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Eintracht Frankfurt: Auch Meier bleibt dabei: Die SGE kommt nicht unter die ersten Sechs

Nach dem Sensationssieg gegen Dortmund ist die Euphorie in Frankfurt groß: Viele Fans träumen vom Europapokal. Die Presse fragt: Verweilt die SGE jetzt erst mal in der Riege der Top-Clubs? Alex Meier bleibt erfreulicherweise gelassen.
Lattentreffer von Ousmane Dembele (Borussia Dortmund, 2.v.r.), Aktio Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Lattentreffer von Ousmane Dembele (Borussia Dortmund, 2.v.r.), Aktio
Frankfurt.  Es war Anfang Oktober: Eintracht Frankfurt stand auf dem achten Tabellenplatz. Mit elf Punkten, erkämpft unter anderem gegen die designierten Spitzenmannschaften aus Gelsenkirchen und Leverkusen. Aber gerade erst hatte die Mannschaft von Kovac gegen Freiburg verloren. Trotzdem war die Eintracht überraschend gut in die Spielzeit gestartet. Viel besser als erwartet. Daher herrschte aber eher Staunen, als Euphorie.

Fußball: Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund, 12. Spieltag am 26.11.2016 in der Commerzbank-Arena, Frankfurt/M. (Hessen). Spieler von Frankfurt jubeln nach dem Schlußpfiff vor den Fans. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Ronald Wittek/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Eintracht Frankfurt Kommentar: Ein Meilenstein

Der Sieg gegen Borussia Dortmund könnte sich für die Frankfurter Eintracht als Meilenstein in einer bemerkenswerten Entwicklung erweisen. Ein Kommentar von Sportredakteur Markus Katzenbach.

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In der damaligen Situation klang es also eher nach der erzwungenen Antwort auf eine wagemutige Reporterfrage, als nach strategischer Bescheidenheit, als Alex Meier in der „Frankfurter Rundschau“ sagte: „Auch wenn wir eine gute Saison spielen, werden wir nicht unter die ersten Sechs kommen.“ Ziel für Frankfurt war und ist der Klassenerhalt. Also ein wenig mehr als dreißig Punkte. Das reicht normalerweise.

Jetzt aber sollte doch alles ein wenig anders sein, oder? Die Eintracht hat am Wochenende Borussia Dortmund geschlagen. Borussia Dortmund, mit Erfolgstrainer Thomas Tuchel und einem mit Stars gespickten Kader, rund um Reus und Aubameyang. Und nun finden sich Meier, Abraham & Co. auf Tabellenplatz Vier wieder. Mit jetzt schon vierundzwanzig Punkten auf dem Konto.

 
26.11.2016, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund, emspor , v.l. Alexander Alex Meier (Eintracht Frankfurt) jubeln / jubelt nach Spielende. Frankfurt am Main

26 11 2016 xJHx Football 1 Bundesliga Eintracht Frankfurt Borussia Dortmund emspor v l Alexander Alex Meier Eintracht Frankfurt cheer cheering After Game over Frankfurt at Main
Eintracht Frankfurt Nach BVB-Spiel: Kovac und Bobic loben Meier

Nach der tollen Mannschaftsleistung der Eintracht gegen Dortmund konnte sich einer ein Sonderlob abholen: Alex Meier. Der Kapitän traf diesmal zwar nicht, dafür lobten die SGE-Chefs eine andere Qualität.

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Eintracht Frankfurt: Vom Fast-Absteiger zum Championsleague-Aspirant? Über ganz Frankfurt schwebt inzwischen wie ein Damoklesschwert der Begriff „Internationales Geschäft“. Die einen singen es unbeschwert, die anderen trauen sich kaum, es auszusprechen. Verhalten. Vorsichtig. „Ja, aber…“. Die Erinnerungen an den Absturz 2011, an die letzte, entbehrungsreiche Saison. Aber dann sind da ja auch die Träume von Bordeaux. Und der Wunsch nach dem puren Spaß am Eintracht-Fußball.

Auch viele überregionale Medien haben die Höhenflieger von Eintracht Frankfurt plötzlich für sich entdeckt. Sie kokettieren mit Hoffnung auf den großen Fußball. Die große Story: Der Underdog, der begeistert. Das Fußball-Fachmagazin „kicker“ lässt jetzt online sogar abstimmen: Wo landet Eintracht Frankfurt? Meisterschaft ist gar eine der wählbaren Optionen.

26.11.2016, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund, emspor , v.l. Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt), celebrate the goal, Torjubel zum 2:1 Frankfurt am Main

26 11 2016 xJHx Football 1 Bundesliga Eintracht Frankfurt Borussia Dortmund emspor v l Haris Seferovic Eintracht Frankfurt Celebrate The Goal goal celebration to 2 1 Frankfurt at Main
Eintacht-Kommentar Adlerauge: Effektive Eintracht schlägt den nächsten ...

Verrücktes Spiel mit dem besseren Ende für die Eintracht: In einem Wahnsinnsspiel schlägt die SGE Borussia Dortmund mit 2:1. Ein Kommentar von Sascha Mehr

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Klar ist: Der Trend spricht für die Eintracht. Aber glücklicherweise ist man am Main kein Trendsetter. Entgegen des plötzlichen Rummels, des Eintracht-Hypes, der Fragen, der Schreie nach Erfolg, bleibt man dort betont bescheiden. Trainer Kovac mahnt zur Demut. Er will nicht träumen. „Andere dürfen gerne träumen“, sagte der Eintracht-Erfolgscoach in einem Interview, „ich werde es nicht tun.“ Die Tabelle sei nur eine Momentaufnahme. Stattdessen will er seinen Jungs zeigen, was sie gegen den BVB falsch gemacht haben.

Und Kovac hat seine Truppe gut erzogen. Denn sie stimmen alle in den Bescheidenheitskanon ein: Träumen will auch Chandler nicht. Man habe sich nach unten abgesetzt. Klasse. Nicht verrückt machen lassen, will sich Vallejo. Er weiß: Die Mannschaft lebt von ihrer Bodenständigkeit. Mit 19 Jahren sagt er so etwas. Puh. Und auch der große Chef Bobic sagt nur, dass noch 16 Punkte fehlen. Sicherheit im Abstiegskampf, sozusagen.

Ende November hat  der Kicker noch einmal verhalten nachgefragt: Ob sich Alex Meier nicht korrigieren müsse, weil er gesagt habe, die Eintracht schaffe es nicht unter die Top-Sechs. „Nein“, sagt der SGE-Kapitän im aktuellen "kicker"-Magazin, "Wenn die Top-Klubs ihr Niveau auf den Platz bringen, werden wir nicht Sechster.“ Es müsse schon viel zusammenkommen, damit seine Mannschaft da am Ende mitreinrutsche.

„Nach einem Drittel der Saison darf man sich nicht feiern lassen“, sagt Meier. Man könne glücklich sein über den Start, mehr aber auch nicht. Es klingt fast wie eine Ermahnung: Nicht zu viel Euphorie, bitte. Dieser mannschaftliche Konsens namens „Bescheidenheit“ tut der Eintracht gut. Auch wenn es manchem fast schwerfällt, das im Freudentaumel zu akzeptieren.
 
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