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Eintracht Frankfurt: "Darauf ein Bier": Lukas Hradecky ist in Form

Ohne Lukas Hradecky hätte die Eintracht gegen Bremen wohl verloren. Sein geliebtes Bier hat sich der Schlussmann verdient.
Ein Bier auf den Sieg und das freie Wochenende: Hradecky (von links) mit Boateng und Haller. Ein Bier auf den Sieg und das freie Wochenende: Hradecky (von links) mit Boateng und Haller.
Frankfurt. 

Unter den Berufsfußballern der Frankfurter Eintracht gibt es einige, die regelmäßig Fotos, Videos und wie auch immer geartete Mitteilungen in eigener Sache ins weltweite Netz setzen. Vom Fußballplatz ebenso wie vom Leben abseits der Kreidelinien, und manchmal vermischt sich das, wie bei Lukas Hradecky am späten Freitagabend. Ein Bild von sich in vollem Torwartdress, mit glücklichem Gesicht und jubelnd geballter Faust, stellte der Schlussmann auf die Internetplattform Instagram und schrieb dazu launig auf Englisch: „The feeling when you know you can drink beer all weekend.“

Seine Vorlieben für Kaltgetränke ebenso wie für lockere Sprüche sind bekannt – und das Glücksgefühl, das ganze Wochenende über Bier trinken zu dürfen, theoretisch zumindest, hatte sich der lustige Finne verdient. Zwei ganz freie Tage hatte Trainer Niko Kovac für einen Sieg gegen Werder Bremen versprochen, und für den Montag wurde nur ein lockerer Lauf zu Hause in eigener Regie verordnet. Dass es dazu auch kam, lag nicht zuletzt an Hradecky, der mit vier fantastischen Paraden in der ersten Halbzeit der überragende Spieler war.

„Ein Kompliment an Lukas“ verteilte Kovac: „Ohne ihn wären wir mit einem 1:3 in die Pause gegangen, dann wäre der Drops gelutscht gewesen.“ Das wussten auch die Anhänger, die Hradecky mit Sprechchören feierten, wie eh und je, als hätte es die Verstimmungen des Sommers nicht gegeben – das Theater um die verweigerte Verlängerung seines 2018 auslaufenden Vertrages, den Druck, den die Eintracht erfolglos auf ihn ausgeübt hatte, die Enttäuschung der Fans. In den vereinseigenen Internet-Foren gab es tausende von Einträgen unter dem Motto: „Geh oder unterschreib.“ Hradeckys Verdienste in den ersten beiden Vertragsjahren wurden da offenbar vergessen.

Der Schlussmann selbst blieb immer cool, zumindest äußerlich. In einem Interview mit dieser Zeitung gab er vor einigen Wochen zu, „dass mich das ganz schön belastet hat“. Seinen Leistungen aber war das nicht anzumerken. Der bald 28 Jahre alte Hradecky ist nicht nur auf dem Rasen ein Riese. In der Kabine hat sein Wort Gewicht. Längst ist er ein Gesicht dieser Eintracht. In Interviews pflegt er die Wahrheit zu sagen, nicht mit jenen standardisierten Aussagen, die inzwischen oft üblich sind.

Auch nach dem Bremen-Spiel wurde er deutlich. „Wir haben zwar gut Punkte gesammelt, aber unsere Leistung muss besser werden“, mahnte er. „Wenn wir so weiterspielen, werden wir noch einige Spiele verlieren.“ Die eigene Leistung wollte er nicht besonders hervorheben. Dabei gehört er in der aktuellen Form zu den Besten der Liga. Vor allem bei seiner Spezialität, dem Eins-gegen-Eins, die Bremer Zlatko Junuzovic und Max Kruse können nun ein Lied davon singen. Seine Paraden in solchen direkten Duellen seien „eine Hälfte Reflex, eine Hälfte Glück und eine Hälfte Augen zu“, erklärte er schelmisch.

Ein bisschen Spaß muss eben sein bei Hradecky. „Vielleicht lebt er ja gesünder und trinkt weniger Bier“, sagte er auf die Frage nach der guten Form von Stürmer Ante Rebic lachend, „aber eigentlich kann das nicht sein: Man wird ja besser, wenn man Bier trinkt“. Zumindest bei ihm sei das so. „Ich habe auch schon wieder Durst“, verabschiedete er sich aus der Fragerunde und ließ Taten folgen: Auch Kollege Kevin-Prince Boateng stellte am späten Freitagabend ein Foto ins Internet, aus der Kabine, mit sich selbst, Siegtorschütze Sébastien Haller – und Hradecky, mit einer Flasche Bier im Anschlag. Ob das übers Wochenende so weiterging, ist nicht bekannt, auf die freien Tage freute sich der Torwart aber tatsächlich. Da habe er endlich einmal Zeit für die Familie in Finnland, berichtete Hradecky, der am Samstag in die Heimat flog. Freilich nicht nur zum Biertrinken, sondern auch um am Donnerstag ein Länderspiel in Helsinki gegen Estland zu bestreiten. Die Finnen können sich freuen: Lukas Hradecky ist in Form, in jeder Hinsicht.

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