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Eintracht vs. Bremen: Bruno Pezzey: Der Hüne mit den schwarzen Locken

Von Nach dem deutschen Desaster von Córdoba war er nach Frankfurt gekommen. Für fünf Spielzeiten trug Bruno Pezzey das Trikot der SG Eintracht, danach ging der 84-fache österreichische Nationalspieler zum SV Werder. Pezzey prägte nicht nur beide Clubs, sondern auch die Bundesliga.
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0:2 hatte die Frankfurter Eintracht nach einer Stunde zurückgelegen, in der Endphase noch egalisiert, ehe ein gewisser Wolfgang Schüler eine Minute vor dem finalen Pfiff das dritte Tor für die Karlsruher markierte. Knockout für die SGE? Mitnichten! Eckball, Bruno Pezzey steigt am Fünfmeterraum in die Höhe und köpft ein – 16 000 im Waldstadion können ihr Glück kaum fassen.

So ist der Hüne mit den schwarzen Locken in Erinnerung geblieben, der 1994 am Silvestertag bei einem Eishockeyspiel einen Herzinfarkt erlitten hatte und im Alter von 39 Jahren verstarb. Bruno Pezzey war elementarer Bestandteil der Frankfurter Mannschaft, die ihre fußballerische Klasse binnen zwei Spielzeiten auch in zwei unterschiedliche Titel ummünzen konnte – das ist einmalig in der Geschichte des Traditionsvereins.

Nicht erst seit der Weltmeisterschaft 1978 und dem 3:2 Österreichs über die deutsche Auswahl stand Pezzey in den Notizblöckchen von Bundesliga-Clubs. Der Vorarlberger entschied sich zu einem Wechsel von Wacker Innsbruck zur Eintracht. In den heutigen geldexzessiven Zeiten kaum zu glauben: Nicht mal eine Million Mark kostete der Transfer die Riederwälder. Wegen seiner technischen und strategischen Fähigkeiten verkörperte Bruno Pezzey den Typus moderner Verteidiger. „Ein Weltklassespieler, als Abwehrspieler ein Ästhet am Ball“, hatte Jürgen Grabowski ihn während der Gaucho-WM geadelt.

Davon gab er in Frankfurt reichlich Kostproben. So wie einst an diesem kalten Novembersamstag vor 37 Jahren in der Bundesliga gegen den KSC. Und natürlich in den Knockout-Wettbewerben, die Frankfurter Spezialität: Mit Pezzey gewann die Eintracht 1980 den Uefa-Pokal, hohe Siege über Bayern München waren damals noch möglich. Bruno Pezzey markierte beim 5:1 nach Verlängerung die Treffer eins und zwei. Und ein Jahr später führte der 1,88-Meter-Mann als Libero die Mannschaft aufs Feld, die in Stuttgart gegen den ewigen Südwest-Rivalen 1. FC Kaiserslautern den DFB-Pokal gewann.

Sein großes Ziel, deutscher Meister zu werden, schaffte Pezzey mit der Eintracht allerdings nicht. Und weil im Frankfurter Osten die Kassen selten gefüllt waren, stand ein Wechsel vom Main an die Weser zu Werder Bremen bald nichts mehr im Wege. Aber auch als Abwehrstratege unter Rehhagel blieb der Wunsch, die Schale hochzuhalten, unerfüllt. Werder gehörte zu Pezzeys Zeiten immer zu den Top fünf, doch über zwei „Vize“-Titel kam das stürmische grün-weiße Ensemble nicht hinaus.

1987, nach neun Jahren, beendete der Österreicher sein großes Kapitel Bundesliga und kehrte nach Innsbruck zurück. 141 Partien absolvierte Bruno Pezzey für die Eintracht, 114 kamen im Dress mit der Werder-Raute hinzu. Und 45 Treffer sind für einen Abwehrmann eine erstaunlich hohe Quote.

Auch wenn die jüngeren Fan-Generationen ihn im Frankfurter Stadion nicht zu sehen bekamen: Das Bewusstsein ist groß, was für ein begnadeter Fußballer das Trikot mit dem Adler auf der Brust trug. Am Theater, in der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz, sind die zwölf Säulen der Eintracht verewigt. Auf einer ist Bruno Pezzey zu sehen.

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