Ausgerechnet Mainz

Die Spiele der Frankfurter bleiben weiterhin ein Spektakel. Dennoch setzte es die erste Heimniederlage der Saison.
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Frankfurt. 

Am Anfang war das große Schweigen, am Ende herrschte tiefe Enttäuschung. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Nachbarschaftstreffen mussten die Überraschungs-Aufsteiger der Frankfurter Eintracht die erste Heimniederlage dieser bislang so erfolgreichen Bundesliga-Saison hinnehmen. Gegen den FSV Mainz 05 verloren sie am Dienstagabend vor 47 800 Zuschauern mit 1:3 (0:2). Andreas Ivanschitz (18. Minute), Shawn Parker (42.) und Nikolce Noveski (52.) hatten die Gäste vom Rhein in Führung gebracht – das Eigentor des Mainzers Adam Szalai (55.) half den ersatzgeschwächten Frankfurtern schließlich auch nicht mehr.

Für sein erstes Besetzungsproblem fand Armin Veh eine überraschende Lösung, freilich aus der Not geboren: Vadim Demidov konnte den verletzten Anderson nicht in der Abwehrzentrale ersetzen, ihn zwickte die Leiste dann doch zu sehr. Stattdessen schenkte der Eintracht-Trainer Marc-Oliver Kempf das Vertrauen. Der 17-Jährige erlebte sein Bundesliga-Debüt so gleich in einer Paarung voller Brisanz. Die zweite große Lücke – die in der Angriffsspitze – füllte Veh wie erwartet: Für den gesperrten Karim Matmour lief der arg formschwache Olivier Occean auf.

Schweigen im Stadion

Allzu viel Atmosphäre konnte in diesem Rhein-Main-Gipfel erst einmal gar nicht aufkommen. Die Fans im Frankfurter Stadtwald schlossen sich dem bundesweiten Protest gegen das geplante neue DFL-Sicherheitskonzept an und schwiegen zwölf Minuten und zwölf Sekunden. Hier und da etwas Beifall, Raunen, vereinzelte Pfiffe und höhnischer Beifall für den Mainzer Torwart Christian Wetklo, der den Ball anfangs immer wieder ins Aus drosch – mehr war im weiten Betonrund nicht zu hören.

Auf dem Rasen war das Geschehen schon in Schwung gekommen. Frankfurt versuchte, das Spiel in den Griff zu kriegen, Mainz hielt dagegen. Takashi Inuis Schuss wurde abgeblockt, und Sekunden später musste auf der Gegenseite Eintracht-Torwart Kevin Trapp sich strecken, um den Schuss von Ivanschitz noch zur Ecke zu lenken (9.). Richtig rund lief es bei der Eintracht nicht. Als der Fanprotest mit lautem Gebrüll zu Ende gegangen war, kassierte Pirmin Schwegler für ein Handspiel seine fünfte Gelbe Karte der Saison, der Kapitän fehlt nun im Auswärtsspiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf.

Und kurz danach ging Mainz in Führung. Ivanschitz setzte bei einem Konter Parker ein, der Carlos Zambrano austanzte und zurück in die Mitte passte, wo Ivanschitz den Ball ins Tor schieben konnte (18.). Die Eintracht wehrte sich gegen diesen Rückstand, doch viele Frankfurter Chancen sprangen gegen die mit Doppelspitze und Mittelfeldraute gut organisierten Gäste nicht heraus. Die beste hatte ein Mainzer: Nicht der schon als doppelter Derby-Eigentorschütze aufgefallene Noveski, sondern Nebenmann Svensson prüfte nach einer Rode-Hereingabe seinen Torwart Wetklo aus nächster Nähe (20.). Was für die Eintracht folgte, war der nächste Stimmungsdämpfer durch einen Mainzer Konter: Parker versetzte Kempf und traf zum 2:0 (42.). Der überraschend aufgebotene Mainzer Stürmer traf gleich nach der Pause die Latte, das dritte FSV-Tor ließ aber auch so nicht lange auf sich warten: Noveski verwertete einen Eckball mit dem Kopf (52.).

Debüt für Kouemaha

Vehs Mannen indes stemmten sich nach Kräften gegen die Niederlage – und als Szalai eine Flanke Inuis ins eigene Tor lenkte, waren sie wieder im Spiel. Fast hätte Stefan Aigner rasch den Anschluss geschafft, als er in Inuis Hereingabe grätschte, Wetklo aber richtig stand (62.). Kurz danach brachte der unermüdliche Rode den Mainzer Torwart mit einem Weitschuss in Schwierigkeiten. Veh hatte da schon längst das Personal gewechselt und in der Offensive rotiert.

Für den erneut schwachen Occean kam Celozzi, Meier rückte in die Spitze, dahinter spielte nun Inui. Später verhalf der Trainer dem lange verletzten Neu-Stürmer Dorge Kouemaha noch zu seinem Debüt. Mainz bremste aber geschickt den zwischenzeitlichen Frankfurter Schwung, viel gelang nicht mehr. Zu allem Überfluss sah der letzte verbliebene Stamm-Innenverteidiger Zambrano noch seine fünfte Gelbe Karte und vergrößerte die Personalsorgen für das Spiel in Düsseldorf.

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28.11.2012
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