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Eintracht Frankfurt: Das Abstiegs-Endspiel

Von Niko Kovac, Trainer der Frankfurter Eintracht, wird seine Startelf für das Spiel gegen Hannover kräftig durcheinander wirbeln.
Strecken für den Erfolg: Makoto Hasebe von der Frankfurter Eintracht. Foto: Huebner/Scheiber Strecken für den Erfolg: Makoto Hasebe von der Frankfurter Eintracht.
Frankfurt. 

Niko Kovac ist voller Vorfreude. Das erste Heimspiel mit der Frankfurter Eintracht ist für den neuen Trainer etwas Besonderes. Zumal es am Samstagabend (18.30 Uhr) stattfindet. „Bei Abendspielen ist die Atmosphäre immer anders“, sagt er, „als Spieler habe ich diese Begegnungen geliebt.“

Für die Deutsche-Fußball-Liga und den übertragenden Sender „Sky“ ist die Begegnung Eintracht gegen Hannover 96 das „Topspiel“ des 27. Spieltages, das in viele Länder übertragen wird. Realistisch gesehen ist es das Spiel der beiden aktuell schlechtesten Mannschaften der Liga. So sehen das wohl auch die Zuschauer. Nur 40 500 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt, das ist für Frankfurter Verhältnisse mehr als dürftig und der Bedeutung des Spiels nicht angemessen. Es ist allerdings die Fortsetzungen eines schleichenden Prozesses des Zuschauerrückgangs. Noch weniger Interesse gibt es scheinbar in Hannover, nur ein paar Hundert Anhänger werden die Niedersachsen begleiten.

Bilderstrecke Eintracht vs. Hannover: Faktencheck vor dem Abstiegskrimi
Showdown im Abstiegskampf für die Eintracht: Gegen Hannover 96 am Samstag (Anpfiff: 18.30 Uhr) müssen die Adler dringend drei Punkte einfahren, wenn sie nicht noch tiefer in den Abschiedsstrudel geraten wollen. Ob ein Blick in die Statistik der bisherigen Begegnungen beider Teams Hoffnung macht, verrät unser Fakten-Check.Wie oft standen sich die Eintracht und Hannover bereits gegenüber?<br><br>Insgesamt 53 Mal trafen die beiden Teams aufeinander. Das Foto zeigt den Hannoveraner Klaus Bohnsack im Zweikampf mit Jürgen Grabowski bei der Begegnung im April 1970.Wie sieht die Adler-Bilanz gegen die 96er aus?<br><br>Relativ ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Niedersachsen. Sprich: In 53 Spielen fuhr die Eintracht 16 Siege ein, trennte sich 17 mal Unentschieden und verließ 20 mal als Verlierer den Platz.

In Hannover scheint die Hoffnung auf eine Rettung nur noch minimal, aber auch in Frankfurt fehlt trotz des Trainerwechsels die rechte Aufbruchstimmung. Dabei wird Niko Kovac nicht müde, die Bedeutung der Unterstützung herauszustellen. Er hofft, „dass die Fans von hinten schieben“. Und er ist überzeugt, dass die Spieler viel Unterstützung erfahren werden, wenn sie nur die Grundtugenden einbringen. „Wenn die Zuschauer sehen, dass wir um jeden Zentimeter kämpfen, dann werden sie hinter uns stehen“, glaubt er. Laut Mittelfeldspieler Marc Stendera habe sich die Mannschaft vorgenommen, „den Fans ein gutes Spiel zu zeigen.“ Die Spieler jedenfalls müssen nun endlich einmal in Vorleistung treten, gegen den Tabellenletzten gelten keine Ausreden mehr.

Bilderstrecke Eintracht-Training: Kovac-Brüder trimmen die Adler für Hannover
Carlos Zambrano und Marc Stendera waren mitten drin beim Training am Dienstag. Der große Hoffnungsträger Alex Meier aber war in der Kabine geblieben. Zumindest sein Einsatz ist beim Heimspiel gegen Hannover 96 ist fraglich. Es folgen weitere Bilder vom Training.Trainer Niko Kovac bei seiner Ansprache
Dass beim Gegner der von vielen Eintracht-Profis ungeliebte ehemalige Trainer Thomas Schaaf auf der Bank sitzt, wollen sie ausblenden. „Wir haben ein paar schöne Erinnerungen an die letzte Saison“, sagt Stendera, „aber so ist das Geschäft.“ Mit dem alten Trainer werde er vor dem Spiel sicher nicht reden. Vielleicht sei nach dem Abpfiff Zeit, „ein paar Worte zu wechseln“. Verbissen hat Niko Kovac in den letzten Tagen daran gearbeitet, die Spielweise umzustellen. Zwar wird die Eintracht weiter im gewohnten System (4-2-3-1) antreten, aber vieles soll dann doch anders aussehen. Vor allem soll mehr gelaufen werden. In Mönchengladbach wurde bereits der Anfang gemacht, als die Frankfurter vier Kilometer mehr liefen als ihre Gegner, was den Schluss nahe legt, dass es eben doch nichts mit dem konditionellen Zustand zu tun hat. Gegen Hannover nun soll diese erhöhte Laufbereitschaft auch von Erfolg gekrönt werden. „Laufen und kämpfen“ sei der grundsätzliche Ansatz, sagt Kovac, „zu Hause brauchen wir aber auch Ballbesitz.“ Ganz nach dem einfachen Motto: „Nur wer den Ball hat, kann auch Tore schießen.“

Zuversicht sieht anders aus: Niko Kovac nach dem 0:3 in Mönchengladbach.
Eintracht Frankfurt Ist die Eintracht noch zu retten?

Noch acht Spiele, drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, ein Tor Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz, aktuell qualifiziert für die Relegationsspiele, ein seit Wochen ungebremster Absturz in der Tabelle: Ist Eintracht Frankfurt noch vor dem fünften Abstieg nach 1996, 2001, 2004 und 2011 zu retten?

clearing

Die Spieler spüren den frischen Wind, nehmen ihn aber völlig unterschiedlich wahr. Der neue Trainer mache „vieles anders“ als sein Vorgänger, sagt Stendera, „das Training ist sehr intensiv, keiner kann sich ausruhen.“ Ganz wichtig sei zudem, „dass keiner sicher sein kann, dass er spielt.“ In der Tat plant Kovac wohl einige personelle Veränderungen, Stammplätze sind keine Stammplätze mehr. Carlos Zambrano und Stendera, die in Gladbach wegen Verletzungen gefehlt hatten, werden zurückkehren. Andere werden ihre Plätze verlieren oder haben sie schon verloren. Slobodan Medojevic ist verletzt (Achillessehne), Alex Meier auch (Knie). Bastian Oczipka ist seit dem Trainerwechsel nur noch zweite Wahl, aktuell hat Constant Djakpa die Nase vorn. Das war durchaus nachzuvollziehen. Dass auch David Abraham und Marco Fabian wohl auf die Reservebank müssen, ist dagegen nicht ganz so einfach zu verstehen. Andererseits: Mit dem alten Personal ist nicht wirklich viel gelaufen, vielleicht klappt’s ja mit dem neuen besser.
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