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Eintracht vs. Ingolstadt: Der Ingolstadt-Check: Ein Tellerwäscher-Traum

Stephan Reich ist Buchautor, Redakteur beim Fußballmagazin 11 Freunde und Eintracht-Fan von Kindesbeinen an. Vor jedem Spiel wirft er einen ganz eigenen Blick auf den Gegner. Diesmal der FC Ingolstadt: Ruhe im Abstiegskampf, immerhin ein Meistertitel – und Einsamkeit im Gästeblock.
Eine Spielszene vom letzten Pokal-Aufeinandertreffen. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Eine Spielszene vom letzten Pokal-Aufeinandertreffen.

 
Das ist los beim Gegner:
Nichts. Also außer dem steten Abstiegskampf, in dem sich der FCI seit Beginn der Saison befindet. Andere Aufreger gibt es nicht, sieht man mal von der öffentlichen Beschwerde von Nachwuchskicker Max Christiansen ab, der mit Unverständnis auf seine eher geringen Einsatzzeiten reagierte. Pikant: Laut „Kicker“ war die Eintracht im Winter an einem Transfer interessiert. Weiter Schlagzeilen machte ansonsten lediglich noch der Abgang von Geschäftsführungs-Assistent Metzelder, der nach zehn Jahren in Ingolstadt zu Preußen Münster wechselt. Ist allerdings auch nur Malte Metzelder, nicht dessen großer, einst bei Real Madrid und Borussia Dortmund verteidigender Bruder Christoph. Aufregung sieht also wahrlich anders aus. Aber im Abstiegskampf tut ein bisschen Ruhe ja ganz gut.
 
Der Star des Teams:
Moritz Hartmann. Nicht nur, weil der Stürmer in der letzten Saison zwölf Tore in 30 Spielen schoss (wenn auch acht davon per Elfmeter) und damit für sage und schreibe über ein Drittel der gesamten Ingolstädter Treffer verantwortlich war, sondern vor allem, weil der Mann einen echten Tellerwäscher-Millionärs-Traum lebt. Noch mit 23 Jahren kickte Hartmann in der Regionalliga, bevor sich sein Wechsel zu Ingolstadt dann als Volltreffer auswies, er in 184 Partien an 75 Toren und zwei Aufstiegen beteiligt war und mit 29 Lenzen dann halt doch noch in der Bundesliga landete. In dieser Saison allerdings hakt es ein wenig, bisher hat Hartmann nur ein einziges Mal getroffen. Seinen zweiten Saisontreffer wird er auch gegen die Eintracht nicht schießen, derzeit pausiert er wegen muskulärer Probleme.
 
Die Formkurve:
Die Ingolstädter kratzen, beißen, spucken und legen alle sonstigen Tugenden an den Tag, die man im Abstiegskampf braucht, allein: es hilft nicht viel. Fünf der letzten acht Spiele wurden verloren, in diesem Jahr gar erst ein einziges gewonnen. Und auch wenn das Spiel der Ingolstädter zuletzt gegen Bayern München nicht gar so schlimm aussah, sollte der FCI mal zu punkten beginnen. Ansonsten spielt man nächstes Jahr nicht mehr in der Bundesliga. Es sei denn, es gibt auch eine für die Disziplinen Kratzen, Beißen und Spucken.
 
Angeberwissen über den Gegner:
Wer sportlich nicht mit den großen Wölfen heult, muss sich seine Titel eben woanders holen. Wer wüsste das besser als Eintracht Frankfurt, stolzer Randalemeister von 2011. Und obwohl es den FC Ingolstadt erst seit 2004 gibt, haben auch die Schanzer bereits eine Deutsche Meisterschaft in ihrer Vita stehen. Gut, nicht die Meisterschaft, aber immerhin wurde der Club von Modedesign-Studierenden der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf zum „Trikotmeister der Bundesligasaison 2015/16“ gewählt. Und wenn das kein Grund zur Freude ist.
 
Wenn dieser Verein ein GIF wäre, dann:
 

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Beton anrühren ist so etwas wie das Grundprinzip des Ingolstädter Spiels. Und solange das gut geht, ist das ja auch völlig legitim. Geht es aber schief, sieht es doof aus.
 
 
Was sich viel besser als Vereinshymne eignen würde:
 
Also wenn schon die Rock-Granden von Bonfire, quasi das Tankard Ingolstadts, eine Vereinshymne verfassen, gibt es eigentlich nicht viel zu meckern. Außer vielleicht, dass die Zeile „Deine Fans, das sind die besten“ plump gelogen ist. Wäre das nämlich tatsächlich der Fall, würden sicherlich mehr als die mickrigen 100 Fans, die sich angekündigt haben, mit zum Spiel nach Frankfurt kommen. Die Ingolstädter bringen weniger Fans  mit als andere Mannschaften Auswechselspieler. So viel Einsamkeit im Block verdient eine passende Hymne. Wie wäre es mit „So Lonely“ von The Police?
 
 
 
Warum die Eintracht gewinnt:
Nachdem Elfmeterspezialist Moritz Hartmann verletzt ausfällt, verschießt der FCI gleich zwei Elfer und gerät dann in Rückstand, weil der überraschend aufgebotene Max Christiansen seine Wechselabsichten Richtung Frankfurt mit einem blitzsauberen Eigentor untermauert. Und weil Ingolstadt ohne Hartmann gar nicht mehr ins richtige Gehäuse trifft, reicht das schon. 1:0 für die Eintracht.

Stephan Reich ist Buchautor, Redakteur  beim Fußballmagazin 11 Freunde und Eintracht-Fan von Kindesbeinen an. Vor jedem Spiel wirft er einen ganz eigenen Blick auf den Gegner. Diesmal Bayer Leverkusen: Warum der Bundeskanzler einmal bei Bayer intervenierte, der Trick mit der schwankenden Formkurve – und der Draht zum schnellsten Mann der Welt.
 
 
 
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