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Eintracht Frankfurt: Der Berliner Regäsel träumt von einem Final-Einsatz

Von Yanni Regäsel trägt sein Herz auf der Zunge. Der aus Berlin stammende Profi der Frankfurter Eintracht macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation.
Foto: Marc Schüler (Marc Schueler)
Frankfurt. 

Bei Trainer Niko Kovac hat der 21 Jahre alte Verteidiger, den Kovacs Vorgänger Armin Veh im Januar 2016 geholt hatte, nicht wirklich einen Stein im Brett.

Das war zu Beginn der Saison so, und das ist jetzt noch immer so. Zuletzt hat Regäsel mal wieder im Aufgebot gestanden, was aber mehr der personellen Not geschuldet war. Im Pokal hat er einmal gespielt, in der Liga keine Minute. „Ich bin natürlich enttäuscht und unzufrieden mit der Situation“, gibt er zu, „auch weil der Trainer nicht mit mir redet.“ Dabei fühlt sich Regäsel längst topfit und sieht sich auch bereit für einen Einsatz beim Auswärtsspiel am Samstag in Mainz. „Ich trainiere gut, das bestätigen mir alle meine Kollegen“, sagte er voller Selbstvertrauen. Der gelernte rechte Verteidiger sieht sich auch in der Lage, auf der vakanten „Sechserposition“ im Mittelfeld zu spielen. „Gar kein Problem“, sagt er.

15 statt 500 Karten

Anfang Dezember ist Regäsel in München an der rechten Hüfte operiert worden. Festgestellt wurden ein Knorpelschaden und ein gerissenes Band. „Ich hatte höllische Schmerzen“, sagt er. Nach der OP sei es steil aufwärts gegangen. Aktuell spüre er nichts mehr. „Ich habe fleißig trainiert, auch für mich selbst“, glaubt er den Grund für die schnelle Erholung gefunden zu haben. Für den Berliner übt das Endspiel in seiner Heimatstadt natürlich einen besonderen Reiz aus. „Da will ich unbedingt dabei sein“, sagt er, „aber nicht auf der Tribüne, sondern auf dem Platz.“ Seine ganze Familie wird da sein. „Ich kriege 15 Karten und könnte 500 brauchen“, sagt er lachend. Ganz ernst ist es ihm aber, wenn es um einen Einsatz geht. Denn dann könnte er es vielen Menschen zeigen, „die mir Steine in den Weg gelegt haben“. Das zielt auf den wenig freundlichen Abschied von der Hertha. Sein Vater, auch ein Ur-Berliner, rät zur Gelassenheit. „Er sagt, gib weiter Gas, du kriegst deine Chance“, erzählt Regäsel junior, „und ich höre auf ihn, denn er hat Ahnung.“

Um das Ziel Endspiel zu erreichen, will er beim Training weiter volles Engagement zeigen. In der Hoffnung, dass der Trainer die Bemühungen honoriert. Das Gespräch suchen mit Niko Kovac will er dagegen nicht. Er sei nun mal nicht „der Typ, der zum Trainer rennt.“ Da wartet er lieber, bis der Trainer das Gespräch sucht. Regäsel sagt ehrlich: „Das würde ich erwarten.“

Ton ist rauer geworden

In dieser Woche sei der Ton rauer geworden auf dem Trainingsplatz. „Der Trainer ist strenger geworden nach dem schlechten Spiel gegen Wolfsburg, er lächelt auch nicht mehr so oft. Da kann er so richtig ungemütlich werden“. Regäsel hat dafür volles Verständnis. Schließlich sei Kovac wie er ein „Berliner Junge“. Und wenn Kovac sauer sei, nehme er es mit der Sprache nicht mehr so genau. „Dann schimpft er deutsch, spanisch, arabisch, jugoslawisch durcheinander.“

Regäsel steht noch zwei Jahre bei der Eintracht unter Vertrag. Er denkt nicht daran, früher zu gehen. „Es sei denn, der Trainer sagt mir, er braucht mich nicht mehr, ansonsten werde ich kämpfen und versuchen, mich durchzusetzen“. Aus eigener Sicht habe er längst „eine Chance verdient“. Die Eintracht und Frankfurt hat er längst so lieb gewonnen wie einst Berlin und die Hertha. Mit Freundin Jelena wohnt er in Bergen-Enkheim und fühlt sich „rundherum wohl“. Wenn da nur nicht die sportliche Unzufriedenheit wäre. Freilich herrscht ausgerechnet auf der Position des rechten Verteidigers noch eine gewisse Auswahl. Timothy Chandler wäre dort gesetzt, müsste er nicht wie jetzt wieder in Mainz im defensiven Mittelfeld aushelfen. Und Guillermo Varela hat aus Sicht des Trainers die Nase vorn vor Regäsel.

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