Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Eintracht Frankfurt: Die Eintracht ist ein heißer Anwärter für Europa

Von Der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat mit dem 1:1 gegen Hoffenheim gestern Abend den Vorsprung auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze gewahrt.
Foto: Ulrich Hufnagel (imago sportfotodienst)
Frankfurt. 

Am Ende blickte man in müde, aber auch zufriedene Gesichter. Dieses 1:1 (0:0) zwischen der Frankfurter Eintracht und der TSG 1899 Hoffenheim, dieses „hochintensive Spiel“ (Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic), diese „Werbung für die Bundesliga“ (Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann) vor 50 500 Zuschauern hatte vielleicht auch keinen Sieger verdient. Durch den Punkt kletterte die Eintracht jedenfalls wieder auf Platz vier der Tabelle der Fußball-Bundesliga und bleibt ein heißer Anwärter auf einen Platz im europäischen Geschäft. Vom Ergebnis der heutigen Partie zwischen Leipzig und Leverkusen hängt ab, wohin sie dann wieder abrutscht. „Mit dem Punkt können wir leben“, meinte Bobic: „Wichtig ist, dass wir Hoffenheim auf Abstand gehalten haben. Das Restprogramm wird noch hart genug. Diesen Punkt heute nehmen wir gerne mit.“

Auch Eintracht-Coach Niko Kovac sprach von einem „tollen Spiel“, bei dem wegen der deutlich höheren Temperaturen als zuletzt „alle an ihre Grenzen gegangen“ waren. „Beide Teams hätten drei Punkte verdient“, meinte Kovac. „Aber am Ende war heute nicht mehr drin.“

Kovac musste bekanntlich den verletzten Ante Rebic ersetzen. Für den kroatischen Stürmer, der sich bei der Auswärtsniederlage in Bremen einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, rückte Marco Fabián ins Team. Es war der erste Startelf-Einsatz für den Mexikaner in dieser Saison. Im Vergleich zum 1:2 an der Weser am Ostersonntag rückte außerdem Jetro Willems für Timothy Chandler auf die linke Außenbahn. Bei den Kraichgauern fehlte Kevin Voigt. Für den Abwehrchef war Havard Nordveit in die Mannschaft gekommen.

0:0 stand es zur Pause, und dieses Ergebnis spiegelte den Spielverlauf in der ersten Halbzeit nicht unbedingt wider. Denn Tore hätten in den letzten zehn Minuten dieses Spielabschnitts durchaus fallen können – mit etwas mehr Glück und etwas weniger Pech auf beiden Seiten.

In der 42. Minute schien die Führung für die Eintracht perfekt zu sein. Aber erst parierte TSG-Torhüter Baumann großartig den Schuss von Marco Russ nach einer Ecke von Jonathan de Guzman. Und dann warf sich Pavel Kaderabek in den Nachschuss von Luka Jovic. Auf der anderen Seite hatten die Hoffenheimer zwischen der 34. und 37. Minute zwei Großchancen. Aber Sergy Gnabry zielte nach feinem Zuspiel von Mark Uth aus spitzem Winkel knapp am Frankfurter Tor vorbei. Und kurz danach klatschte der überraschende Volleyschuss von Andrej Kramaric an den rechten Pfosten. Lukas Hradecky konnte da nur noch hinterher schauen. Zwei Hochkaräter für die TSG, die der Eintracht während der ersten halben Stunde aber viel Ballbesitz gelassen und auf Konterchancen gelauert hatte. Schon nach den ersten 25 Minuten verbuchten die Frankfurter, bei denen viel über die rechte Seite mit Danny da Costa und Marius Wolf lief, ein Eckstoßverhältnis von 4:0. Nach einer dieser Standardsituationen meisterte TSG-Keeper Baumann einen Kopfball von Luka Jovic (17.).

Marco Fabián präsentierte sich fast schon übermotiviert und verbuchte einige Fehlpässe. Aber zwei lichte Augenblicke hatte der Mexikaner dann doch. In der 26. Minute setzte er einen Fallrückzieher knapp am TSG-Tor vorbei. Und zehn Minuten vor der Pause senkte sich sein wuchtiger Distanzschuss aufs Tornetz und nicht hinein.

Die Zuschauer waren mit einem guten Gefühl in die Pause entlassen worden. Und nur vier Minuten nach Wiederanpfiff wurde daraus ein Hochgefühl. Wieder einmal hatte sich der sehr agile Wolf nach einem Zuspiel von Fabián auf der rechten Seite durchgesetzt. Und seine scharfe Hereingabe bugsierte Luka Jovic, der Torschütze vom Dienst der letzten Wochen, zum 1:0 über die Linie. Nur sechs Minuten später musste der junge Serbe angeschlagen vom Platz. Er hatte im direkten Duell mit Baumann einen Schlag auf die Kniescheibe erhalten. Für ihn kam Sébastien Haller.

Und dann kam die kalte Dusche für die Eintracht und ihre Fans. Es ging alles ziemlich schnell in der 56. Minute: Wieder klappte nach einem Hoffenheimer Abschlag das Zusammenspiel zwischen Uth und Gnabry. Der Nationalspieler gewann das Laufduell mit David Abraham und schob zum Ausgleich in die lange Ecke ein.

„Ein Zeichen gesetzt“

Kurze Zeit später brachte Kovac Mijat Gacinovic für Kevin-Prince Boateng und dann auch noch Simon Falette für Russ. Bei beiden hatte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht, im Fall von Russ sogar mit einem Krampf. „Im Alter wird der Tank kleiner“, meinte der Abwehrspieler hinterher: „Aber wir haben genügend gutes Personal auf der Bank.“

Die Eintracht zeigte sich nur kurz beeindruckt und verlegte sich schon bald wieder aufs Attackieren, mit offenem Visier und ohne die vielen Rückpässe, die es in der ersten Halbzeit noch gegeben hatte. Das führte in der 69. Minute zu einer weiteren Großchance, als Fabián in einen zu kurzen Abschlag des Hoffenheimer Torhüters spritzte, den Ball in den Strafraum hob und Haller das Leder an die Latte nickte. Ein hochklassiges, vom taktischen Können der beiden Trainer Kovac und Nagelsmann bestimmtes Spiel ging dann auf die Zielgerade. Einen „Lucky Punch“ konnte keiner mehr landen. „Für den Kampf um Europa bedeutet das nicht so viel“, meinte Fredi Bobic: „Wir haben ein wichtiges Zeichen gesetzt.“

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse