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Eintracht Frankfurt Bordeaux: Das Ziel ist der Gruppensieg

Von Zum Überwintern in der Europa League würde der Eintracht allerdings schon ein Pünktchen reichen.
Gut gelaunt bei der Pressekonferenz in Bordeaux: Trainer Armin Veh (links) und Torwart Kevin Trapp.	Foto: dpa Gut gelaunt bei der Pressekonferenz in Bordeaux: Trainer Armin Veh (links) und Torwart Kevin Trapp. Foto: dpa
Frankfurt. 

Den groben Kurs gab Heribert Bruchhagen vor, noch ehe der Sonderflug in Richtung Atlantikküste abgehoben war. „Unser Ziel ist es, Gruppensieger zu werden“, erklärte der Vorstandschef, während sich gestern der Eintracht-Reisetross am Frankfurter Flughafen sammelte. Im Gastspiel am heutigen Donnerstagabend (21.05 Uhr/Kabel 1) bei Girondins Bordeaux freilich geht es erst einmal darum, das Überwintern in Europa fest zu buchen, mit der rekordverdächtigen Zahl von 12 000 eigenen Fans im Rücken – und für dieses traumhafte Etappenziel ist schon ein Punkt beim französischen Pokalsieger genug: Damit nämlich hätte der Tabellenführer der Gruppe F bereits vor der letzten Partie gegen Apoel Nikosia den zweiten Platz und das Ticket für die Zwischenrunde der Europa League sicher.

„Wir wollten den Einzug in die K.-o.-Phase schon in Tel Aviv klar machen. Das ist uns nicht gelungen, jetzt wollen wir das nachholen“, sagte Kevin Trapp vor dem abendlichen Abschlusstraining im Stade Jacques Chaban-Delmas und ergänzte: „Das wäre auch wichtig für die Köpfe.“ Ganz hinter sich gelassen hatten die Frankfurter Fußballer die Bundesliga-Tristesse mit acht sieglosen Partien noch nicht, als sie durch mehrere Wolken-
decken ins sonnige und kalte Bordeaux flogen. Auch wenn für Torwart Trapp das jüngste 3:3 gegen Schalke trotz des nächsten späten Gegentors immerhin „irgendwie ein Erfolgserlebnis“ war. Sollte man aber heute vollendete europäische Tatsachen schaffen, könnte das auch Sicherheit und Selbstvertrauen für den nationalen Spielbetrieb am Sonntag in Hannover geben.

Dafür schonen wird sich wiederum niemand, nicht nur, weil die Zwischenrunde lockt. „Wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber unseren Fans, die für die Reise hierher viele Strapazen auf sich genommen haben“, erinnerte Trapp. Und Trainer Armin Veh hat gar nicht die Möglichkeiten zur großen Rotation. Auf die Ausfallliste mit Russ und Anderson, Meier und Aigner kam zuletzt noch Stefano Celozzi mit einem Muskelfaserriss.

Auch deshalb hat der Trainer noch eine Reihe an Personalfragen zu klären. Wer spielt beispielsweise im Abwehrzentrum, ohne Russ und Anderson? Flum, Lanig oder der junge Kempf? Und ist Kapitän Pirmin Schwegler nach seiner Verletzungspause schon wieder reif für die Startelf? Und welche Folgen hat das für das Spielsystem? So oder so: „Auch wenn einige Spieler fehlen, glaube ich, dass wir gut aufgestellt sind“, meinte Veh.

Auf der anderen Seite dürfte sein Kollege Francis Gillot diesmal seine bestmögliche Besetzung aufbieten – anders als beim ersten Treffen im September. Damals hatte der Girondins-Trainer die halbe Stammelf geschont, für die problematische Lage in der französischen Liga. Der manchmal komplizierten Europapokal-Mathematik folgend, könnte die Eintracht beim Wiedersehen unter bestimmten Umständen sogar mit einer Niederlage das Weiterkommen besiegeln – wenn gleichzeitig Nikosia und Maccabi Tel Aviv unentschieden spielen. Oder wenn Tel Aviv gewinnt und die Eintracht in Bordeaux nicht zu hoch verliert: Nach dem 3:0 im Hinspiel wäre der direkte Vergleich auch mit einem 0:2 gewonnen. Und wenn man mindestens ein Tor schießt, selbst bei einer Pleite mit drei Toren Unterschied.

Noch hat indes Bordeaux ebenfalls Chancen auf die Zwischenrunde. Es steht zu erwarten, dass die Eintracht auf einen anderen Gegner als im September trifft – in der heimischen Ligue 1 jedenfalls ist Girondins inzwischen in Schwung gekommen. „Ich bin überzeugt von ihrer Qualität. Mir war klar, dass sie mehr können und normalerweise unser stärkster Gegner in der Gruppe sind“, wundert Veh das nicht. So überheblich, wie seine Mannschaft bei dem 2:4 in Tel Aviv ins Spiel ging, darf sie sich heute in ihren petrolfarbenen Ausweichtrikots nicht präsentieren, da ist sich der Trainer aber auch sicher: „Das passiert uns kein zweites Mal.“

Und dann sind da ja noch die sagenhaft vielen Fans, die in diesen Tagen von Frankfurt nach Westfrankreich pilgern – mit Flugzeug, Bahn oder Auto, die meisten in einer großen Bus-Blechkarawane über 1200 Kilometer. „Für den internationalen Standort Frankfurt und den Fußball ist es eine tolle Sache, dass uns 12 000 Fans begleiten“, lobte Bruchhagen, nicht ohne anzufügen: „Dazu gehört aber auch, dass sie sich verhalten, wie sie sich zu verhalten haben. Da machen wir uns schon Sorgen.“ Die allermeisten freilich kommen in Partylaune, Kevin Trapp hat da auch schon seine Vorstellungen: „Es wäre schön“, sagt er, „wenn wir unseren Fans den Sieg schenken könnten und mit den 12 000 hier feiern.“

 

Alles zu Eintrachts Europa-Tournee gibt es hier.

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