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Eintracht Frankfurt: Aymen Barkok: "Es geht immer noch mehr"

Von Beim öffentlichen Training in den Schulferien wurde deutlich, dass der 19-Jährige aus der Frankfurter Nordweststadt gerade bei den jüngeren Eintrachtfans sehr beliebt ist. Er zahlt das mit einem unkomplizierten und herzlichen Umgang zurück - man sieht regelrecht, dass er zwei jüngere Brüder hat. Genau wie man im Training beobachten kann, dass er gewillt ist, sich auch gegen etablierte Konkurrenten durchzusetzen.
<span></span> Foto: Jan Huebner (Jan Huebner)

Hallo Aymen, das war’s also schon wieder mit der Winterpause und der Vorbereitung. Erzählen Sie doch mal von Ägypten! Da war doch was mit Delfinen?

Ja ich war mit zwei Freunden und einem meiner jüngeren Brüder in Ägypten für sechs Tage. Da haben wir eine Safari-Tour gemacht. Einen Tag waren wir Quad fahren, dann Kamel reiten und dann waren wir bei einer Delfin-Show, danach konnte man noch mit den Delfinen schwimmen. Das habe ich gemacht und das war ein richtig tolles Erlebnis. Und dann waren wir noch einen Tag zum Tauchen, das war auch gut.

Und dann ging es gleich nach Spanien. Die Kollegen haben berichtet, Sie wären als extrem trainingsfleißig aufgefallen ...

War es nicht genau so, wie ich vorher hier auch immer trainiert habe? Obwohl: Kann sein, dass ich mich noch mal ein bisschen gesteigert habe in der Sonne – wie alle anderen auch.

Im Dezember ist es für Sie persönlich wieder aufwärts gegangen – Sie kamen nach längerer Wartezeit in allen vier Bundesliga-Spielen zum Einsatz. Wie sehr haben Sie diesen Schub gebraucht?

Sehr, das hat auf jeden Fall gut getan. Wenn man spielt bekommt man mehr Selbstvertrauen, das ist doch für jeden wichtig. Wenn man nicht spielt, ist man ein bisschen geknickt und hat das Selbstvertrauen nicht so. Aber ich bin trotzdem nicht so ein Spieler, der sich hängen lässt, wenn er mal nicht spielt.

Was wurde denn in Spanien hauptsächlich geübt und besprochen? Es ging sicher auch um den Spielaufbau?

Klar, Themen waren der Spielaufbau, das Spiel mit Ball, die Frage was passiert, wenn wir den Ball haben. Also haben wir auch viel mit Ball trainiert und eher weniger Läufe gemacht. Es war also nicht so anstrengend wie man das sonst aus der Vorbereitung kennt oder wie es bei uns letztes Jahr war. Wahrscheinlich auch, weil der Trainer die Umfänge so anpassen musste, dass in Richtung des Freiburg-Spiels alles zusammen passt.

Die Mannschaft wurde in der Hinrunde für ihre Erfolge gelobt und gleichzeitig oft genug für ihre Spielweise kritisiert. Passt das zusammen?

Ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass gefordert wurde, wir sollten schöner spielen und nicht nur kämpfen... was soll, man dazu sagen? Ich finde, wir haben das in den letzten Spielen gar nicht schlecht gemacht, zum Beispiel gegen die Bayern, wo wir viel Ballbesitz hatten. Klar ist: Wir arbeiten weiter daran, uns auch spielerisch zu verbessern.

Die Konkurrenten sagen, wenn man das Spiel machen will oder muss, ist die Eintracht einer der unangenehmsten Gegner in der Bundesliga. Das ist doch ein großes Kompliment?

Auf jeden Fall. Wir sind läuferisch top und kämpferisch auch. Es ist schwer gegen eine Mannschaft wie uns zu spielen, die immer noch mal nach ackert und wo immer noch einer hinterherrennt, auch wenn man schon fünf Meter weg ist. Ich nehme dieses Kompliment gerne an.

Sie, Marc Stendera und Mijat Gacinovic sind Spieler, die für fußballerische Lösungen im Übergangsspiel stehen, auf dem Platz sieht man aber oft die erfahreneren... sagen wir mal: Zerstörertypen. Müssen Sie noch mehr beides können?

Ich denke, ich bin läuferisch schon sehr stark, aber kämpferisch kann ich auf jeden Fall noch zulegen. Es geht immer noch mehr, wie man bei uns auch an den erfahreneren Kollegen sieht, von denen man sich einiges abschauen kann.

Sie haben ihren ersten Sommer als Bundesligaprofi hinter sich und als Sie aus dem Urlaub zurückkamen, haben Sie eine total umgekrempelte Mannschaft vorgefunden...

... zumal ich beim ersten Trainingslager in den USA ja nicht dabei war, weil ich bei der U19-Europameisterschaft gespielt habe. Umso erstaunlicher, dass sich vom Gefühl her eigentlich gar nicht viel verändert hat. Man hat sich schnell mit den neuen Spielern verstanden, wir sind auf jeden Fall einen lustige und verschworene Truppe.

Welche Neuzugänge prägen die Mannschaft besonders?

Kevin-Prince Boateng mit seiner Erfahrung, keine Frage. Ich finde auch Simon Falette ist auf jeden Fall eine große Bereicherung. Und natürlich Gelson Fernandez mit seiner Aggressivität, da lernt man auch dazu und hält im Training auf jeden Fall dagegen, wenn man weiß, dass es gleich eklig wird und wehtun kann.

Der Konkurrenzkampf ist hart, Zusammenhalt aber wichtig. Wie geht das zusammen?

Als erstes verlieren wir mal als Team und gewinnen als Team. Man freut sich vor allem, wenn die Mannschaft gewinnt, das steht im Vordergrund. Aber trotzdem gibt natürlich jeder Gas im Training und will spielen. Wenn es nicht klappt, muss man es halt nächste Woche wieder versuchen. So ist das nun einmal beim Fußball.

Sportdirektor Bruno Hübner wurde mehrfach gefragt, ob man Sie und andere nicht in die Zweite Liga ausleihen wolle, damit Sie dort Spielpraxis sammeln können. War das für Sie jemals ein Thema? Auf der Tribüne sitzt ja keiner gerne.

Ich habe das gelesen, aber da war die Sache anscheinend schon wieder erledigt. Ich wurde jedenfalls darauf gar nicht angesprochen vom Verein, nur in einem Interview von einem ihrer Kollegen.

Würden Sie rückblickend sagen, Sie mussten damals erst einmal einiges verarbeiten nach Ihrem Siegtor bei ihrem Bundesliga-Debüt, die ganzen Schulterklopfer und Lobeshymnen?

Als Typ habe ich mich nicht verändert, denke ich. Ich weiß, wer meine ein, zwei Freunde sind und auf wen ich hören kann.

Sieht die Realität als Fußballprofi so aus, wie Sie es sich so vorgestellt haben?

Im Großen und Ganzen schon. Vom Taktischen und Spielerischen ist es schon ein Unterschied in der Bundesliga zu spielen, aber die Gegebenheiten außen herum, sind eigentlich die gleichen wie bei der A-Jugend.

Haben Sie Ziele und Träume über das nächste Spiel und die Saison hinaus?

Ich lasse alles auf mich zukommen, das habe ich schon immer so gemacht. Ich gucke von Woche zu Woche und von Trainingstag zu Trainingstag. Ich weiß, dass man das oft hört, aber bei mir ist es wirklich so.

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