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Hradeckys Vater äußert sich: Der Poker um Eintracht-Keeper Hradecky geht weiter

Seit Wochen hält der Vertragspoker mit Lukas Hradecky die Fans der Frankfurter Eintracht in Atem. Nun haben sich Hradecky und sein Vater Vladimir, der die Verhandlungen führt, zum ersten Mal öffentlich geäußert, exklusiv bei unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt.
Lukas Hradecky will auch in der nächsten Saison in Frankfurt spielen. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Lukas Hradecky will auch in der nächsten Saison in Frankfurt spielen.
Frankfurt. 

Vater und Sohn Hradecky betrachten die von ihnen für eine vorzeige Vertragsverlängerung gestellten Forderungen als „absolut angemessen“ und bestreiten, dass die Eintracht ein Angebot in Höhe von angeblich 2,8 Millionen Euro gemacht habe, wie es zuletzt einige Medien berichtet hatten. Hradecky senior hat sich auch zu einem angeblichen Ultimatum der Eintracht und zu möglichen England-Angeboten geäußert.

„Unser Team steht vor einem Umbruch und ich bin sehr gespannt, wer alles kommt und wie wir uns verstärken“, sagte Lukas Hradecky am Mittwoch, „ich möchte mit der Eintracht noch mal so etwas wie das Pokalfinale erleben, denn ich fühle mich total wohl in Frankfurt.“ Das hört sich nicht nach vorzeitigem Abschied an.

Lukas und sein Vater Vlado Hradecky (rechts) Bild-Zoom Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)
Lukas und sein Vater Vlado Hradecky (rechts)

Zumal Hradecky senior auch explizit bestätigt, dass es „kein Angebot“ aus der englischen Premier-League gibt. „Ich möchte allen Fans sagen, dass es unsere Priorität ist, dass Lukas mindestens auch die nächste Saison bei der Eintracht spielt“, sagt er, „aber der neue Vertrag muss auf einem bestimmten Level sein und nicht nur die finanziellen Interessen des Klubs sichern.“ Nach wie vor will sich der 27-Jährige, der gestern in einem Länderspiel mit Finnland gegen Liechtenstein nur 1:1 spielte, nicht unter Zeitdruck setzen lassen. „Nach den Länderspielen mache ich Urlaub, kann abschalten und mir in Ruhe Gedanken machen über meine Zukunft“, sagt er.

Diese Ruhe hat die Eintracht aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Für Sportvorstand Fredi Bobic gab und gibt es nur zwei Alternativen: Entweder Hradecky verlängert vorzeitig oder er geht in diesem Sommer und die Eintracht kassiert eine Ablösesumme. „Wir haben finanziell alles aus uns rausgeholt was geht und damit unsere Wertschätzung dokumentiert“, erklärte Bobic. Dies hat die Eintracht dem Gesprächspartner zuletzt deutlich gemacht und angeblich mit der Drohung unterfüttert, bei einem weiteren „Zeitspiel“ von Hradecky, eine neue „Nummer 1“ zu verpflichten.

Das ist bei Vater Vlado gar nicht gut angekommen. Mit solchen Aussagen würde der laufende Vertrag „lächerlich gemacht“. Eine sportliche Zurückstufung wäre „völlig unangebracht“. Es wäre eine Art von „Rache“ und „jemand anders, aber nicht Lukas, müsste dafür die Verantwortung übernehmen und es den Fans und der Öffentlichkeit erklären“. Aus seiner Sicht, so macht es Vater Hradecky deutlich, gehe es wohl gar nicht um die Forderungen, sondern vielmehr darum, „die eigene Reputation zu schützen“. Aber die Öffentlichkeit, so glaubt er, würde das durchschauen.

Freilich: Die Eintracht hat von Beginn der Verhandlungen an immer wieder betont, dass sie ihren Torwart behalten will und hat dies mit dem deutlich verbesserten Angebot ja auch unterstrichen. Die in der Öffentlichkeit genannten 2,8 Millionen Euro bestreitet Hradecky senior freilich. Wäre das so, würde sein Sohn wohl sofort verlängern. „Wenn alles passt, würde ich gerne unterschreiben“, bestätigt auch Lukas.

Vlado Hradecky hat „mit Erstaunen“ verfolgt, wie er zuletzt durch Aussagen des Clubs über einige Medien zum „Bad Boy“ gemacht worden ist und in die Ecke des raffgierigen Vaters gedrängt wurde. Er sei ein „Hardcore“-Verhandlungspartner, hatte Eintrachts Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing gesagt. Die Forderungen seien „exorbitant“ hatte es aus Vorstandskreisen verlautet. Alleine wegen dieser öffentlichen Vorwürfe wolle er sich nun auch erstmals öffentlich äußern. „Ich habe kein Problem damit, unpopulär zu sein, aber ich muss als Vater meinem Sohn in die Augen schauen können“, sagt er. Die Chefs der Eintracht, „ehemalige Spitzenathleten“, gemeint sind wohl Bobic und Trainer Kovac, hätten es doch „nicht nötig“ solche Mittel einzusetzen.

Die Gespräche sind also weiter ziemlich festgefahren und ein Ende des Pokers ist nicht absehbar. Bei einer so wichtigen Entscheidung sei es notwendig, „lange nachzudenken“, sagt er, „es muss alles gründlich überdacht werden“.

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