Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Eintracht Frankfurt: „Bad Boy“ Hatira verspricht: “Das wird nie mehr vorkommen“

Von Die Nachrichten von der Rangelei im Hertha-Mannschaftsbus mit Änis Ben-Hatira mittenmang könnte seinen neuen Arbeitgeber theorethisch ins Grübeln bringen. Der Neue also ein „bad boy“? Bei der Eintracht bleiben sie gelassen...
Reumütig zeigte sich Ben-Hatira nach den Rangeleien im Hertha-Mannschaftsbus. Foto: imago sportfotodienst Reumütig zeigte sich Ben-Hatira nach den Rangeleien im Hertha-Mannschaftsbus.
Frankfurt.  Gemeinsam betraten Yanni Regäsel (20) und Änis Ben-Hatira (27) am Dienstagvormittag um kurz vor Elf den Trainingsplatz im Schatten der Arena. Die beiden Neuen der Frankfurter Eintracht, in letzter Minute der winterlichen Transferperiode von Hertha BSC gekommen, waren gleich mitten drin. Hatira durfte beim Trainingsspielchen sogar in der vermeintlichen A-Mannschaft auf links stürmen. Freilich fehlte im ersten Training der Woche Stammspieler Stefan Aigner wegen einer leichten Blessur. 90 Minuten dauerte die erste Übungseinheit mit den Neuen, am Nachmittag dann wurden sie offiziell den Medien vorgestellt. Regäsel saß im braunen „Tarnanzug“ oben auf der Büphne des Presseraums, Hatira im T-Shirt mit der Aufschrift „Bolzplatzkind“.

Sportdirektor Bruno Hübner gab zu, dass er noch am Sonntag davon ausgegangen war, „dass es keine Neuverpflichtungen mehr geben wird“, am Montag aber hätten sich die beiden Fenster geöffnet. „Diese Chancen mussten wir wahrnehmen“, sagte Hübner. Aus Sicht von Trainer Armin Veh sind die Verpflichtungen abseits aller Nebengeräusche „win-win-Situationen.“

Zuvor hatten die Hertha auf ihrer offiziellen Homepage mit der Bestätigung einer Zeitungs-Geschichte aus „Bild“ und „BZ“ etwas Licht in den ebenso überraschenden wie schnellen Wechsel von Hatira gebracht. Demnach war dem Transfer ein Rauswurf bei den Berlinern vorangegangen, nachdem es auf der Rückfahrt vom Spiel bei Werder Bremen am letzten Samstag im Mannschaftsbus zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Hatira, der zum ersten Mal in dieser Saison überhaupt im Kader gestanden hatte, und Mitchell Weiser gekommen sein soll.

Hertha BSC habe auf den „Vorfall“ sofort reagiert und „entsprechende Konsequenzen“ gezogen, hieß in einer Erklärung, „denn Fairness, Anstand, Respekt und Teamgeist gehören bei uns zu den wichtigsten Grundsätzen im Verein“. Die Entscheidung, Ben Hatira abzugeben, hatte Trainer Pal Dardai nach Gesprächen mit den Beteiligten und dem Mannschaftsrat getroffen.

Hatira also ein „bad boy“? Bei der Eintracht bleiben sie gelassen. „Es hat eine Rauferei gegeben, das sollte nicht passieren, aber es passiert halt trotzdem“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner, der über den Vorfall informiert war, „für Änis ist Frankfurt ein Neustart und wir glauben, dass er diese Chance nutzt.“

Der Spieler selbst zeigte sich einsichtig. „Ich habe etwas getan, was nicht in Ordnung war, dafür habe ich mich entschuldigt“, sagte er, „es wird ganz sicher nicht mehr vorkommen.“ Der Quasi-Rauswurf von Berlin erklärt auch, warum die Eintracht Hatira zum „Nulltarif“ bekommen konnte. Eine Ablösesumme wurde nicht fällig, auch das Gehalt des Spielers soll sich in überschaubarem Rahmen bewegen. 

