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Eintracht Frankfurt: Der Eintracht-Kader: Ein Kommen und Gehen

Die Frankfurter Eintracht war in der abgelaufenen Saison wieder einmal auf einer Berg- und Talfahrt. Dem tollen ersten Halbjahr in der Bundesliga (29 Punkte) folgte ein ziemlich schlechtes zweites (13 Punkte). Dass die Stimmung rund um die Eintracht gut geblieben ist, war den Erfolgen im Pokal zu verdanken, dem Erreichen des Endspiels. Am Ende bleibt ein durchwachsenes Fazit. Vieles war besser als in der vergangenen Saison, das steht fest. Und doch wurde ziemlich leichtfertig der Einzug ins internationale Geschäft verschenkt. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt beleuchtet die Eintracht-Saison in vier Teilen.
Nach seinem Urlaub wird Jesus Vallejo bei Real Madrid trainieren. Ob er nach Frankfurt zurück darf, steht in den Sternen.	Foto: Klein Foto: Christian Klein ( FotoKlein) Nach seinem Urlaub wird Jesus Vallejo bei Real Madrid trainieren. Ob er nach Frankfurt zurück darf, steht in den Sternen. Foto: Klein
Frankfurt. 

Es ist ein Jahr her, da wurde die Eintracht umgekrempelt. Stammkräfte wie Carlos Zambrano und Stefan Aigner wurden verkauft. Spieler aus dem engeren Kader wie Aleksandar Ignjovski, Änis Ben Hatira, Luc Castaignos und Constant Djakpa verließen den Verein. Stefan Reinartz hat seine Karriere überraschend beendet. Und plötzlich waren auch Talente wie Luca Waldschmidt und Sonny Kittel weg. All das folgte aus der Katastrophen-Saison 2015/16, die mit einem blauen Auge und der Rettung in letzter Sekunde geendet war.

„Wir brauchen viel Fantasie beim Aufbau der neuen Mannschaft“, hatte Sportvorstand Fredi Bobic nach seinem Amtsantritt gesagt. Und sich an die Arbeit gemacht. Es wurden mit wenigen Ausnahmen, so war Branimir Hrgota (Mönchengladbach) schon in der Liga unterwegs, viele der breiten Öffentlichkeit unbekannte Spieler geholt. Wie Jesus Vallejo und Omar Mascarell, Taleb Tawatha und Shani Tarashaj, Michael Hector und Guillermo Varela. Entdeckt für die Eintracht bei großen Clubs in Europa. Ein dreiviertel Jahr später sind sie bekannt in der Bundesliga. Der eine oder andere hat Spuren hinterlassen. Der eine oder andere aber wird gehen und es werden sich nicht mehr viele an ihn erinnern.

Für die positivsten Schlagzeilen haben die beiden Spanier gesorgt, der von Real Madrid ausgeliehene Jesus Vallejo und der von Real Madrid gekaufte Omar Mascarell. Beide kamen sie aus dem festen Spielbetrieb, was ihnen den Sprung erleichtert hat. Vallejo war zuvor von den „Königlichen“ an Real Saragossa ausgeliehen, Mascarell an Sporting Gijon. Dort hatten sie regelmäßig gespielt, waren zumindest Insidern des spanischen Fußballs bekannt. Und beide spielten sich in Frankfurt schnell in die Stammformation. Vallejo, der blutjunge Innenverteidiger, wurde zur Sensation. „So abgeklärt habe ich in diesem Alter noch nie einen Spieler gesehen“, sagte Trainer Niko Kovac. Schnell, sicher am Ball, ruhig, diese Attribute haben ihn auf dem Platz ausgezeichnet. Intelligent, höflich, offen, so trat er abseits des Platzes auf. Ganz am Ende der Saison hat Vallejo nicht nur sein erstes Tor erzielt, sondern er hat auch sein erstes Interview in Deutsch gegeben.

