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Eintracht Frankfurt: Adler-Legende Alexander Schur: Zwei Herzen in einer Brust

Von Den FSV Frankfurt verfolgt Eintracht-Legende Alexander Schur noch mit besonderem Interesse. Schließlich trug der ehemalige Eintracht-Kapitän früher auch die Bornheimer Farben.
Eintracht-Legende Alexander Schur (Archivbild) Eintracht-Legende Alexander Schur (Archivbild)
Frankfurt. 

Zur Saisoneröffungsfeier der Frankfurter Eintracht am Sonntag hätte auch Alexander Schur eigentlich Lust auf einen Stadionbesuch gehabt, so wie es in den vergangenen Jahren meist der Fall war. „Ich wäre gerne mit der Familie hingegangen, um mir die neuen Spieler der Eintracht anzuschauen und zu sehen, wie sich der FSV aufstellt. Meine Jungs sind ja eh alle Eintracht-Fans“, sagt er. Das Stadionfest des Bundesligisten aber verpasst er diesmal ebenso wie das in diesen Rahmen eingebettete Benefizspiel gegen den notleidenden Nachbarn FSV Frankfurt, ein anderer Termin geht vor: Als Trainer der Eintracht-U 19 ist Schur bei RB Leipzig zu Gast und strebt den Einzug in die zweite Runde im DFB-Pokal der Junioren an.

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Alexander Schur war die prominente Ausnahme. Der spätere Eintracht-Kapitän kam damals vom FSV Frankfurt zur Eintracht. Normalerweise verliefen die Wechsel zwischen den benachbarten Clubs aber anders herum.

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Das Geschehen bei den ersten Mannschaften beider Clubs freilich verfolgt der 46-Jährige noch immer genau. Der gebürtige Bockenheimer zählt zu jenen Fußballern, die beide Trikots getragen haben. Noch ziemlich am Anfang seiner Karriere das des FSV, viel länger indes das der Eintracht, bei der er sich eine Art Legendenstatus erkämpfte. „Da schlagen schon zwei Herzen in meiner Brust. Obwohl der Eintracht-Anteil sicher höher ist“, bekundet Schur vor dem von den Beteiligten zum „Bruderduell“ ausgerufenen Treffen zweier unterschiedlicher Vereine.

An den Bornheimer Hang kam er 1994 von Rot-Weiss Frankfurt und spielte nach dem überraschenden Aufstieg des FSV plötzlich in der Zweiten Liga – und nahm wichtige Erfahrungen mit, obwohl der Weg des Clubs sofort wieder nach unten führte.

Wichtige Erfahrungen

„Sportlich war das Jahr natürlich eine Katastrophe. Aber ich habe gesehen, dass ich mich in der Zweiten Liga behaupten konnte. Das hat mir geholfen, als ich später bei der Eintracht von den Amateuren zu den Profis hochgekommen bin“, erinnert sich Schur, der nach dem Abstieg das schwarz-blaue mit dem rot-schwarzen Trikot tauschte.

Dem FSV stand damals eine lange Durststrecke in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit bevor – so wie jetzt nach dem Neustart in der Regionalliga vermutlich auch wieder. „Die Abstiege und das Insolvenzverfahren haben mir in der Seele weh getan. Man muss aber auch das Positive sehen: Über viele Jahre hat es der Club in der Zweiten Liga richtig gut gemacht“, meint Schur. Jetzt hat er großen Respekt vor denjenigen, die in der Notlage Verantwortung übernehmen – vor allem Präsident Michael Görner und Trainer Alexander Conrad, ein alter Freund.

Zuversicht in beiden Fällen

„Am Anfang wird es nach den turbulenten letzten Monaten sicher holprig, aber sie werden das schon schaffen“, ist sich Schur sicher. Die neue Mannschaft des FSV kann er, da am Bornheimer Hang kaum ein Stein auf dem anderen blieb, bislang noch nicht so recht einschätzen – was ihm bei der Eintracht mit ihren vielen neuen Gesichtern nicht viel anders geht. Zuversichtlich ist er auch da trotzdem. „Meine Hoffnung ruht auf dem Trainerteam. Sie haben gezeigt, dass sie Spieler aus aller Welt zu einer Mannschaft zusammenschweißen können. Das ist eine Stärke von Niko Kovac, wie er das letzte Jahr gezeigt hat“, sagt er. „Der Saisonstart war ja phänomenal, daran hat das Trainerteam großen Anteil.“

Ein guter Start in die Runde wäre auch jetzt wieder hilfreich. „Wenn man frühzeitig viele Punkte holt, ist das immer gut“, weiß Alexander Schur, „dann ist vieles einfacher.“ Was für die Profis ebenso gilt wie für seine Talente der U 19, die in zwei Wochen ebenfalls in ihre Bundesliga-Saison starten.

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