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Eintracht Frankfurt: Bleibt Vallejo länger? Erste Gespräche mit Real

Eintracht Frankfurt und die Zukunft ihrer ausgeliehenen Spieler: Sportvorstand Fredi Bobic lotet bereits aus, wer aus dem Leih-Quintett länger in Frankfurt bleiben könnte.
Immer obenauf: Jesus Vallejo, hier beim Sieg gegen den 1. FC Köln. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Immer obenauf: Jesus Vallejo, hier beim Sieg gegen den 1. FC Köln.
Frankfurt. 

Unter anderem mit fünf Leihspielern hat die Frankfurter Eintracht im Sommer die Runderneuerung der Mannschaft vorangetrieben. Bislang hat sich dieser Teil des Geschäftsmodells als gewinnbringend erwiesen. Freilich kommt die Probe aufs Exempel dann im nächsten Sommer, wenn feststeht, ob der eine oder andere weiter den Kader verstärken wird oder ob wieder ein größerer Umbruch bevorsteht.

Denn die „Ausgeliehenen“ haben schon Spuren hinterlassen. Jesus Vallejo (Real Madrid) ist das leuchtende Beispiel, ein Spieler der trotz seiner erst 19 Jahre schon internationales Format aufweist. Aber auch der Kroate Ante Rebic (AC Florenz), der Uruguayer Guillermo Varela (Manchester United), der Schweizer Shani Tarashaj (FC Everton) und der Jamaikaner Michael Hector (FC Chelsea) haben ihre Qualitäten schon angedeutet. Ob sie länger als eine Saison bleiben sollen oder dürfen? „Wir sind im ständigen Austausch mit den jeweiligen Vereinen“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic, „aber es ist erst Spätherbst, also viel zu früh für Tendenzen oder gar Entscheidungen.“

Zumal die Bedingungen der Leihverträge sehr unterschiedlich sind. Bei Rebic sitzen die Frankfurter am längeren Hebel. „Eine Option legt fest, wie wir Ante weiter an uns binden können“, sagt Bobic. Dass der kroatische Nationalspieler gerade in einem Interview seine Bereitschaft zur Fortsetzung der Zusammenarbeit bekundet hat („Ich fühle mich sehr wohl und würde gerne bleiben“) hat der Frankfurter Fußball-Boss mit Wohlwollen aufgenommen. „Es ist sicher positiv, wenn er sich wohlfühlt“, sagt Bobic, „aber das darf nicht zu einer Oase werden.“ Die Eintracht weiß um die Qualitäten des Flügelstürmers, würden sie aber gerne öfter sehen. „Ante muss jetzt weiter Gas geben“, fordert der Sportvorstand und hofft, dass Rebic in Zukunft nicht mehr von so „vielen kleinen Wehwehchen geplagt wird.“ Denn diese haben bislang den Weg zur Stammkraft versperrt.

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Das ist bei Vallejo anders. Der Spanier ist die Überraschung der Saison, hochgelobt von allen Seiten. „Er wird sicher Karriere machen“, sagt Trainer Niko Kovac. Möglich, dass Real den „Rohdiamanten“, der ihnen fünf Millionen Euro Ablöse an Real Saragossa wert war, im nächsten Sommer zurückholen wird. Möglich aber auch, dass die Eintracht ihn ein weiteres Jahr behalten kann. Manager Bruno Hübner sieht dafür eine „realistische Chance.“ Bobic hat bereits Gespräche mit dem Generalsekretär von Real, Jose Angel Sanchez, über die Zukunft von Vallejo geführt. „Real hat das Hoheitsrecht“, stellt Bobic klar und will nicht „weiter spekulieren“.

Die großen Clubs seien sehr genau informiert, was „ihre“ Spieler so leisten in Frankfurt. „Die kümmern sich intensiv darum“, sagt Bobic. Bei vielen Spielen würden Beauftragte von Real, von Manchester, Chelsea oder Everton auf den Tribünen sitzen und beobachten, „wie sich die Jungs entwickeln“. Bislang habe es durchgehend positive Rückmeldungen gegeben. „Wir reden miteinander, wir geben unsere Erfahrungen mit den Spielern weiter“, beschreibt Bobic die Zusammenarbeit, „und manchmal gibt es auch Instruktionen, was man noch besser machen kann.“

Natürlich muss die Eintracht, respektive Trainer Niko Kovac, auch selbst beurteilen, wer ihr weiterhilft und wer nicht. Bei Guillermo Varela, der sich am zweiten Spieltag in Darmstadt schwer verletzt hat, muss die Einschätzung aufs neue Jahr verschoben werden. „Wir gehen davon aus, dass er im Trainingslager wieder dabei ist“, sagt Bobic. Der Rechtsverteidiger soll in Konkurrenz zu Timothy Chandler treten. Auch bei Shani Tarashaj ist die Entwicklung noch nicht abzusehen. Der Schweizer hat bei allen guten Ansätzen aber schon zu oft wegen Verletzungen oder Krankheiten gefehlt. Aktuell pausiert er nach einer Mandeloperation.

Und da ist ja noch Michael Hector, der mit zwei Platzverweisen in seinen ersten beiden Spielen einen denkbar schlechten Einstand hatte. Bobic ist aber trotzdem „nicht unzufrieden“. In den bisherigen Einsätzen habe Hector gezeigt, „dass wir uns auf ihn verlassen können.“ Dass der Jamaikaner zuletzt gegen den FSV keine gute Figur abgab, will er nicht überbewerten. Diese Freundschaftsspiele würden ihn „nicht wirklich interessieren“, gibt Bobic zu. Als ehemaliger Profi wisse er um die Problematik solcher Spiele. „Für die, die daheimgeblieben sind, ist das nicht einfach“, sagt er, „da müssen wir mal ein bisschen runterschalten.“

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