Mascarell spielt nicht so spektakulär. Eher das Gegenteil. Er spielt quer, häufig zurück, selten nach vorne. Er schießt keine Tore und bereitet auch keine vor. Und doch ist er wichtig für die Mannschaft, weil ballsicher und als „Mann vor der Abwehr“ diszipliniert. Er scheut sich auch nicht, im Wortsinne für die Mitspieler in die Bresche zu springen, was ihm zur Rekordzahl von dreizehn Gelben Karten verholfen hat. Wie wertvoll er ist, wurde deutlich, als er im Schlussspurt wegen einer schweren Achillessehnenverletzung ausgefallen ist.

Doch es waren nicht nur die neu entdeckten Spieler, die für Furore gesorgt haben. Es waren ein paar „alte“, die Trainer Kovac neu entdeckt hatte, besser, es gab Spieler, die zurückgefunden haben zu einer guten Form, die in der vorangegangenen Saison fast verschüttet war. Allen voran Bastian Oczipka. Der Verteidiger hat eine durchgehend gute Saison gespielt, war intern konkurrenzlos und gehörte so auch wieder zu den besten Außenverteidigern der Liga. Und sein Pendant auf der anderen Seite, Timothy Chandler, wurde zur größten Überraschung. Im letzten Sommer hätte er bei einem adäquaten Angebot gehen dürfen, doch er wollte nicht. Dass Varela eigentlich als neuer rechter Verteidiger vorgesehen war, hat ihn nicht entmutigt. Chandler kämpfte im Training und nutzte konsequent seine Chance in den Spielen, die durch Varelas langwierige Verletzung früher kam als gedacht. So wurde der amerikanische Nationalspieler wieder absolute Stammkraft.

Das war die eine Seite der fantasievollen Personalpolitik, die gute. Aber es gab auch eine andere. Ausgerechnet jene Spieler, die die Eintracht für ihre Verhältnisse teuer bezahlt hat, waren nicht wirklich die großen Entdeckungen. Taleb Tawatha, aus dem israelischen Haifa gekommen und Andersson Ordonez im Winter aus dem ecuadorianischen Barcelona, sind bislang den Nachweis von Bundesligatauglichkeit schuldig geblieben. Freilich, manchmal dauert es ja bei Spielern aus anderen Kulturkreisen etwas länger mit der sportlichen Integration. Der Mexikaner Marco Fabián ist so ein Beispiel. Es besteht also bei Tawatha und Ordonez noch Hoffnung.

Bei anderen ist der Weg in Frankfurt schon wieder zu Ende. Sie müssen nach einem Jahr gehen und nicht nur, weil die Leihverträge auslaufen. Michael Hector war sicher kein kompletter Ausfall, hat aber auch nicht wirklich weitergeholfen, Shani Tarashaj war nur ein Mitläufer, Guillermo Varela hat sich selbst ins Aus geschossen. An Ante Rebic schieden sich die Geister, bei Marius Wolf kann noch kein Urteil gefällt werden.

Summa summarum war die Einkaufspolitik durchwachsen. Aber immerhin: Das Personal hat ausgereicht, um eine sorgenfreie Saison zu spielen. Und wie es aussieht, gehen die Herren Bobic, Hübner und Kovac ja wieder auf Entdeckungstour. Man darf gespannt sein.

Ende der Serie
 

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<b>Luka Jovic (Benfica Lissabon)</b><br/><br/>
Luka Jovic kommt. Das bestätigte jetzt Bruno Hübner. Der Wechsel stehe kurz vor dem Abschluss. Zu den Details schwieg er. (Stand 20.06.2017) Laut BILD-Zeitung soll der 19 Jahre alte Jovic für 100.000 Euro Leihgebühr von Benfica Lissabon für zwei Jahre ausgeliehen werden. Der Mittelstürmer kam mit vielen Vorschusslorbeeren nach Portugal und galt als "Super-Talent". Benfica zahlte 6,5 Mio. Euro für ihn an Limassol. Durchsetzen konnte sich der junge Mann aus Bosnien-Herzegowina aber bislang nicht.<b>Daichi Kamada (Sagan Tosu)</b><br/><br/>
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Oft verletzt, konnte sein Talent nur selten zeigen. Wegen einer Dummheit rausgeworfen.
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