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Eintracht Frankfurt: 20.000 Stehplätze: Eintracht-Fans fordern Stadion-Ausbau

Von In Dortmund steht eine gelbe Wand – und in Frankfurt soll eine in den Farben Rot, Schwarz und Weiß weiter wachsen, wenn es nach den Fans der Eintracht geht.
Foto: Marc Schüler (Marc Schueler)
Frankfurt. 

Der Unterrang hinter dem Tor ist mit Stehplätzen ausgestattet, nun soll auch der komplette Oberrang der Kurve von Sitz- in Stehplätze umgewandelt werden. Hinter dieser Forderung stehen die wichtigsten Fanvereinigungen des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit insgesamt mehreren zehntausend Mitgliedern: der Fanclubverband, die Fan- und Förderabteilung und der Nordwestkurverat. Sie bilden die „Initiative Stadionausbau“.

„Das ist unser Kernthema Nummer eins. Frankfurt hat eine lange Tradition mit Stehplätzen, da ist es nur zu logisch, dass wir uns dafür einsetzen“, betonte am Dienstag Henning Schwarz, Vorstandsmitglied der Fan- und Förderabteilung, im Eintracht-Museum. Das schon seit geraumer Zeit nagende Problem: In der Eintracht-Fankurve gibt es lediglich 7800 Stehplätze – und die nehmen fast nur Dauerkarteninhaber ein. Es kommen laut Dominik Ziegra vom Nordwestkurverat nur wenige hundert Tickets in den freien Verkauf, erhältlich auch nur in Fanshops. In der Gästekurve besteht Raum für 1500 Fans, die gerne stehen. Insgesamt sind 42 200 Sitzplätze im Angebot. Zum Vergleich: Im alten Waldstadion gab es ein ausgewogenes Verhältnis von jeweils 30 000 Steh- und Sitzplätzen.

Forderung nach 20.000 Stehplätzen

Entsprechend dezidiert formuliert Schwarz das Anliegen der Fans. „Das Stadion muss ausgebaut werden mit bis zu 20 000 Stehplätzen. Fußball ist ein Volkssport. Da muss es für jeden möglich sein, sich ein Ticket leisten zu können“, sagt er. Mit einer groß angelegten Flyer-Aktion, 50 000 davon sollen beim letzten Saisonheimspiel am Samstag gegen Leipzig verteilt werden, wollen die drei Fangruppierungen zusätzlich für Unterstützung werben – und ganz nebenbei Frankfurts Parlamentarier beeindrucken.

Kontakte zur Stadt bestünden noch nicht, die Initiative ist sich auch der Schwere ihrer Aufgabe bewusst. „Begeistert ist die Politik nie, wenn sie Geld ausgeben muss“, sagt Schwarz zu einem möglichen Um-/Ausbau des Stadions an der Otto-Fleck-Schneise. Nun sei aber laut Ziegra der richtige Moment gekommen, um zu handeln. „So ein Großprojekt ist nur mit einem Großereignis umsetzbar“, verweist er auf Deutschland als wahrscheinlichen Ausrichter der EM 2024 mit dem zentralen Standort Frankfurt. „Das Stadion muss wachsen, so wie die Stadt wächst“, fügt Ina Kobuschinski, die Vorsitzende des Fanclubverbands, hinzu.

Fanclubs fordern günstigere Tickets

Derzeit ist es für junge Fans, die auf Tagessitzplatzkarten angewiesen sind, kaum möglich, regelmäßig ins Stadion zu gehen. Je nach Gegner kostet das billigste Ticket zwischen 20 und 35 Euro. Die Nachfrage von Fanclubs nach günstigen Karten sei aber unverändert hoch, sagt Kobuschinski. Somit drohe, dass zumindest Teile einer Fangeneration aus der Region wegbrechen – und sich lieber Bayern München oder Borussia Dortmund im TV anschauen.

Ähnliche Faninitiativen gebe es, sagt Schwarz, in Freiburg, Düsseldorf und Magdeburg. Wie wichtig Stehsektoren auch für eine prickelnde Stimmung sind, zeigt die Entwicklung im Mutterland des Fußballs. Früher gerühmt für die Atmosphäre, ist der Lärmpegel in Englands nun reinen Sitzplatzarenen merklich tief gesunken.

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