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Eintracht Frankfurt: Die Suche nach der „Sechs“

Von Vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund muss Niko Kovac, der Trainer der Frankfurter Eintracht, viele personelle Probleme lösen.
Eine nachdenkliche Runde gestern im Training des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt: Chefcoach Niko Kovac und seine Assistenten Robert Kovac (rechts) und Armin Reutershahn. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Eine nachdenkliche Runde gestern im Training des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt: Chefcoach Niko Kovac und seine Assistenten Robert Kovac (rechts) und Armin Reutershahn.
Frankfurt. 

Die Frankfurter Eintracht muss beim Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund auf insgesamt elf Spieler verzichten. „So langsam wird die Decke dünner“, sagt Trainer Niko Kovac, dem neben dem Gelb-gesperrten Omar Mascarell mit Marco Russ, Marc Stendera, Guillermo Varela, Yanni Regäsel, Joel Gerezgiher, Taleb Tawatha, Slobodan Medojevic, Danny Blum, Shani Tarashaj und Johannes Flum zehn weitere Spieler wegen Krankheiten, Verletzungen oder Reha-Maßnahmen fehlen.

Nur ganz vorne hat Kovac gegen den Champions-League-Teilnehmer noch wirkliche Alternativen, je weiter es nach hinten geht, desto weniger Möglichkeiten bleiben ihm. Im defensiven Mittelfeld ist sogar der Notstand ausgebrochen. „Da müssen wir uns was einfallen lassen“, gibt Kovac zu.

Mascarell gesperrt

Mit Szabolcs Huszti steht dem Frankfurter Trainer nur noch einer seiner insgesamt fünf defensiven Mittelfeldspieler zur Verfügung. Mascarells Sperre nach der fünften Gelben Karte, die er beim Sieg in Bremen am Sonntag sah, tut richtig weh. Denn mit Medojevic und Flum spielen zwei andere defensive Mittelfeldspieler in den Planungen keine Rolle. Beide haben sich in der vergangenen Saison schwere Verletzungen zugezogen und kommen einfach nicht mehr richtig auf die Beine. Medojevic wurde an der Achillessehne operiert, plagt sich jetzt als Folgeverletzung mit Knieproblemen. „Die Knieschmerzen werden nicht besser, das ist total komisch“, sagt der Trainer, „es ist nicht gut um ihn bestellt, er ist wieder in der Reha.“

Flum hat zwar seinen Kniescheibenbruch überwunden, doch nun schmerzt die Achillessehne. Auch der ehemalige Freiburger ist in der Reha, kann frühestens im Winter-Trainingslager im Januar wieder zur Mannschaft stoßen. Da Makoto Hasebe erfolgreich zu einer Art „Libero“ umfunktioniert wurde, ist nun eine breite Lücke auf der Spielposition „6“ entstanden. Was tun also? „Wir könnten in der Dreierkette mit Michael Hector spielen“, sagt Kovac. So haben es die Frankfurter schon beim 2:2 gegen die Bayern gemacht. Dann wäre Hasebe frei fürs defensive Mittelfeld als Partner von Huszti.

Doch die Dreier-Innenverteidigung mit Abraham, Hasebe und Vallejo war zuletzt das Prunkstück der Frankfurter Mannschaft. Da wechselt kein Trainer so gerne. Und deshalb sucht Kovac auch noch nach anderen (Not-)lösungen. Die sind freilich dünn gesät. Die Möglichkeit, einen seiner beiden Außenverteidiger, Timothy Chandler oder Bastian Oczipka ins Mittelfeld zu stellen, ist nicht vorhanden, weil wiederum sämtliche Alternativen zu Chandler und Oczipka, also Regäsel, Varela und Tawatha, ebenfalls ausfallen.

Bleibt noch die offensivste aller Möglichkeiten. In der Vorbereitung hat Marco Fabián einige Male eine etwas defensivere Rolle eingenommen, der Mexikaner könnte also etwas weiter zurück rücken. Seine Position wiederum könnte Mijat Gacinovic einnehmen, Ante Rebic oder Haris Seferovic als zusätzliche Angreifer ins Team rücken.

Und was ist eigentlich mit Aymen Barkok? Für den Senkrechtstarter aus dem Bremen-Spiel könnten die Dortmunder (noch) eine Nummer zu groß sein. Kovac wird genau darauf achten, den 18 Jahre alten Mittelfeldspieler nicht zu überfordern. Dabei sei Barkok durchaus geerdet. „Er ist ein ganz normaler Junge“, sagt der erfahrenen Trainer, „es gibt auch keinen Grund, den Boden unter den Füßen zu verlieren.“ Grundsätzlich sei die Einwechslung von Barkok in Bremen ein gutes Zeichen für den gesamten Verein gewesen. „Die Jugendspieler erkennen ihre Chance“, glaubt Kovac, „das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Bevor der Frankfurter Trainer seine Ideen fürs Dortmund-Spiel weiterentwickelt und eine Entscheidung trifft, will er sich noch einmal ganz genau die letzten Spiele des Gegners anschauen. Vielleicht erkenne man ja da eine Möglichkeit, dem BVB beizukommen. Freilich ist bei der Borussia der personelle Trend genau gegenläufig. Dort kommen lange verletzte Spieler nach und nach wieder zurück. „Mein Kollege kann also rotieren“, sagt Kovac. Davon ist er weit entfernt. Genau wie vom Niveau des BVB. „Wir sind noch weit weg von der Borussia“, beharrt Kovac. Aussichtslos aber ist der Kampf sicher nicht. Im letzten Heimspiel haben die Frankfurter 1:0 gegen die Dortmunder gewonnen und in der Tabelle liegen sie gleichauf, nur getrennt durch die Tordifferenz.

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