Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Eintracht Frankfurt: Der Weihnachts-Countdown für die Eintracht läuft

Von Eintracht-Trainer Niko Kovac muss in Berlin Privates und Berufliches trennen. Und er will den Abstand zur Abstiegszone wieder vergrößern.
„Punkte müssen her“, macht Eintracht-Trainer Niko Kovac (rechts) seinen Spielern, hier Mijat Gacinovic, derzeit verstärkt klar. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) „Punkte müssen her“, macht Eintracht-Trainer Niko Kovac (rechts) seinen Spielern, hier Mijat Gacinovic, derzeit verstärkt klar.
Frankfurt. 

Natürlich ist Niko Kovac gestern gefragt worden, wie das für ihn so ist, wieder einmal nach Berlin zu fahren. Der Mann ist dort geboren, hat bei Hertha BSC insgesamt acht Jahre lang professionell Fußball gespielt. In der Hauptstadt leben zahlreiche Verwandte und Bekannte. Aber da er mittlerweile Trainer bei Eintracht Frankfurt ist, muss Kovac den privaten vom geschäftlichen Teil der Reise trennen. „Es ist etwas Schönes und Besonderes nach Berlin zurück zu kehren“, sagt er. „Und vielleicht kommt auch jemand zu Besuch ins Hotel. Aber ansonsten geht es um die alltäglichen drei Punkte.“

Weihnachts-Countdown

Denn der Weihnachts-Countdown in Bundesliga und Pokal läuft. Am Sonntag beginnt mit dem Auswärtsspiel in Berlin (15.30 Uhr) eine wenig besinnliche, dafür arbeitsreiche Zeit mit zwei „englischen“ Wochen. Als erstes gilt es, die Heimniederlage gegen Leverkusen auszumerzen. „Wir müssen aus den nächsten Spielen noch einiges an Punkten holen“, sagt Kovac: „Der Abstand nach unten ist im Augenblick nicht so, wie ich ihn mir wünsche. Das Spiel in Berlin hat große Bedeutung.“

Die Erwartungen des Trainers sind also hoch. Doch die Statistik spricht eine andere Sprache. Per Elfmeter gelang einem gewissen Alexander Meier am 10. August 2013 der bislang letzte Frankfurter Treffer in Berlin – der bei der 1:6-Niederlage nur kosmetischen Wert hatte. Meier traf aber auch am 28. November 2009, als die Eintracht mit einem 3:1 ihren bislang letzten Sieg in der Hauptstadt feierte.

Die Berliner Pal Dardai (l) und Niko Kovac kämpfen am 02.01.2005 in Berlin bei einem Trainingsspiel von Hertha BSC um den Ball. Archivfoto: dpa
Hertha vs. Eintracht Hertha-Trainer Pal Dardai lobt seine alten Bekannten

Berlins Trainer Pal Dardai will beim Treffen gegen Eintracht Frankfurt kein Risiko scheuen. Dabei geht es für den Ungarn gegen alte Bekannte: Mit Niko Kovac verbindet er bekanntlich ebenfalls Erinnerungen aus gemeinsamen Profi-Zeiten, als beide um einen Platz im Berliner Mittelfeld buhlten – und Kevin-Prince Boateng auch schon eine Rolle spielte.

clearing

Meier kämpft derzeit in der Reha um die Fortsetzung seiner Karriere. Und mit Statistik hat Kovac es bekanntermaßen nicht so. Dennoch sagt er: „Wir haben ja schon einige schlechte Statistiken beheben können. Ich würde mir wünschen, dass wir dort etwas mitnehmen vor dem schweren Heimspiel gegen Bayern München.“ Und da ist ja noch das alte, ewige Thema der einstigen Mannschaftskollegen, die mittlerweile Trainer-Kontrahenten sind. „Wir haben ähnliche Werdegänge“, sagte Kovac gestern über sein Berliner Gegenüber Pal Dardai. „Er war immer ein Spieler, der alles gegeben hat – genau wie ich. Er war auch schon Nationaltrainer seines Heimatlandes – genau wie ich. Man sieht unter Pal eine sehr gute Entwicklung in Berlin. Hertha BSC ist uns immer noch etwas voraus.“

Das sieht man zwar nicht unbedingt am Tabellenstand. Die Eintracht ist Neunter, die Hertha Elfter. Aber die Berliner haben in der jüngeren Vergangenheit das geschafft, was den Frankfurtern in der Zukunft ebenfalls vorschwebt: Sie hat im Sommer die Europa League erreicht, auch wenn dort für sie schon nach der Vorrunde schon wieder Schluss sein wird. Und sie hat Spieler wie John Anthony Brooks oder Adrian Ramos zunächst entdeckt und später für sehr viel Geld verkauft. Fast 30 Millionen Euro brachten die beiden dem Hauptstadt-Club ein.

Im Training für die Partie am Sonntag standen Kovac gestern 22 gesunde Feldspieler zur Verfügung. Ob es taktische Veränderungen geben wird, macht der Coach von seiner „Bauchentscheidung“ abhängig. Und ob Makoto Hasebe wieder einmal eine Startelf-Chance bekommt, ließ der Trainer komplett offen. Der japanische Nationalspieler leidet zwar schon seit Wochen unter Knieproblemen, die einfach nicht aufhören wollen, nahm sogar regelmäßig Schmerztabletten. „Aber in dieser Woche sah es gut aus. Es geht bei ihm in die richtige Richtung“, sagte Kovac. „Makoto ist ein Vollblutprofi. Er möchte zur WM fahren. Er ist Kapitän eines sehr stolzen Landes. Er möchte seiner Mannschaft immer helfen.“ Die Frage ist, ob die Frankfurter Verantwortlichen das zulassen. Denn einen möglicherweise gravierenden Knieschaden beim Japaner wollen sie nicht riskieren.

Ohnehin wird die Frankfurter Personallage von Woche zu Woche besser. Am Freitag verkündete der Verein via Twitter, dass auch Marco Fabián nach seiner Operation am Lendenwirbel wieder die ersten Runden auf dem Trainingsplatz gedreht habe. Andere Langzeitausfälle wie Omar Mascarell und Timothy Chandler werden nach Angaben von Kovac sogar schon phasenweise ins Mannschaftstraining integriert.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse