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Eintracht Frankfurt: Charlys Blickwinkel: Ein Arbeitssieg muss her!

Charly Körbel (60) ist mit 602 Einsätzen, alle im Eintracht-Trikot, Bundesliga-Rekordspieler. Auch in dieser Saison erklärt er vor jedem Heimspiel die aktuelle Lage aus seiner Sicht.
Kopfsache: Charly Körbel (links) erwehrt sich bei einer Bundesliga-Begegung 1976 dem Berliner Karl-Heinz Granitza. Foto: imago sportfotodienst Kopfsache: Charly Körbel (links) erwehrt sich bei einer Bundesliga-Begegung 1976 dem Berliner Karl-Heinz Granitza.
Frankfurt. 

Schade, dass wir am Mittwoch in Gelsenkirchen verloren haben. Mit einem Sieg wäre der dritte Tabellenplatz drin gewesen. Da hätte man sich erst einmal freigeschwommen, hätte einen schönen Lauf mit fünf Begegnungen ohne Niederlage gehabt. Aber durch das 0:2 steht die Mannschaft nun gegen Hertha BSC Berlin wieder einmal unter Druck. Ein Heimsieg, und alles ist gut. Geht es schief, dann muss man sogar etwas nach unten schauen.

Ich hatte ja Klaus Fischer, den ehemaligen Schalker Torjäger, am Montagabend im „Heimspiel“ des HR getroffen. Der war entsetzt gewesen über das Auftreten seiner Nachfolger beim glücklichen 1:0 in Stuttgart. Und auch ich dachte, die Zeit ist nun reif für den ersten Eintracht-Sieg auf Schalke seit 1999. Gerade in der zweiten Halbzeit hat Armin Vehs Team auch sehr gut gespielt, hatte den Gegner im Griff. Wir standen hinten ganz gut, was ja auch schon der Garant für unser 0:0 in Hamburg gewesen war. Und nach vorne wurden die Schalker Abwehrschwächen aufgezeigt.

Aber auswärts bekommt man halt nicht so viele Chancen, von den wenigen Möglichkeiten muss man unbedingt mindestens eine nutzen. Stefan Aigner, Alex Meier und Makoto Hasebe hatten eigentlich jeweils hundertprozentige. Doch der Ball wollte nicht rein. Und dann kassiert man einen Standard und verliert so ein Ding. Ärgerlich! Aber alle positive Kritik hilft nichts, die Punkte sind weg.

So ist das im Fußball: Schalke liefert zwei „Schrottspiele“ ab und holt sechs Punkte, wir spielen zwei Mal ordentlich und haben nur einen Zähler, statt möglichen vier oder gar sechs. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn Klaas-Jan Huntelaar verdient „Rot“ gesehen hätte nach seinem Frustfoul gegen Aleksandar Ignjovski. Lange Zeit in Überzahl, das hätte uns geholfen.

Trotzdem ist der Tabellenplatz und auch die Punktausbeute in Ordnung. Schließlich hatten wir bisher vier Auswärts- und nur zwei Heimspiele. Was wir übrigens der IAA zu verdanken haben, weil die Tausende von Messebesuchern die Parkplätze brauchten.

Na gut, dann muss eben ein Sieg gegen die Hertha her. Die Berliner, sicher nicht einer unserer Lieblingsgegner, stehen mit zehn Punkten auf Rang fünf derzeit gut da. Sie stehen dort, wo wir stehen könnten. Die „Alte Dame“ ist erstaunlich gut in Schwung, sogar Ibisevic trifft wieder nach seiner ewig langen Flaute. Sie werden es uns nicht so leicht wie die Kölner machen, werden erst mal die Räume eng machen und nicht gleich versuchen, voll nach vorne zu spielen.

Entsprechend darf niemand erneut ein 6:2 erwarten. Die ersten 20 Minuten gegen Köln, das war mit das Beste, was ich von der Eintracht in den vergangenen Jahren gesehen hatte. Wir waren ballsicher, die Chancen wurden richtig gut verwertet, das war fußballerisch toll. Ein solches Niveau kann die Mannschaft aber nicht auf Dauer halten. Klar, Alex Meier hatte ein phänomenales Comeback, die drei Tore haben ihm auch fürs Selbstvertrauen sehr gutgetan. Aber auch er ist am Donnerstag hundemüde gewesen nach dem Schalke-Spiel, musste dann wie elf andere Profis auch noch die IAA besuchen. Ich hoffe, die Jungs sind am Sonntag, am Ende der englischen Woche, wieder fit.

Der Ausfall von Haris Seferovic ist zwar ärgerlich, ist aber zu kompensieren. Stefan Aigner beispielsweise ist frisch, kann rennen und ist ein großer Kämpfer. Und das hatte sich ja schon in Gelsenkirchen gezeigt: Auch ohne Seferovic war das Angriffsspiel in Ordnung. Alex Meier wird aufpassen müssen, dass er nicht zu viel macht, sich nicht eine neue Verletzung einhandelt, wenn er müde ist. Aber er ist alt genug, kennt seinen Körper, kann ihn einschätzen. Glücklicherweise kommt die Hertha erst am Sonntag, da haben alle einen Tag mehr Zeit zur Regeneration.

Und wir haben mit Lukas Hradecky einen wirklich guten neuen Torhüter zwischen den Pfosten. Das hatte kürzlich auch sein Vorgänger Kevin Trapp gemeint. Dem hatte ich nach seinen beiden Patzern nicht nur Mut zugesprochen, sondern ich habe mir erstmals auch ein Champions-League-Spiel von Paris im Fernsehen angeschaut. Ich gebe Kevin recht: Lukas macht einen wirklich guten Job. Das hat man in allen Spielen gesehen, keiner spricht mehr größer von seinem Vorgänger. Im Gegensatz zu Kevin: Sein Herz hängt immer noch an Frankfurt. „Das war für mich eine tolle Zeit“, meinte er. Aber richtig zurücksehnen wird er sich auch nicht, arbeitet er doch nun täglich mit lauter Superstars zusammen.

Wir können uns auf Lukas Hradecky inzwischen verlassen. Auch gegen Berlin. Und wir haben endlich wieder unsere Zuschauer. Diese Unterstützung, das ist der Wahnsinn! Sensationell, dass schon 50 000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt wurden. Bei uns kamen damals 12 000 - wenn es schönes Wetter war.

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