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Eintracht Frankfurt: Bruno Hübner: "Am Ende gewinnen immer die Argumente"

Bruno Hübner ist seit bald sieben Jahren Manager der Frankfurter Eintracht. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt spricht er über Personalfragen und Formen der Zusammenarbeit und erklärt, warum ihn Armin Vehs Entlassung so geschmerzt hat.
Immer im Austausch: Eintracht-Manager Bruno Hübner (von rechts) mit Trainer Niko Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic. Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Immer im Austausch: Eintracht-Manager Bruno Hübner (von rechts) mit Trainer Niko Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic.

2016 hieß es, der Manager Bruno Hübner habe unter dem neuen Sportvorstand Bobic keine Zukunft. Jetzt arbeiten sie seit zwei Jahren zusammen. Wie hat sich das entwickelt? Haben Sie Entscheidungsbefugnisse?

BRUNO HÜBNER: Ich hatte nie das Gefühl, die Position wäre nicht mehr gewollt. Unsere Gespräche waren von Anfang an konstruktiv. Wir ergänzen uns da wirklich gut. Wir sind regelmäßig zusammen und entscheiden, wer welches Thema angeht. Und wer es annimmt, setzt es dann um. Wir sind alle Teamplayer, die Zusammenarbeit macht richtig Spaß. Natürlich – hat zum Schluss Fredi den Hut auf. Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich in meinen Möglichkeiten eingegrenzt bin. Das Ganze hat bei uns so viel Drive und Power, weil wir etwas gemeinsam bewegen wollen. Ich bringe Ideen mit ein und die werden diskutiert. Am Ende gewinnen immer die Argumente, Eitelkeiten gibt es bei uns nicht.

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Fast täglich gibt es Meldungen um Spielerab- oder -zugänge, Beispiele Hradecky, Pollersbeck, auch um Trainer Kovac geht es. Wie geht die Sportliche Leitung in der Praxis damit um?

HÜBNER: Wir sitzen täglich zusammen. Es gibt jeden Morgen im Trainerzimmer eine Sitzung und ich gehe jeden Morgen in Fredis Büro, ohne dass dies zeitlich genau festgelegt wird. Über die ganz wichtigen Themen tauschen wir uns gleich aus. Alles andere arbeiten wir in Ruhe ab. Wir sind sehr früh am Tag auf einem guten Kenntnisstand. Ich bin ja auch nachtaktiv und lese viel im Internet, bevor es morgens in der Zeitung steht.

Wie aufregend ist es, auf der Bank zu sitzen? Armin Veh hat mal gesagt, sie müssten ruhiger werden. Sind Sie ruhiger geworden? Und gibt es feste Plätze auf der Eintracht-Bank?

HÜBNER: Na klar bin ich ruhiger geworden. Das hängt natürlich auch mit dem guten Auftreten der Mannschaft zusammen, das vermittelt Sicherheit. Ich versuche mitzuhelfen und zeige auf der Bank Emotionen. Mit der Erfahrung kommt die Erkenntnis dazu, dass es in der Regel konstruktiver ist, wenn man in der Halbzeit oder nach dem Spiel seine Gedanken formuliert. Das habe ich in den sieben Jahren auf der Bank gelernt. Bei uns gibt es eine feste Sitzordnung, Cheftrainer, die Assistenten, Moppes Petz und ich, dann Rainer Falkenhain, die Ärzte und Physios. Besonders mit den Co-Trainern tausche ich mich aus. Na ja, und Niko kann das Spiel ja selbst gut lesen.“

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Wie verhalten Sie sich in der Halbzeit? Schweigen Sie oder reden Sie in der Kabine?

HÜBNER: Oft muss ich Fernseh-Interviews geben. Wenn ich drin bin, machen wir in der Trainerkabine zunächst eine Analyse der ersten Halbzeit, schauen uns ein paar Videos an. Und dann hat nur noch einer das Wort, das ist der Cheftrainer. Ich beobachte dann die Reaktionen der Mannschaft. Natürlich muntere ich auch mal Spieler auf, nehme den einen oder anderen in den Arm, spreche ihm Mut zu.

Und nach dem Spiel?

HÜBNER: Da treffen wir uns wieder im Trainerzimmer, dann auch mit Fredi Bobic, und lassen alles Revue passieren. Und bewerten das Spiel gemeinsam, auch wie wir es nach außen vertreten. Das ist sehr professionell.

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Wie haben Sie sich im Amt verändert? Was macht die Erfahrung bei einem Manager aus?

HÜBNER: Das hängt immer an der jeweiligen Persönlichkeit. Meine Stärke ist die Emotion, die lasse ich auch mal raus. Da will ich mich auch nicht verändern. Es gibt Erfahrungswerte in diesem Beruf. Zum Beispiel, dass man nicht glaubt, man muss einen Transfer von heute auf morgen abschließen. Transfers müssen reifen und zu Ende gedacht werden. Es kommt auf Kontinuität an. Die Gesprächspartner spüren, dass bei Eintracht Frankfurt die sportliche Abteilung eine feste Konstante ist. Wir treten immer als Einheit auf.

Bilderstrecke Gerüchteküche: Wer verstärkt und wer verlässt die SGE?
<b>Rick van Drongelen</b>
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Laut "Hamburger Morgenpost" hat die Eintracht bei der Suche nach einem Innenverteidiger ein Auge auf Rick van Drongelen vom HSV geworfen. Die SGE soll sich auch schon bei seinem Berater über einen möglichen Wechsel erkundigt haben. Der Niederländer ist einer der wenigen Hamburger, die in der laufenden Saison ansprechende Leistungen zeigen. Van Drongelen ist erst 19 und hat noch enormes Entwicklungspotenzial. Er dürfte allerdings nicht ganz billig werden. (Stand: 21.03.2018)<b>Frederik Rönnow</b>
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Die Eintracht braucht einen Nachfolger für Lukas Hradecky. Am 12. April verkündeten die Frankfurter, dass sie den dänischen Nationaltorwart Frederik Rönnow bis 2022 unter Vertrag genommen haben. Rönnow kommt von Bröndby Kopenhagen und damit vom Verein, von dem auch Hradecky schon zur SGE wechselte. (Stand: 12.4.2018)<b>Branimir Hrgota</b>
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Der Schwede kann nicht zufrieden sein mit seiner Einsatzzeit bei der Eintracht. Sein Ziel, die WM in diesem Jahr, gerät ohne Spielpraxis in Gefahr. Laut Frankfurter Rundschau hat der IFK Göteborg sein Interesse an einer Verpflichtung Hrgotas angemeldet. In Schweden hat das Transferfenster noch geöffnet bis Anfang April. (Stand: 27.02.2018)

Sie haben bei der Eintracht gute und schlechte Zeiten erlebt. Sind das jetzt die schönsten? Und was waren die schwersten Momente?

HÜBNER: Der Aufstieg war klasse. Das erste Jahr Bundesliga mit den 51 Punkten auch, dann der europäische Wettbewerb. Und die letzten beiden Jahre machen sowieso viel Spaß. Das waren schöne Zeiten. Nicht so schön war die Erfahrung im Abstiegskampf, auch die schief gegangene Rückholaktion mit Armin Veh. Da hat man gemerkt, wie schnell die Menschen sich verändern, wie schnell sie vergessen. Die Veh-Entlassung war schwer, weil ich es teilweise auch als ungerecht empfunden habe. Auch wenn wir sicher keinen guten Fußball gespielt haben. In dieser Saison ist einfach vieles schief gelaufen. Das hat schon mit der Erwartungshaltung begonnen, weil alle gedacht haben, Armin legt die Hand auf und es läuft. Es hat mir weh getan, weil er viel für uns geleistet hat.

Was passiert jetzt im Eintracht-Tor?

HÜBNER: Gute Frage. Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir es uns gut vorstellen können, mit Lukas Hradecky zu verlängern. Leider hat es bis heute nicht geklappt und ich glaube auch immer noch, dass es schwer wird. Aber wir bleiben im Dialog und werden es weiter versuchen. Aber wir haben auch andere Ideen im Kopf, die wir verfolgen.

Klare Vorstellungen: Seit nun zwei Jahren gibt Niko Kovac bei der Eintracht die Richtung vor – und das sehr erfolgreich.
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Muss da nicht eine Entscheidung herbeigeführt werden? Oder ist sie schon gefallen und wird nur der Öffentlichkeit vorenthalten?

HÜBNER: Nein, da wird nichts vorgespielt. Lukas signalisiert deutlich und glaubwürdig, dass er noch keine Entscheidung getroffen hat. Es ist unsere Aufgabe, bis zu einem gewissen Zeitpunkt eine Entscheidung herbeizuführen. Es kann ja nicht sein, dass wir bis zum Schluss auf Lukas warten und er dann Nein sagt und uns gehen die Optionen verloren. Wir müssen parallel planen und irgendwann sagen, schade, es ist leider nicht zustande gekommen. Das würde ich aber nicht begrüßen.

Zum Thema Omar Mascarell. Im Grunde hat ja keiner erwartet, dass er sich so entwickelt, dass Real ihn tatsächlich zurückholen könnte. Hat die Eintracht da schlecht verhandelt?

HÜBNER: Ich denke, wir haben gut verhandelt. Es ist ja schon eine Leistung, einen Spieler von Real hierher zu holen. Wenn er wirklich geht, hat er uns zwei Jahre geholfen und wir erzielen noch einen finanziellen Gewinn. Zudem wird die Partnerschaft mit einem großen Verein ausgebaut. Da bekommt man einen ganz anderen Stellenwert. Ich finde, es ist eine Win-Win-Situation. Nach wie vor kann Omar sich auch vorstellen, hier zu bleiben. Wenn es mit Real nichts wird, sind wir guter Dinge, dass wir vorzeitig verlängern können.

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Braucht die Eintracht für Europa einen noch breiteren Kader?

HÜBNER: Wir haben einiges gelernt aus unserem letzten Auftritt in der Europa League. Wir haben für diesen Fall eine klare Kadergröße im Kopf, dazu noch ein, zwei junge Spieler. Wir müssten schon schauen, dass wir die Qualität haben, diesen Wettbewerb so zu bestreiten, dass es dem deutschen Fußball und auch unseren Ansprüchen gerecht werden würde.

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