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Wechsel von Regäsel, nur dass in diesem Fall keine disziplinarischen Vorfälle gegeben hat. Der Verteidiger war sich mit der Eintracht schon länger einig, sollte aber eigentlich erst im Sommer kommen. Auch weil der Wunschtransfer von Sebastian Jung zurück aus Wolfsburg, so Hübner „aus finanziellen Gründen ad acta gelegt werden musste.“ Deshalb wurde Regäsels Wechsel aus sportlichen Gründen vorgezogen.

Er habe keine „großen Erwartungen“, sagte der junge Berliner, „ich warte einfach ab, wie es läuft und hoffe, dass es gut läuft.“ Grundsätzlich sei er überzeugt, „dass alles gut wird.“

Der Frankfurter Trainer sieht für beide Spieler durchaus kurzfristige Perspektiven. Hatira schätze er als „fleißigen Spieler mit guter Schnelligkeit und Physis, der auch von außen torgefährlich werden kann.“ Die Vakanzen auf dem linken Flügel seien durch die Verpflichtungen von Szabolcs Huszti und nun Hatira jedenfalls geschlossen. Regäsel habe die Chance, „sich schnell einzugewöhnen“. Und da die Eintracht auf der Position des rechten Verteidigers keinen wirklichen Stammspieler habe, könne es mit einem Platz im Team „auch ganz schnell gehen“.

Nach den Abgängen von David Kinsombi nach Magdeburg und Joel Gerezgiher zum FSV sowie den Verletzungsausfällen von Luc Castaignos, Johannes Flum und Stefan Reinartz sei es wichtig gewesen, den Kader wieder zu ergänzen. „Wir brauchen ja auch beim Training eine gute Qualität“, sagte Veh.
Finanziell wie sportlich bergen beide Transfers keinerlei Risiken. Die aufgewendete Summe für die beiden Neuen soll sich in etwa die Waage halten mit den Einsparungen, die die Eintracht durch die Abgabe von Kinsombi und Gerezgiher gemacht hat.
Bilderstrecke Ben-Hatira: Das ist der neue Eintracht-Stürmer
So soll er bald für die Eintracht jubeln: Der bisherige Berliner Ben-Hatira wechselt überraschend an den Main, um die Sturmreihe der Hessen zu verstärken. In unserer Bilderstrecke werfen wir einen Blick auf die bisherige Karriere sowie die Stärken und Schwächen des 27-jährigen Deutsch-Tunesiers.Der agile Stürmer ist in der Bundesliga seit Jahren bekannt, hat bisher 81 Spiele in der höchsten deutschen Liga absolviert und dabei 13 Tore......erzielt. Ein Ur-Berliner Kind, fiel Ben-Hatira als junger, Ball jonglierender Straßenkicker den Talentscouts der Reinickendorfer Füchse auf, bevor er 1999 zur Hertha-Jugend stieß. Nach einer Zwischenstation bei Tennis Borussia Berlin holte ihn der Hamburger SV im Jahr 2006...

Bilderstrecke Seferovics Vorgänger: Das sind die Bad Boys der Eintracht
Haris Seferovic <br /><br />

Er ist der aktuelle Bad Boy der Eintracht. Armin Veh ist mit Seferovic nicht zufrieden, hat ihm nach dessen Auswechslung im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg „Egotrips“ vorgeworfen. Seferovic hatte bockig reagiert, auch abfällige Gesten soll es gegeben haben.Nach dem Wolfsburg-Spiel knöpfte sich der Trainer Seferovic vor: „Ich schütze meine Spieler immer, auch wenn sie schlecht spielen“, sagte Veh, „aber ich habe Schnauze voll von seinen Egotrips.“Marco Russ<br /><br />
Der defensive Mittelfeldspieler fiel schon durch mehrere kleine und große Skandale auf. Im letzten Jahr hatte er vor Gericht eine falsche eidesstattliche Versicherung vorgelegt. Er musste dafür 160.000 Euro bezahlen.

 
Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse