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Eintracht Frankfurt: Die Eintracht-Krise: Was Niko Kovac jetzt noch machen kann

Von Zwei Punktspiele, dann der Saisonhöhepunkt mit dem Pokalfinale in Berlin: Die Frankfurter Eintracht hat plötzlich wieder große Probleme. Auch schon mit Blick auf die kommende Spielzeit.
Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst)
Frankfurt. 

Die Pfiffe im Stadion werden lauter. Die Kritiken in den Medien werden härter. „Stümper-Stürmer“ (Bild), „Alarmzeichen“ (FNP), „Die Luft ist raus“ (Frankfurter Rundschau), „Schlecht wie nie“ (Offenbach-Post) – die Frankfurter Eintracht ist gerade am Scheideweg in der öffentlichen Meinung angekommen.

Die 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg, der scheinbar unaufhaltsame Absturz in der Tabelle der Fußball-Bundesliga und die immer schwächer werdenden Leistungen haben viele in der ganzen Region an die Grenzen ihrer Geduld gebracht.

Fredi Bobic hasst Zufriedenheit

Zu Zeiten von Uwe Bein, Andy Möller, Anthony Yeboah und Jay Jay Okocha, also vor mehr als 20 Jahren, sprach man davon, die Frankfurter Eintracht spiele bereits den „Fußball 2000“.

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Zusammengehalten wird der Club in diesen Tagen nur noch von der Teilnahme am Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund, das zu Recht als Höhepunkt der Saison angesehen wird.

Und doch muss Trainer Niko Kovac reagieren vor den beiden abschließenden Bundesligaspielen am Samstag in Mainz und eine Woche darauf im Frankfurter Stadtwald gegen RB Leipzig. Aber was kann der Trainer der Eintracht überhaupt noch tun? Und was muss er tun?

Hoffnung auf Meier

Personelle Verstärkungen wird es nur bedingt geben. Immerhin: David Abraham kehrt nach abgelaufener Gelbsperre für das Derby in Mainz zurück. Das wird dazu führen, dass wieder eine halbwegs funktionierende Abwehr auf dem Platz steht. Zudem besteht Hoffnung, dass Alexander Meier (Fersenentzündung) bis zum Endspiel am 27. Mai fit werden könnte.

Dazu müsste der Kapitän freilich in dieser Woche wie geplant mit Lauftraining und ersten Ballübungen auf dem Platz beginnen, in der nächsten Woche mit der Mannschaft trainieren und dann im letzten Heimspiel gegen Leipzig zumindest einen Teileinsatz haben. In jedem Fall würde Meiers Comeback der Mannschaft und den Fans neue Hoffnung geben.

In der abwehrenden Abteilung scheint es geboten, zur Viererkette zurückzukehren, ganz einfach, weil die Spieler für eine Fünferkette nicht mehr da sind. Ringt sich der Trainer zu einer Innenverteidigung mit Abraham und Michael Hector durch, ersatzweise Marco Russ, könnten auch andere Spieler wieder auf ihren gewohnten Positionen eingesetzt werden.

Das würde der Mannschaft sicher zu mehr Stabilität verhelfen, denn dass Timothy Chandler und Bastian Oczipka außen besser spielen als innen, ist klar, dass sie deutlich mehr Qualität haben als Guillermo Varela und Taleb Tawatha auch.

Die größten Probleme liegen in diesen Tagen allerdings im defensiven Mittelfeld. Zwei „Sechser“ gibt der Kader nicht mehr her, nachdem Omar Mascarell (Achillessehnenentzündung) verletzt ist und Szabolcs Huszti im Winter ersatzlos abgegeben wurde. Naheliegend wäre auch hier eine strukturelle Änderung. Warum sollte es die Eintracht nicht mal in einem 4-1-4-1-System versuchen? Varela wäre eine Alternative auf der „Sechs“, vielleicht auch Stendera. Überzeugend klingt beides freilich nicht.

Das ging schief

Für die angreifende Abteilung sollte im Winter ein neues Konzept erarbeitet werden, „um Lösungen gegen tief stehende Gegner zu finden“, so Kovac vor dem Trainingslager in Abu Dhabi. Das ist komplett in die Hose gegangen.

Die Verletztenmisere kann in diesem Bereich nur bedingt als Erklärung herhalten, denn gerade gegen Wolfsburg am letzten Samstag waren mit Ausnahme von Kapitän Alex Meier alle anderen Offensivkräfte an Bord. Wie also könnte eine offensive Viererkette aussehen? Marco Fabián und Shani Tarashaj innen, vielleicht auch Aymen Barkok, wenn er den Kopf wieder frei hat. Ante Rebic und Mijat Gacinovic außen.

Das hätte den kleinen Vorteil, dass auch Gacinovic da spielen könnte, wo er sich am wohlsten fühlt. Auf der Seite könnte auch Danny Blum eingesetzt werden, einen weiteren echten Flügelstürmer für die rechte Seite gibt es seit dem Verkauf von Stefan Aigner an 1860 München vor der Saison nicht mehr. Marius Wolf hätte in die Bresche springen können, hat sich aber auch schwer verletzt (Schulter ausgekugelt/Operation).

Ganz vorne muss Kovac mangels Alternativen weiter auf Branimir Hrgota oder Haris Seferovic vertrauen. Einen Einsatz von Rebic in der Sturmspitze hat der Trainer aus nachvollziehbaren Gründen ausgeschlossen. Rebic spiele nicht so gerne mit dem Rücken zum Tor. Zudem ist er ja auch nicht treffsicherer als die Kollegen, eher ein Vorbereiter als ein Torjäger.

Bitter für Kovac und die Eintracht, dass der Kader so ausgedünnt ist. Jesus Vallejo wird in dieser Saison keinesfalls mehr zurückkehren. Mascarell soll nun sogar eine Operation drohen. Niemand weiß, wann Makoto Hasebe (Knorpelschaden im Knie/Operation) wieder spielen kann. Völlig im Dunkeln liegt, in welcher gesundheitlichen Verfassung sich Andersson Ordonez befindet. Der Neue aus Ecuador hatte sich nach langer Verletzungspause wieder herangekämpft, ist nach vier Teileinsätzen aber wieder in der Versenkung verschwunden. Womöglich ist die Knieverletzung schlimmer als befürchtet und kommuniziert. Das alles belastet die Arbeit des Trainers nicht nur in diesen Tagen, sondern es macht auch die Planungen für die kommende Saison noch schwieriger als sie ohnehin sind.

 

 

 

 

 

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