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Eintracht Frankfurt: Barkok wie Bobic - Eintracht-Youngster nach Siegtor «überglücklich»

Bei der Frankfurter Eintracht klappt in dieser Saison einfach alles. Durch das 2:1 in Bremen gehören die Hessen nun zum Verfolgerfeld der Topclubs. Für den Sieg an der Weser sorgte ein 18-Jähriger, der zuvor nur Insidern ein Begriff war.
Aymen Barkok Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Aymen Barkok
Die wichtigste Frage beantwortete Aymen Barkok noch flotter, als er zuvor bei seinem Bundesliga-Debüt getroffen hatte. «Ich bin Frankfurter», sagte der 18 Jahre alte Offensivspieler blitzschnell auf die Frage nach seiner Herkunft. Er habe nur in der Jugend zwei Jahre beim Lokalrivalen Kickers Offenbach gespielt, ansonsten sei er aber ein waschechter Frankfurter Bub. Aufgewachsen in der Nordweststadt, Fußball gespielt bei der SG Praunheim und bei Rot-Weiß Frankfurt und nach dem Intermezzo in Offenbach seit der U16 wieder bei «meinem Heimatverein» Eintracht Frankfurt, wie Barkok am Sonntagabend in den Katakomben des Bremer Weserstadions erzählte.

Die traditionsreiche Arena am Osterdeich wird für immer eine ganz besondere Rolle im Leben des Aymen Barkok spielen, gelang ihm dort beim 2:1-Sieg der Eintracht bei Werder Bremen doch in seinem ersten Bundesliga-Spiel gleich sein erster Treffer. «Ich bin überglücklich. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl», sagte der Deutsche mit marokkanischen Wurzeln.

Bilderstrecke Einzelkritik: So haben sich die Adler gegen Bremen geschlagen
Wie haben die Spieler der Eintracht beim 2:1 (0:1)-Erfolg gegen Bremen abgeschnitten? Sie erfahren es in unserer Einzelkritik.<b>Sonderlob</b><br>Aymen Barkok: Kam überraschend ins Spiel, machte überraschend viele Fehler und erzielte überraschend das Siegtor.<b>Stark</b><br>Alexander Meier: Saß zu Beginn wieder auf der Bank, zeigte aber eine überragende Reaktion. Der Kapitän schoss den Ausgleich, mischte die Bremer Abwehr auf und war „Vater des Erfolgs“.

Eintracht-Coach Niko Kovac, der bereits in der Pressekonferenz am Freitag positiv über den Youngster gesprochen hatte, hatte den Stürmer in der 75. Minute beim Stand von 1:1 für Mijat Gacinovic eingewechselt. Zunächst unterliefen Barkok noch ein paar Stockfehler. «Ich war anfangs sehr nervös», gab der Offensivspieler zu. Doch dann nutzte er in der Schlussminute nach einem Fehler des Bremers Max Kruse die Gunst der Stunde und sorgte mit einem herrlichen Schlenzer ins linke Eck für den Siegtreffer.

«Das hat er klasse gemacht, Hut ab!», sagte Frankfurts Trainer Kovac, der Barkok bei der Einwechslung unter anderem den Vorzug vor dem Schweizer Nationalspieler Haris Seferovic gegeben hatte. Lob gab es auch von Sportdirektor Fredi Bobic: «Das hat er frech gemacht, das ist mir auch mal gelungen», sagte der Europameister von 1996. In der Tat hatte auch Bobic bei seinem Bundesligadebüt 1994 für den VfB Stuttgart nach seiner Einwechslung den 2:1-Siegtreffer gegen den HSV erzielt.

Bilderstrecke Bärenstarke Eintracht besiegt Werder Bremen mit 2:1
Durch einen Treffer kurz vor Schluss von Bundesliga-Debütant Aymen Barkok hat Eintracht Frankfurt am Sonntag, 20. November mit 2:1 (0:1) in Bremen gewonnen. Unsere Bilderstrecke zeigt Impressionen vom Match.Die Eintracht trat von Beginn an mit breiter Brust in Bremen an, erspielte sich mehr Torchance und hatte mehr Ballbesitz als der Gegner. Zählbares......sprang allerdings zunächst nicht heraus. Stattdessen bestrafte in der 38. Minute...

«Das ist etwas ganz Besonderes», sagte Bobic, um dann aber sofort als Mahner aufzutreten. «Das soll er jetzt mitnehmen und ab morgen geht es weiter. Da weiß er, dass er wieder trainieren muss.»

Bobic freute sich nicht nur deshalb über Barkoks Treffer, weil die Eintracht damit ihren sechsten Saisonsieg feierte und nun sogar punktgleich mit dem kommenden Gegner und Tabellendritten Borussia Dortmund ist. Der Sportdirektor wertete Barkoks Erfolgserlebnis auch als Beleg dafür, dass der Club mit seiner Philosophie insgesamt auf einem guten Weg ist. «Das ist auch ein Zeichen für die anderen Jungs am Riederwald», sagte Bobic mit Blick auf die eigene Jugendabteilung.

Sie sehen jetzt, dass es sich lohnt, hart zu arbeiten und das der Weg in den Profikader möglich ist. Barkok, der zuvor bislang nur zwei Mal in der U19 getroffen hatte, hat es ihnen vorgemacht. Erst im Oktober unterschrieb er einen Profivertrag bis 2020. «Ich bedanke mich bei allen Trainern, die mich hierher gebracht haben», sagte er brav.

Bilderstrecke Eintracht skurril: Kuriose Geschichten zur SGE
Die Frankfurter Eintracht schreibt viele verrückte Geschichten. Wir haben uns auf die Suche gemacht und viele kuriose Ereignisse gefunden.Bei Spielen zwischen Frankfurt und Offenbach herrscht Alarmstufe Rot. Die Rivalität zwischen den Fans nimmt seit jeher beängstigende Züge an. Während des letzten Bundesliga-Derbys wurden die Anhänger beider Vereine auf der gleichen Tribüne untergebracht. Die Polizei trennte die verfeindeten Fangruppen lediglich mit einem Zaun. Am Ende bewarfen sich die Anhänger beider Vereine aus nächster Nähe mit Dartpfeilen.Horst Hrubesch unterschrieb 1978 einen Vertrag in Frankfurt, hat aber nie den Adler auf der Brust getragen. Der Grund: Hrubesch wollte den Wechsel selbst bekanntgeben. Andernfalls würde er nicht in die Mainmetropole kommen. Das „Kopfball-Ungeheuer“ hörte auf der Rückfahrt mit den Eintracht-Verantwortlichen, die Stillschweigen versprochen hatten, im Radio die Nachricht, dass er käme. Daraufhin wechselte er zum Hamburger Sportverein.
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