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Stürmische Eintracht bezwingt 1964 Dortmunder Borussen: Besser als der Meister

Der Meister ist zu Besuch – für die Eintracht im ersten Bundesliga-Jahr aber kein Problem. Auch am Ende der Saison wird sie vor Borussia Dortmund stehen.
So geht die Eintracht in die erste Bundesliga-Saison, obere Reihe: Huberts, Stein, Lindner, Loy, Landerer, Eigenbrodt, Höfer. Untere Reihe: Helmut Kraus, Solz, Horn, Stinka, Trimhold. Foto: Frank So geht die Eintracht in die erste Bundesliga-Saison, obere Reihe: Huberts, Stein, Lindner, Loy, Landerer, Eigenbrodt, Höfer. Untere Reihe: Helmut Kraus, Solz, Horn, Stinka, Trimhold.

Kein Geringerer als der amtierende Deutsche Meister stellt sich am 22. Februar 1964 im Frankfurter Waldstadion vor, um am 21. Spieltag der ersten Bundesliga-Saison gegen die Eintracht anzutreten. Aktuell sieht es allerdings nicht so aus, als könnten die Borussen aus Dortmund ihren Titel verteidigen, denn sie rangieren als Tabellendritter vier Punkte hinter Spitzenreiter 1. FC Köln. Vor allem auf die Abwehrleistung wird es heute bei der Eintracht ankommen, wollen die Spieler von Trainer Ivica Horvat, der den erkrankten Paul Oßwald vertritt, den Gästen aus Westfalen Paroli bieten und den Punkteabstand von derzeit vier auf zwei verkürzen. Denn mit bislang 56 Treffern verfügen die Borussen über den erfolgreichsten Sturm der Liga. Zum Vergleich: Die Eintracht, aktuell Tabellenneunter, brachte es bislang auf 35 Tore in den Ligapartien. Sorgen bereitet Gästetrainer Hermann Eppenhoff dagegen das Abwehrverhalten seiner Truppe. Mehr als die 41 Gegentreffer haben lediglich die in akuter Abstiegsgefahr befindlichen Mannschaften kassiert.

Das Programm zum Spiel. Bild-Zoom Foto: Eintracht-Archiv
Das Programm zum Spiel.

Unter den 40 000 Zuschauern befindet sich heute auch eine Delegation aus Prag – VTJ Dukla ist der nächste Dortmunder Gegner im Europapokal, nachdem der amtierende Deutsche Meister sich in der vergangenen Spielrunde gegen Benfica Lissabon hatte durchsetzen können. Diese Besuchergruppe kann sich zunächst einmal darüber freuen, dass ihr nächster Gegner nicht Frankfurt heißt, denn die Eintracht zeigt sich in guter Form und hat in diesem Duell die Borussen von Beginn an voll im Griff. Lindner und Stinka decken als Außenläufer konsequent, Lutz und Höfer gewinnen in der Abwehr jeden Zweikampf, lediglich Eigenbrodt hat mit dem schnellen Linksaußen Emmerich einige Probleme. So hat Eintracht-Torhüter Loy wenig Aufregung in seinem Strafraum und kann sich bei strahlendem Sonnenschein ein paar ruhige Momente gönnen. Sein Gegenüber aber, Borussen-Torwart Hans Tilkowski, steht vom Anpfiff weg im Mittelpunkt des Geschehens. Alfred Horn schießt mehrfach gefährlich aus dem Hinterhalt, Solz schickt Flanken in des Gegners Strafraum, und Erwin Stein versucht aus jeder Lage zu schießen, er wird aber zunächst mehrfach von der Dortmunder Verteidigung abgeblockt.

Ein gefühlvoller Heber

Ohne dass die Westfalen auch nur einmal das Eintracht-Tor in Bedrängnis bringen können, läuft die Begegnung so recht einseitig immer wieder in die gleiche Richtung – auf den Dortmunder Strafraum zu. Überraschend ist lediglich, dass es bis zur 25. Minute dauert, bis die Eintracht die hochverdiente Führung herausschießt: Nach einem von Borussenverteidiger Redder zu kurz abgewehrten Ball erwischt Huberts in der linken Strafraumhälfte das Leder, zieht ohne zu zögern ab und trifft mit seinem Schuss den herausstürzenden Tilkowski. Dieser liegt noch auf dem Boden, als Huberts den Abpraller wieder vor die Füße bekommt und es nun erfolgreich mit einem gefühlvollen Heber probiert, der sich zur Führung für die Hausherren ins Netz senkt.

Torschütze Wilhelm Huberts, einer von nur vier Legionären und der erste Österreicher beim Bundesliga-Start, besitzt ein Sportgeschäft in Frankfurt. Bild-Zoom Foto: Frank
Torschütze Wilhelm Huberts, einer von nur vier Legionären und der erste Österreicher beim Bundesliga-Start, besitzt ein Sportgeschäft in Frankfurt.

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