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Eintracht Frankfurt: Adi Hütter geht seine Aufgabe mit viel Freude und Selbstbewusstsein an

Von Eintracht-Coach Adi Hütter ist bei der Formulierung von Saisonzielen noch vorsichtig. Sportvorstand Fredi Bobic erwartet, dass die Mannschaft durch die Europa-League-Gruppenphase „marschiert“.
Das Trikot der Frankfurter Eintracht wird er auf dem Platz nicht tragen – aber dafür viel Verantwortung: Adi Hütter, der neue Trainer. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Das Trikot der Frankfurter Eintracht wird er auf dem Platz nicht tragen – aber dafür viel Verantwortung: Adi Hütter, der neue Trainer.
Frankfurt. 

Schon an seinem ersten Tag in Frankfurt hat Adi Hütter gespürt, dass er sich an einem besonderen Ort befindet: „Es war ein schöner Moment, als ich das erste Mal über das Stadion geflogen bin, sehr beeindruckend.“ Später, im Kabinentrakt der Arena, hat er dann das Bild mit den „Säulen der Eintracht“ an der Wand gesehen. Darunter sein österreichischer Landsmann, die von ihm bewunderte und leider viel zu früh verstorbene Libero-Legende Bruno Pezzey. Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht weiß, dass die Erwartungen an ihn nach den Erfolgen der vergangenen Saison hoch sind. „Angst habe ich vor nichts, Respekt vor allem“, sagt der 48-jährige Fußballlehrer aus Vorarlberg.

Adi Hütter als Eintracht-Schreck

Er klang da ein wenig wie sein Vorgänger Niko Kovac. Es gibt weitere Parallelen. So wie für Kovac ist für Hütter die Eintracht das Sprungbrett in die Fußball-Bundesliga. Und ebenso wie Kovac steht Hütter zu seinem persönlichen Ehrgeiz: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich irgendwann in der Bundesliga arbeiten will. Dafür bin ich einen harten Weg gegangen. Zehn Jahre habe ich dafür gearbeitet“, sagt der Trainer.

„Klare Philosophie“

„Seine Vita sieht sehr gut aus, wie er sich hoch gearbeitet hat“, lobt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic den neuen Mann, dem er eine „klare Analyse und klare Philosophie“ attestiert. Die Gespräche mit ihm seien „richtig, richtig gut“ gewesen. Hütter kommt mit der Empfehlung von zwei Meisterschaften in jüngerer Zeit: 2015 holte er den Titel mit RB Salzburg, in der abgelaufenen Saison mit Young Boys Bern.

Adi Hütter, der bei der Eintracht einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat und sich über eine mögliche Ausstiegsklausel ausschweigt, galt bei seinen bisherigen Clubs als beliebter Trainer, nicht als „harter Hund“ wie Kovac. Als Gegenentwurf zu seinem Vorgänger sieht er sich jedoch nicht. „Ich bin ein Teamplayer, bin sehr kommunikativ und will auch den Menschen hinter dem Spieler kennenlernen“, beschreibt er selbst seine Herangehensweise. Disziplin und Respekt seien ihm aber trotzdem wichtig: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Spieler lieber korrekt und mit harter Hand als ’Laissez-faire’ behandelt werden. Ich bin nicht der Trainer, der ein Freund der Spieler ist. Ich bin aber weit davon entfernt, ein Gegner der Spieler zu sein.“

Dabei weiß er noch gar nicht en detail, mit welchen Spielern er künftig zusammenarbeiten wird. An der Kaderplanung habe er bislang nicht teilgenommen. Und deshalb redet Hütter auch nur am Rande über Ziele für die kommende Saison: „Wenn die Latte hoch liegt, wäre es gut, wenn man sie höher legen könnte. Ich weiß aber, dass die Bundesliga ein anderes Pflaster ist.“

„Man braucht einen Plan B“

Viel ist im Vorgriff über den Spielstil des Österreichers gesprochen worden. „Wenn der Kader steht, will ich eine Spielphilosophie entwickeln, die allen Spaß macht“, kündigte Hütter an und betonte, für einen offensiven Fußball zu stehen. „Wenn wir immer 4:3 gewinnen können, dann nehme ich das an“, sagte er. In Salzburg habe es ein bedingungsloses Offensivspektakel gegeben. Dieser totalen Vorwärtsstrategie habe er abgeschworen. „Das ist mir zu riskant, man braucht immer einen Plan B“, so Hütter.

Keine Sorge hat er, dass die Teilnahme an drei Wettbewerben auch große Probleme mit sich bringen könnte: „Ich sehe die Europa League nicht als Belastung, sondern als Freude und Herausforderung.“ Fredi Bobic sieht sie gar als Verpflichtung. „Es spielt eine wichtige Rolle, dass wir europäisch spielen. Wir wollen durch die Gruppe marschieren“, forderte der Eintracht-Sportvorstand und gab damit ein erstes Saisonziel aus: „Wir spielen nicht nur für uns, sondern auch für die Liga.“

Dazu bedarf es aber noch erheblicher Verstärkungen. Bobic kündigte einen heißen Transfersommer an: „Da wird sicherlich einiges passieren.“ Adi Hütter will in dieser Zeit Stück für Stück in der neuen Umgebung heimisch werden. Der Trainer will – anders als sein Vorgänger Niko Kovac – nicht im Hotel wohnen. Und er will Apfelwein und Handkäse probieren. Das aber nur in der kargen Freizeit. Adi Hütter hat andere Prioritäten: „Ich bin hier, um erfolgreich zu arbeiten.“

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