Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 29°C

Eintracht Frankfurt: Ben Manga: Der Macher im Hintergrund

Chefscout Ben Manga arbeitet bei der SGE vor allem hinter den Kulissen und steht selten in der Öffentlichkeit. Trotzdem ist er ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Eintracht. Im Gespräch mit der FAZ gab er Einblicke in seine Arbeit.
Foto: imago sportfotodienst
Frankfurt.  Ben Manga ist seit Sommer 2016 Chefscout der Eintracht. Die SGE schaffte es damals, ihn vom HSV abzuwerben und im eigenen Verein zu installieren. Der Ex-Profi hat einen sehr guten Ruf: Er war für den VfB Stuttgart und den HSV vor allem in den Benelux-Ländern und Portugal unterwegs und entdeckte viele interessante Spieler. Unter anderem Filip Kostic, der mittlerweile beim HSV spielt. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Manga jetzt Einblicke in seine Arbeit und das Fußballgeschäft allgemein gegeben.

Was macht ein Scout?

Chefscout Manga hat einen straffen Reiseplan. Er tourt teils wochenlang durch die Welt, besonders Europa und Südamerika, immer auf der Suche nach neuen Talenten. Ihm arbeiten sechs Scouts zu; geben Tipps und schlagen Kandidaten vor, die sich Manga dann selbst anschaut. Pro Woche sieht er sich mindestens fünf Spiele an – ein Fulltime-Job.

Er sei dafür zuständig, dass ein Spieler entdeckt wird, erklärt Manga. Als Scout versuche er, direkt mit Spielern in Kontakt zu kommen. Und ihm dann den Verein Eintracht Frankfurt näherzubringen.

Wichtig für ihn sei etwa, ob der Spieler nur an Geld interessiert ist. Spieler, die nur auf das schnelle Geld aus sind, feilschen und Manga hinhalten, sortiert der Chefscout direkt wieder aus.

Bei seiner Arbeit vertraut Ben Manga auf sein Fachwissen, jahrelange Erfahrung, Instinkt und nicht zuletzt auch sein Bauchgefühl. Er müsse Kleinigkeiten bei Spielern erkennen, die sie von anderen unterscheidet, sagt er. Seiner Meinung nach sieht er einfach mehr als andere: Das sei sein großes Plus. Die Trefferquote, die er und Fredi Bobic im Sommer bei den SGE-Neuzugängen hatten, spricht für die hervorragende Arbeit Mangas.

Manga ist es wichtig, dass Vertrauen zu den Vorgesetzten besteht und ein gutes Teamwork an den Tag gelegt wird. Er könnte nicht akzeptieren, wenn die Eintracht einen Spieler verpflichtet, ohne ihn nach seiner Meinung gefragt zu haben. Mit Fredi Bobic arbeitete er bereits beim VfB Stuttgart zusammen, deshalb war er sich sicher, dass auch die Zusammenarbeit in Frankfurt Früchte tragen wird.

Später gibt  Manga seine Einschätzung dann an die Verantwortlichen der SGE weiter. Bobic, Hübner und Co. entscheiden, ob der Spieler für die Eintracht interessant ist und ob der Kontakt zu ihm, seinem Verein und seinem Berater hergestellt wird. Damit ist Mangas Aufgabe beendet - an den Verhandlungen nimmt er nicht teil.

Was für Spieler sucht Manga für die Eintracht?

Manga stellt klar: Alternativen hab er immer. Den Verantwortlichen der Adler will er aber nur Spieler mit "gutem" Charakter als Neuzugänge vorschlagen. Das Anforderungsprofil dafür zeigt Frankfurt dieses Jahr deutlich: Man will eine hungrige Mannschaft, die leidenschaftlich spielt. Eine Mannschaft, die ihre Zuschauer von Anfang bis Ende begeistert und mit der sich die Menschen identifizieren können.

Aktuell sucht Manga für die Eintracht vor allem Spielertypen, die jung, hart, schnell und kernig sind. Zur guten Technik muss auch eine ausgeprägte Physis und eine gesunde Einstellung vorhanden sein. Mit Ordonez haben die Adler gerade erst einen Kicker an Land gezogen, der dieser perfekt in dieses Raster passt.

Welche Probleme hat ein SGE-Scout?

Viele Spielerberater sind Manga ein Dorn im Auge, verrät er. Die Berater nämlich, die nur auf ihr eigenes Einkommen achten, ohne Rücksicht auf die Entwicklung ihres Schützlings zu nehmen.

Ein weiteres Problem in seinem Job: Englische Spitzenteams haben teilweise über 60 Scouts in ihrem Team. Die SGE hat nur sieben. Da die Eintracht finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, müssen Manga und sein Team sehr genau suchen, bis sie einen passenden Spieler finden.

Eine schwierige Aufgabe, auch weil Spieler nicht immer zur Eintracht wollen. Zu Real, Chelsea, Barcelona, Manchester und Liverpool will jeder, aber zur Eintracht? Da muss Manga schon gute Überzeugungsarbeit leisten.




 
Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse