massenheim. Nach vier Jahren wechselte er 2003 zum HSV Hamburg. Damals galt er wegen seines sechsstellig dotierten mehrjährigen Vertrags als der am besten bezahlte deutsche Handballer. Beim HSV spielte er 13 Jahre lang bis zur Klub-Insolvenz. In diese Zeit fallen seine größten sportlichen Erfolge auf Vereinsebene. 2006 und 2010 gewann Hens mit den Hamburgern den DHB-Pokal, 2011 die deutsche Meisterschaft und 2013 die Champions League.

Zudem hatte Hens „eine überragende Zeit mit elf tollen Jahren in der Nationalmannschaft“. Mit ihr gewann er 2004 den EM-Titel, holte im selben Jahr die olympische Silbermedaille und führte das DHB-Team 2007 als bester Torschütze zum WM-Triumph im eigenen Land. Im Anschluss an die sportlich enttäuschende EM 2012 trat er nach insgesamt 199 Länderspielen und 565 Toren zurück. „Es war mir immer eine große Ehre, für Deutschland auflaufen zu dürfen“, sagte Hens.

Wie es nun weitergeht? Erst mal will Hens, der übrigens mit dem ebenfalls aus Mainz-Kastel stammenden Fußball-Bundesliga-Trainer Sandro Schwarz gut befreundet ist, mit seiner Frau und den beiden Kindern in den Urlaub fahren und „nach zwei Jahren wieder Golf spielen“. Doch obwohl er keine Karriere als Trainer anstrebt, müssen die Fans nicht komplett auf ihn verzichten: Für den Abo-Sender Sky wird er weiter als Experte im Einsatz sein. Den aktiven Handball werde er „wohl vermissen, auch wenn ich es mir momentan noch nicht vorstellen kann“.

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