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Eintracht Frankfurt: Carlos Salcedo blickt der kommenden Saison zuversichtlich entgegen

In der vergangenen Saison plagte sich Carlos Salcedo mit Verletzungen herum, kämpfte sich aber eindrucksvoll zurück. Der Mexikaner hat nun einen Stammplatz im Visier – und fühlt sich bei der Frankfurter Eintracht pudelwohl.
Carlos Salcedo tauscht sich mit Trainer Adi Hütter (rechts) aus, Dolmetscher Stephane Gödde übersetzt. Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst) Carlos Salcedo tauscht sich mit Trainer Adi Hütter (rechts) aus, Dolmetscher Stephane Gödde übersetzt.
Frankfurt. 

Blondierte Haare, von den Schultern bis zu den Händen volltätowierte Arme, braungebrannter Körper – Carlos Salcedo, und das ist bestimmt nicht übertrieben, würde optisch auch als trällernder Popstar eine gute Figur abgeben. Angehimmelt von kreischenden Teenies, die ausflippen, wenn der Mexikaner die Bühne betritt.

Warum dieses zugegebenermaßen etwas weit hergeholte Hirngespinst, obwohl Salcedo doch Fußballprofi bei der Frankfurter Eintracht ist? Ganz einfach, der 24-Jährige selbst präsentierte in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als einmal seine Gesangskünste. Erst vor laufenden TV-Kameras im Cabrio beim Pokalsiegerkonvoi durch die Frankfurter Innenstadt, dann mit dem Handy aufgenommen im Urlaub in seiner mexikanischen Heimat Guadalajara und nicht zuletzt erst vor zwei Tagen.

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Da schmetterte der beinharte Eintracht-Verteidiger gemeinsam mit Nationalmannschaftskollege und Eintracht-Mitspieler Marco Fabián einige Liedzeilen auf der Rückbank eines Autos und filmte sich dabei selbst. Die Fangemeinde in den Sozialen Netzwerken freute das, wie die Mexikaner da durch Frankfurt rockten. Äußerst unterhaltsam. „Ich bin kein Mensch, der große Pläne schmiedet, sondern eher einer, der gerne in den Tag hineinlebt“, sagte Salcedo.

So locker er abseits des Platzes durch das Leben geht, so konzentriert arbeitet Salcedo auf dem Rasen. Er ist ein Vollprofi, einer, der sich quälen kann, der wie gestern bei Sprintübungen mit an der Hüfte angeleinten Gewichten voranrennt. Und, vom Fußball offenbar nicht genug kriegen kann. Nur zwei Tage nach dem WM-Aus der Mexikaner im Achtelfinale gegen Brasilien legte Salcedo schon einen Zwischenstopp in Frankfurt ein.

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Er schaute beim Training vorbei und führte mit seinem neuen Trainer Adi Hütter ein Gespräch, um sich erst danach in den Heimaturlaub zu verabschieden. „Ich wollte den Trainer unbedingt kennenlernen und mich mit ihm und der Sportlichen Führung austauschen“, sagte Salcedo, der nun auch einen Tag früher als die restlichen WM-Fahrer ins Mannschaftstraining einstieg. „Das war so abgesprochen“, so der Verteidiger. Kein großes Ding also. „Ich habe aber auch die Urlaubstage gebraucht und sie mit der Familie genossen“, so Salcedo ehrlich.

 Gute Erinnerungen an die WM 

Es liegen durchaus anstrengende Tage hinter dem Mann mit der Nummer 13. Nach dem Pokaltriumph in Berlin und der ausgelassenen Feier galt es für den Rechtsfuß, bei El Tri, dem Nationalteam, weiterzuschuften. In Russland war Salcedo im Gegensatz zu Klubkollege Fabián Stammspieler. Er verteidigte auf der rechten Abwehrseite, die er bei der Eintracht in der vergangenen Runde so gut wie nie besetzt hatte. Salcedo: „Die WM war eine schöne Erfahrung, eine gute Motivation für die Zukunft.“

Obwohl es nach der Weltmeisterschaft einige Anfragen von anderen Klubs gab, wird Salcedo künftig weiter für die Eintracht auflaufen. Das machte er gestern deutlich. „Ich habe mich mit meinem Berater über die Anfragen ausgetauscht, aber ich bin vom Kopf her in Frankfurt. Das habe ich ihm auch mitgeteilt. Die Eintracht ist mir ans Herz gewachsen. Meine Gegenwart sehe ich bei der Eintracht, darauf liegt mein Fokus.“ Und die Zukunft?

Immerhin hatte Salcedo gerade erst Mitte Mai seinen Vertrag bei den Hessen bis 2022 verlängert. „Meine Familie und ich, wir sind in Frankfurt sehr zufrieden“, antwortete Salcedo, „gleichwohl weiß man im Fußball, dass immer Dinge passieren können. Aber nochmal: Ich bin glücklich für die Eintracht zu spielen und sehe mich weiter hier.“ Wäre das also geklärt: Salcedo bleibt – zumindest vorerst.

Freilich hat der Mexikaner auch gute Gründe dafür. Egal, ob Trainer Hütter nun eine Dreier- oder Viererkette bevorzugt, Salcedo hat neben Kapitän David Abraham die besten Karten auf einen Stammplatz in der hintersten Reihe. „Ich blicke einer Saison mit vielen Chancen entgegen“, sagte er, „es werden viele Spiele auf uns zukommen, entsprechend müssen wir mit den Kräften haushalten.“ Grundsätzlich habe Salcedo das Ziel, sich oben festzubeißen. „Wir wollen uns in der Spitze etablieren.“ Gemeint ist damit sicher nicht das Titelrennen in der Liga, als Pokalsieger peilt Salcedo aber doch eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte an. Sollte das tatsächlich gelingen, die mexikanische Frohnatur würde es sich sicher nicht nehmen lassen, seine Künste als singender Fußballprofi in die Welt zu senden.

Leihgeschäft mit Souza

Mittelfeldspieler Allan Souza, der seit dem USA-Trainingslager als Testspieler mitmischt, wird für eine Saison vom FC Liverpool ausgeliehen. „Er ist ein technisch versierter und intelligenter Spieler“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner über den 21-Jährigen.

Torhüter Frederik Rönnow stand gestern erstmals auf dem Rasen – allerdings mit eingeschränktem Programm. Der für drei Millionen Euro aus Kopenhagen geholte 25-Jährige ließ sich lediglich leichte Bälle in die Hände schießen. Noch hat Rönnow mit einer leichten Kniereizung zu kämpfen. Ebenfalls nicht topfit ist Nicolai Müller. Er verließ den Platz vorzeitig wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel. Wechselkandidat Ante Rebic weilt als einziger der sieben WM-Fahrer noch im Urlaub, ein konkretes Angebot gibt es für den 24-jährigen Kroaten – Stand Mittwoch – noch immer nicht.

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