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Eintracht Frankfurt: Adlerauge: Labile Eintracht erinnert an alte, schlechte Zeiten

Von Die Eintracht verlor trotz eigener Führung mit 2:4 in Mainz. Dabei erinnerte die Eintracht an ganz schlechte Zeiten. Ein Kommentar von Dieter Sattler.
Foto: Marc Schüler

Es ist einfach nur ärgerlich. Die Eintracht verlor trotz 2:0-Führung beim Abstiegskandidaten Mainz 05 mit 2:4 und bleibt beim rheinhessischen Rivalen weiter sieglos. Mainz hat sich durch den Sieg gerettet, dabei hatte es nach Toren von Hrgota und Seferovic, die endlich mal wieder trafen, lange nach einem Überraschungssieg der SGE ausgesehen. Doch nach dem Anschlusstreffer durch Córdoba aus Abseitsposition präsentierten sich die vermeintlichen Adler auswärts wie in alten Zeiten nur noch als ängstliche Kaninchen und brachen in der zweiten Halbzeit ein.
 
In der ersten Hälfte hatte die Eintracht das Geschehen noch weitgehend im Griff gehabt. Mainz wurde nur nach haarsträubenden Ballverlusten von Barkok, Oczipka und Hector gefährlich. Aber SGE-Keeper Hradecky parierte gewohnt stark. Auffällig ist auch immer wieder,  wie geschickt und effektiv Abwehrchef Abraham sich in Schüsse wirft und diese blockt. Doch auch er konnte das Unheil später nicht verhindern.

Bilderstrecke Eintracht verliert trotz Führung mit 2:4 beim FSV Mainz 05

Schade, die Eintracht kann nun nach der tollen Vorrunde mit 8 Siegen, 5 Remis und 4 Niederlagen bei einer bisherigen Rückrundenbilanz  von 3-3-10 selbst mit einem Sieg gegen Leipzig ihre Bundesligabilanz nicht mal mehr ausgeglichen gestalten. Sie wird wohl die schwächste Rückrundenmannschaft bleiben und am Ende mindestens  zwei Spiele mehr verloren als gewonnen haben, möglicherweise sogar vier.

In  der schwachen Rückrunde, die ein bisschen wie die beim Abstieg vor sechs Jahren war (aber zum Glück auf höherem Tabellenniveau), wurde trotz des Einzuges in das Pokalfinale vieles verspielt. Dadurch hat auch Trainer Kovac  Kratzer abbekommen, obwohl ihm meist kaum ein Vorwurf zu machen war. Die Mannschaft war fast immer  fit und  den personellen Möglichkeiten entsprechend gut ein - und aufgestellt. Sie spielte außer gegen Ingolstadt und Wolfsburg zumindest phasenweise immer so, dass ein Sieg oder Remis drin gewesen wären - auch gegen Mainz. So wie nach diesem Spiel  fragte man sich aber oft, wer ist stärker: Kovacs abgezockte Mentalität oder das lasche Eintracht-Gen, das die Fans seit Generationen verzweifeln lässt.

Seferovic platzt vor Wut.
Eintracht Frankfurt Medienecho: Erde an Eintracht

Großes Augenreiben nach der vergebenen Führung in Mainz: Im Rhein-Main-Derby gaben die Adler auf dem Platz wieder die labile, ängstliche Truppe, die die Vorrunde fast schon vergessen gemacht hatte. Wir haben die Pressestimmen zur 4:2-Klatsche zusammengefasst.

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So erkannten Fans, die sich in der Vorrunde ob der neuen mentalen Stärke der Eintracht verwundert die Augen rieben, die alte labile Eintracht leider allzuoft wieder. In die Krise rutschte man leichtfertig hinein, indem man die ersten Rückrunden-Niederlagen gegen Leverkusen und Ingolstadt beschönigte und die siegreichen Rivalen  stark redete. Beide Gegner zeigten aber  im Anschluss, wie "stark"  sie wirklich waren. Nach der brillanten  Vorrunde hatten wohl auch viele Spieler Probleme mit den gestiegenen Erwartungen, denen sie kaum gewachsen waren. Wohl aus Übermotivation und dazu Kovacs zweikampfbetontem Fussball, der in der Hinrunde auch Erfolg brachte,  gab es eine Flut von Gelb- und Rotsperren, die das Team neben Verletzungen schwächten. Dass es in der Rückrunde meist nicht klappte, lag aber vor allem an der Abschlussschwäche der Stürmer. Meier war oft verletzt und wurde schleichend vom Trainer demontiert, Rebic, Hrgota und Seferovic waren meist vor dem Tor zu umständlich.

Daran ändern auch die Treffer der beiden letzteren gegen Mainz nichts. Beide hatten auch in diesem Spiel wieder Szenen, die ihren Ruf als Chancentod bestätigten. Es wird auch der Eintracht-Führung klar sein, dass die Mannschaft mit den Leistungen in der Rückrunde in der nächsten Saison nicht bestehen kann. Mit Stuttgart und Hannover kommen wahrscheinlich zwei bärenstarke Aufsteiger hoch. Damit wird es "natürliche" Absteiger wie Darmstadt und Ingolstadt nicht geben. Wer nicht aufpasst und nachrüstet, ist schnell wieder unten drin. Man muss sich bei der Eintracht auch mal die Frage stellen, welche Faktoren dazu führen, dass man fast jede Saison  in der Rückrunde deutlich schwächer als in der Vorrunde ist - ganz gleich wie der Trainer heißt.

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