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Eintracht Frankfurt: Bruno Hübner will Kovac bis Saisonende behalten

Von Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner hält an Trainer Niko Kovac fest. Beim Heimspiel gegen den HSV soll sich die Mannschaft rehabilitieren.
Noch verfolgen sie dasselbe Ziel: Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner (links) und Trainer Niko Kovac. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Noch verfolgen sie dasselbe Ziel: Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner (links) und Trainer Niko Kovac.
Frankfurt. 

Bruno Hübner verfügt über ein gewinnendes Lächeln. Er setzt es auch oft und gerne ein. Aber seit gut drei Wochen hat der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht ein Problem. Hübners Lächeln passt nur noch bedingt zur Situation bei dem Fußball-Bundesligisten: Die Eintracht kann zwar immer noch viel gewinnen. Aber noch viel mehr droht dem Club, dass er alles, was er sich während der vergangenen Monate aufgebaut hat, verspielt.

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Noch schlimmer: Die Stimmung unter vielen Fans ist total vergiftet. Trainer Niko Kovac wird seit der verunglückten Bekanntgabe seines Wechsels zu Bayern München vom eigenen Anhang ausgepfiffen und im Internet offen angefeindet. Und jetzt erreicht das ohnehin schon brodelnde Szenario seinen Siedepunkt: Am Samstag gastiert beim letzten Heimspiel der Saison der Hamburger SV im Frankfurter Stadtwald.

Für die Eintracht zählt nur ein Sieg, will sie ihre Europa-League-Ambitionen wahren. Der HSV wiederum kämpft ums Überleben und das Erreichen des Relegationsplatzes. Die Frankfurter haben die letzten drei Liga-Spiele deutlich verloren und sind dabei phasenweise regelrecht eingebrochen. Sollte das auch am Samstag passieren, droht die Explosion. Im Internet wird bereits über einen Platzsturm als Reaktion auf einen weiteren blutleeren Auftritt phantasiert.

„Mannschaft sehr einsichtig“

Und Bruno Hübner? „Ich mache mir keine Sorgen“, sagt der Sportdirektor. Am Sonntagmorgen habe die gesamte sportliche Leitung der Eintracht den peinlichen Auftritt von München in aller Deutlichkeit mit dem Team besprochen. „Du kannst unglücklich verlieren, aber die Art und Weise gegen Bayern war nicht okay. Und da sind unsere Fans total sensibel. Und zwar zu Recht“, meinte Hübner gestern. Und weiter: „Wir haben unseren Frust abgelassen, die Mannschaft war sehr einsichtig. Sie wollen es auch selbst klären. Unsere Aufgabe für die letzten drei Spiele ist es, anders aufzutreten. Wir müssen wieder mehr Kompaktheit, Gier und Leidenschaft zeigen. Einfach unangenehm spielen, wie die anderen Mannschaften früher immer gesagt haben.“

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Aber geht das so einfach, wenn das Gift des Verlustes der Autorität des Trainers durch die Mannschaft schleicht? Schließlich predigte Niko Kovac wochenlang die ausschließliche Fokussierung der Mannschaft auf die hohen sportlichen Ziele, während er selbst seine persönlichen Ziele verfolgte.

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Die Hoffnung auf eine sportliche Verbesserung liegt bei der Frankfurter Eintracht auf den Rückkehrern. Und schon beim Training vor dem wichtigen Spiel am Samstag gegen den HSV konnte Trainer Niko Kovac ein wenig durchatmen.

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„Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und seinem Weggang“, sagt Bruno Hübner: „Der Trainer erreicht die Mannschaft, deswegen ist das für uns kein Thema.“ Der Sportdirektor erinnert an Kovacs Erfolgsbilanz. Die Mannschaft habe sich mit Platz sieben, der Chance auf Europa und dem Erreichen des Pokalfinales eine „Top-Ausgangsposition“ erarbeitet, die gefühlt beste der letzten 20 Jahre: „Als Verantwortliche dürfen wir uns nicht als Fans zeigen, sondern müssen klare Gedanken fassen. Eine Trennung von Niko war nie ein Thema.“ Selbst nach einer Niederlage gegen den HSV bliebe der Trainer im Amt. „Auch die Mannschaft hält zu ihm und gönnt ihm, dass er nach München geht“, sagt Hübner.

Und dort hat Niko Kovac schon richtig gute Kontakte geknüpft. Dass er sich nach der Niederlage am vergangenen Samstag vom Bayern-Cheffahrer zu seiner Familie nach Salzburg chauffieren ließ, wurde in der Öffentlichkeit fast so heiß diskutiert wie die sportliche Pleite. Die Aktion war zwar mit der Eintracht-Führung abgesprochen. Hübner hat dazu aber eine eindeutige Meinung: „Das war naiv, da muss er noch lernen. Aber er ist ja noch ein junger Trainer.“ Doch noch eine kleine Spitze gegen den abtrünnigen Angestellten. Aber begleitet von einem gewinnenden Lächeln.

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