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Emotion und Euphorie: Das Europa-League-Spiel der Eintracht gegen Lazio Rom soll ein Fußballfest werden

Noch einmal ein Dreier wie zum Auftakt in Marseille – und die Eintracht würde sich in ihrer Gruppe in eine sehr gute Position bringen.
Eine imposante Choreographie der Fans im Eintracht-Block aus der letzten Europa-League-Saison: Vergleichbares wird auch heute Abend gegen Lazio Rom wieder zu sehen sein. Foto: Christian Klein Eine imposante Choreographie der Fans im Eintracht-Block aus der letzten Europa-League-Saison: Vergleichbares wird auch heute Abend gegen Lazio Rom wieder zu sehen sein.
Frankfurt. 

Natürlich kam irgendwann dann auch die Frage nach Lazios Bestem auf, nach dem feinen Techniker Sergej Milinkovic-Savic, den 100-Millionen Mann aus Rom, und ob Frankfurter Defensivspieler nicht gut beraten wären, heute Abend auf ihn ganz speziell zu achten.

Lazios Top-Star hat gute Bekannte bei der Eintracht

Adi Hütter, der Trainer der Eintracht, hat bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem zweiten Europa-League-Spiel der Gruppe H da nur sanft gelächelt. Er, Milinkovic-Savic, sei zwar „ein Schlüsselspieler“ der Römer, aber man werde ihn sicherlich nicht in „Manndeckung über den ganzen Platz“ nehmen. Und wenn einer den guten Sergej Milinkovic-Savic (siehe auch Bericht auf dieser Seite) bestens kennt, dann er, Adi Hütter – immerhin hat er einst mit dessen Vater Nikola zusammengespielt. 2001/2002 war das, als beide gemeinsam beim Grazer AK im Mittelfeld agierten, Hütter mit der Nummer 15 und Nikola mit der Zehn des Spielgestalters auf dem Rücken. Und Sergej, damals zarte sieben Jahre alt, spielte bei den Grazer Bambini Fußball.

Frankfurts David Abraham reagiert nach einer vergebenen Torchance.
Europa League Eintracht Frankfurt ohne Abraham und Willems gegen Lazio Rom

Addukotrenprobleme und eine Rotsperre: Im ersten Heimspiel der Europa League am Donnerstag fehlen den Eintracht zwei Spieler.

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Nun also ist Europa endlich wieder im Frankfurter Stadtwald angekommen. Das Stadion ist voll, 47 000 Tickets sind verkauft, 730 Tifosi aus Italiens Kapitale werden ebenfalls dabei sein „bei diesem Highlight“ (Marco Russ). Es wird ein echtes Fußball-Event werden, ein Spektakel unter Flutlicht, die Fans haben sich entsprechend vorbereitet und halb Frankfurt giert nach dieser Begegnung. Im Grunde fängt nach dem Geisterspiel von Marseille für Eintracht Frankfurt die Europa League jetzt erst richtig an – und das mit drei Bonuspunkten im Gepäck. „Ein Sieg über Lazio würde uns in eine sehr, sehr gute Position bringen“, sagt Adi Hütter. Sechs Zähler wären fast schon die halbe Miete auf dem Weg zum großen Ziel: das Überstehen der Gruppenphase.

Hütter weiß aber auch: „Dazu benötigen wir ein sehr, sehr starkes Spiel.“ Ein Sieg in der Europa League würde übrigens 590 000 Euro in die Kassen spülen, ein Remis noch 190 000 Euro.

Keine Frage: S.S. Lazio Rom, die erst am Mittwoch gegen 18 Uhr in Frankfurt gelandet waren, sind der Favorit in dieser Gruppe, noch ein wenig „höher einzuschätzen als Marseille“, findet der Frankfurter Fußballlehrer. „Das ist eine große Hürde. Wir müssen auf alles vorbereitet sein.“ Er hat die Römer oft genug gesehen, in der Schweiz, wo er zuletzt gearbeitet hatte, habe er viel italienischen Fußball im Fernsehen geschaut. Lazio, die das erste Gruppenspiel ebenfalls gewonnen hatten, mit 2:1 gegen Apollon Limassol, sei ein Team, das über „viel Erfahrung“ verfüge, taktisch „sehr diszipliniert“ agiere und schnell im Spiel nach vorne sei. Dazu stelle man sich ein Team vor, das „mit allen Wassern gewaschen ist“, wie Hütter formulierte. Allein das Trio um die Mittelfeld-Asse Luis Alberto, Milinkovic-Savic sowie Stürmer Ciro Immobile ist mit 175 Millionen Euro mehr wert als ganz Eintracht Frankfurt (etwa 150 Millionen Euro) zusammen. Lazio Rom sei „ein großer Gegner“, zollt Hütter Respekt.

Wieder ans Limit

Aber natürlich muss jedes Spiel gespielt werden. Auch Eintracht Frankfurt rechnet sich Chancen aus, wer bei Olympique Marseille besteht, muss auch vor Lazio nicht vorab die Flinte ins Korn werfen. „Mit Emotion und Euphorie kontrolliert nach vorne spielen“ – das ist die Parole der Gastgeber. Und Hütter hofft, dass die „positive Energie“, die von den Rängen ausgesandt würde, sich auf die Mannschaft überträgt. „Sie soll das aufsaugen.“

Die Frankfurter, so viel ist sicher, werden wieder an ihr Limit gehen müssen, wahrscheinlich sogar darüber hinaus, um den Italienern Paroli bieten zu können. „Wir werden erneut 90 Minuten fighten müssen.“ Der 48 Jahre alte Coach fordert taktische Disziplin, intensive Zweikämpfe und eine hohe Laufbereitschaft: „Wichtig ist, dass wir defensiv wenig zulassen und nach vorne hin unsere Power ausspielen.“ Das Prunkstück der Frankfurter ist zweifelsohne der Angriff mit dem über links kommenden Filip Kostic, Sébastien Haller und dem gerade rechtzeitig wieder in Bestform kommenden Ante Rebic. Und Joker Luka Jovic scharrt weiterhin eifrig mit den Fußballschuhen und hat mehrfach bewiesen, keine Anlaufzeit zu benötigen. „Luka ist ein außergewöhnlicher Stürmer“, lobte Manager Bruno Hübner.

Personell kann Hütter nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. Verteidiger David Abraham fällt wegen seiner Adduktorenprobleme weiterhin aus, Jetro Willems sitzt seine Gelb-Rot-Sperre ab, Marco Fabián und Allan Souza sind für diesen Wettbewerb gar nicht erst gemeldet. Gerade der Brasilianer hatte in seinem ersten Spiel über 90 Minuten am Sonntag gegen Hannover überzeugt. „Dann spielt halt ein anderer“, sagt Hütter pragmatisch. Ohnehin hat sich der Österreicher mit konkreten Aussagen sehr bedeckt gehalten, er wollte tunlichst vermeiden, sich auch nur im Ansatz in die Karten schauen zu lassen.

Boateng wird verabschiedet

Einen ganz besonderen Moment wird es schon vor den Anpfiff geben: Die Eintracht wird Kevin-Prince Boateng, Mitwegbereiter des Pokaltriumphs von Berlin, nachträglich offiziell verabschieden. Das Spiel wird „Bruda“ Boateng, der jetzt in Italien bei Sassuolo Calcio sehr erfolgreich spielt, von der Tribüne verfolgen. Und natürlich Daumen drücken.

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