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Bruno Hübner im Interview: "Der Trainer ist erfahren genug"

Auch Bruno Hübner ist in der schwierigen Frankfurter Lage angespannt. Der Eintracht-Sportdirektor mahnt aber zur Ruhe - und vertraut auf Trainer Armin Veh.
Handschlag zwischen Sportdirektor und Kapitän: Bruno Hübner (links) und Alexander Meier. Foto: Heiko Rhode Handschlag zwischen Sportdirektor und Kapitän: Bruno Hübner (links) und Alexander Meier.
Frankfurt. 

Guten Tag, Herr Hübner! Geht es Ihnen gut? Was den Job angeht, dürften Sie ja gerade eher gestresst sein?

Wenn man Verantwortung trägt, reflektiert man ständig darüber, ob alles richtig war, wie es momentan aussieht und wie es weitergeht. Natürlich fällt einem dies alles leichter, wenn man in der Tabelle in einem gesicherten Bereich steht. Stress mag nicht der zutreffende Begriff sein – wir sind im Augenblick alle angespannt.

Sie verbindet mit Armin Veh mehr als nur der Beruf. Ist es ausgeschlossen, dass das zum Problem wird?

Natürlich ist aus der beruflichen Beziehung auch eine persönliche Freundschaft geworden, aber die darf in unserer Zusammenarbeit, im Sinne der Eintracht, keine Rolle spielen oder zum Problem werden. Ich kann da ganz klar trennen zwischen Beruf und Privatem.

Dass die Mannschaft nicht so gut ist wie bei der Kader-Zusammenstellung im Sommer erhofft, scheint inzwischen Konsens zu sein?

Unsere Überlegungen konnten nie so greifen wie wir uns das gewünscht haben. Die Wunschformation des Trainers war nur in den ersten Spielen möglich, danach mussten wir mit vielen Verletzungen und sonstigen Ausfällen kämpfen. Daraus resultierten Formschwankungen bei wichtigen Leistungsträgern. So haben wir in 22 Bundesliga-Spielen 20 Mal die Anfangsformation durch die oben angeführten Gründe wechseln müssen.

Welche Spieler haben enttäuscht, welche die Erwartungen erfüllt?

Sie werden verstehen, dass ich hier keine Einzelkritik vornehmen werde, das ist Aufgabe des Trainers. Aber es gibt natürlich Spieler, die von ihrer Qualität mehr zeigen könnten als bisher. Andere dagegen haben die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen.

Wie schaut es mit den Wintertransfers aus? Drei von fünf sind auf Anhieb Stammkräfte geworden, bei zweien deutet nicht viel darauf hin, dass sie demnächst eine größere Rolle spielen werden...

Ich glaube, dass wir die Mannschaft auf Wunsch von unserem Trainer insgesamt gut ergänzt haben. Marco Fabian und Szabolcs Huszti haben in der Offensive angedeutet, dass sie uns verstärken, Yanni Regäsel, der an sich erst in der kommenden Saison kommen sollte, hat auf Anhieb die rechte Abwehrseite erfolgreich besetzt. Aber auch Kaan Ayhan und Änis Ben-Hatira werden uns im Verlauf der Saison noch helfen. Wichtig war auch, dass wir nach den drei Abgängen in der Winterpause und den noch nicht zu Verfügung stehenden Stammspielern Castaignos und Reinartz mit den Neuen die Qualität im Training sicherstellen.

Sie beobachten und beurteilen ja sicher fußballerische Entscheidungen des Trainers wie Aufstellung und Taktik?

Der Trainer ist erfahren genug, um seine Entscheidungen zu treffen und versucht jede Woche, auf der Grundlage seiner Beobachtungen im Training und seiner Erfahrungswerte, die beste Mannschaft aufzustellen. Wir tauschen uns täglich aus, aber die sportliche Entscheidung für die Mannschaftsaufstellung liegt ausschließlich beim Trainer.

Wie haben Sie denn die Mannschaft in den letzten Spielen erlebt? Der Trainer spricht von Verunsicherung ...

Die Verunsicherung war in der ersten Halbzeit gegen den HSV zu spüren. Insgesamt haben wir in allen Spielen nach der Winterpause phasenweise guten Fußball geboten. Uns fehlt zurzeit die Konstanz und die Stabilität in unserem Spiel über die gesamten 90 Minuten. Daran arbeiten wir. Ich finde, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gegen den HSV eine positive Reaktion gezeigt hat, und darauf können wir aufbauen.

Sie haben die Fans vor dem HSV-Spiel aufgefordert, die Mannschaft zu unterstützen. Ist es nicht besorgniserregend, wenn die Fans das nicht von selbst tun?

Man hat ja in den letzten Spielen gemerkt, dass die Fans unzufrieden waren. Ich wollte halt noch einmal alle für unsere aktuelle Situation sensibilisieren. Natürlich wissen wir, dass uns die treuen Fans schon immer und auch in Zukunft unterstützen werden, weil sie die Eintracht lieben.

Sie stellen sich samt Vorstand und Aufsichtsrat vor den Trainer. Können sie noch etwas tun? Sind Sie ein Typ für Kabinenansprachen?

Es ist ganz wichtig, dass wir in dieser prekären Lage im Verein die Ruhe bewahren. Jeder soll auf seiner Position seine Stärken einbringen und den anderen im Team helfen. Die Ansprache in der Kabine wird ausschließlich durch den Trainer gehalten, er hat schließlich die Mannschaft eingestimmt und vorbereitet.

Was erwarten Sie jetzt von den Spielern?

Wir alle erwarten, dass die Spieler ihre Leistung abrufen, zu der sie qualitativ in der Lage sind und wir durch eine geschlossene Mannschaftsleistung wieder erfolgreichere Spiele bestreiten.

In ein paar Tagen kommt Ihr Sohn Benjamin mit dem FC Ingolstadt nach Frankfurt – als gestandener Bundesliga-Spieler, der jetzt auch ein Erstliga-Tor auf dem Konto hat. Muss man sich um den Familienfrieden Sorgen machen, wenn er wieder trifft?

Nein, ganz sicher nicht. Ich freue mich natürlich für Benjamin und bin schon sehr stolz auf ihn, aber natürlich wird es für mich daheim schwerer, wenn der Sohn in der Tabelle immer öfter vor einem steht.

Erst mal geht es ja gegen Schalke. Ein Sieg wäre nicht schlecht ...

Da gebe ich Ihnen Recht. Es wird zwar nicht einfach, gegen einen Anwärter auf einen Champions- League-Platz zu bestehen, aber wir sind gut vorbereitet, damit die Mannschaft wieder einmal ein Erfolgserlebnis feiern kann.

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