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Eintracht Frankfurt: Bamba Anderson: Der vergessene Profi

Von Im offiziellen Eintracht-Magazin taucht Bamba Anderson schon gar nicht mehr auf, seit seiner Knie-Operation im Mai 2015 fehlt er. Wie aber geht es weiter? Die Eintracht will jetzt Klarheit.
Eine Weile her: Bamba Anderson (links) im Mai 2015 bei seinem bislang letzten Eintracht-Spiel, mit dem damaligen Trainer Thomas Schaaf. Foto: Heiko Rhode Eine Weile her: Bamba Anderson (links) im Mai 2015 bei seinem bislang letzten Eintracht-Spiel, mit dem damaligen Trainer Thomas Schaaf.
Frankfurt. 

30 Spieler stehen bei der Frankfurter Eintracht unter Vertrag. Genau diese 30 sind auch abgebildet im offiziellen Magazin, das jeweils zu den Heimspielen erscheint. 30 also, doch diese Zahl stimmt nicht. Denn einer fehlt, seit mehr als einem Jahr beim Training und deshalb auch auf der Liste. Anderson Soares de Oliveira, genannt Bamba, wird nicht mehr aufgeführt. Nachdem er im Mai 2015 wegen eines Knorpel- und Meniskusschadens am rechten Knie operiert worden ist, ist er in der öffentlichen Wahrnehmung in Vergessenheit geraten. Auf der Internetseite „transfermarkt.de“ heißt es treffend: „Aufbautraining nach Knorpelschaden, Rückkehr unbekannt.“

Nach der Operation hatte Anderson erste Reha-Maßnahmen noch in Frankfurt durchgeführt. Seit fast einem halben Jahr aber ist der Verteidiger in Brasilien, versucht in seiner Heimat noch einmal den Anschluss zu finden. „Mit ihm können wir nicht planen“, hatte der neue Sportvorstand Fredi Bobic im Sommer mit Blick auf diese Saison in der Fußball-Bundesliga gesagt. Daran hat sich nichts geändert. Andersons Vertrag bei der Eintracht läuft noch bis zum Sommer 2018, war erst im Januar 2015 auf Betreiben des damaligen Trainers Thomas Schaaf vorzeitig um drei Jahre verlängert worden.

Zurück nach Deutschland

Wie also geht es weiter im Fall Anderson? „Wir haben ihn gebeten, nach Deutschland zu kommen und sich hier weiter behandeln zu lassen“, sagt der Frankfurter Manager Bruno Hübner. Der Club habe eine „Sorgfaltspflicht“ gegenüber dem Spieler. Deshalb sei es wichtig, dass Ärzte, Physiotherapeuten und Rehatrainer sich den „Kniefall“ genau anschauen. „Darauf basierend können wir entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Hübner.

Russ gesund: „Rückfallgefahr unter drei Prozent“

Es waren dramatische Tage im Mai bei der Frankfurter Eintracht – und diese Nachricht hatte selbst die alles entscheidenden Spiele im Abstiegskampf in den Hintergrund gestellt.

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Das Szenario scheint vorgegeben: Anderson könnte die Sportinvalidität drohen, also das Ende der Karriere. Aber so ganz genau weiß das niemand, der aktuelle Fitnessstand ist unbekannt. Bislang hat es nur telefonische Kontakte nach Brasilien gegeben, zudem hat die Eintracht Gespräche mit Vertretern der Berateragentur „IFM“ geführt. Finanzielle Nachteile haben die Frankfurter keine, das Gehalt des Abwehrspielers, der nach einem Jahr Ausleihgeschäft im Sommer 2012 für eine knappe Million Euro von Borussia Mönchengladbach verpflichtet worden war, wird von der Berufsgenossenschaft bezahlt.

Entscheidung noch 2016

Die sportlich Verantwortlichen wollen dennoch so schnell wie möglich Klarheit. Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung fallen, ob und wie es weitergeht. In Normalform und bester gesundheitlicher Verfassung wäre der 28 Jahre alte Innenverteidiger durchaus eine sinnvolle und leistungsstarke Alternative für die Mannschaft. Anderson hat seit 2011 101 Spiele für die Eintracht bestritten, 30 in der Zweiten Liga, 71 in der Bundesliga, dabei sind ihm zwei Treffer gelungen. Beim Höhenflug vor vier Jahren in Richtung Europa League war einer der Helden und machte bei Trainer Armin Veh fast alle Spiele, wie schon zuvor in der Aufstiegsrunde.

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Am 9. November trainierten die Adler bei winterlichen Temperaturen in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Doch frösteln mussten die Spieler nicht, dafür sorgten aufwärmende Trainingseinheiten: Alexander Meier, Bastian Oczipka und Szabolcs Huszti kamen ins Schwitzen.Hier bereiteten sich die Spieler sich auf Steigerungsläufe mit Belastung vor.David Abraham, Slobodan Medojevic und Omar Mascarell.

Seine letzten Einsätze hatte Bamba Anderson er in der Rückrunde der Saison 2014/15 unter Thomas Schaaf. Zum bislang letzten Mal hat er das schwarz-rote Trikot bei der 0:1-Niederlage am 2. Mai 2015 in Bremen getragen. Eine Woche später wurde er in Heidelberg operiert. Per Facebook meldet er sich immer mal wieder bei seinen Frankfurter Fans, zuletzt am 23. Oktober. Da stellte er ein kleines Video ins Netz, das ihn beim Sprinttraining am Strand zeigte. Aufgegeben also hat Anderson sich nicht.

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