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Eintracht Frankfurt: Die acht Tore in Hanau werden die Situation von Branimir Hrgota kaum verbessern

Wenn die Adler sich nach ihrem Kurzurlaub wieder an der Arena einfinden und Hütter die Intensität wieder erhöht, wird auch Branimir Hrgota auf dem Platz stehen. Ein Kandidat für einen Kaderplatz dürfte er aber nicht sein.
Rafinha vom FC Bayern München (l) und Branimir Hrgota von Eintracht Frankfurt im Zweikampf um den Ball. Foto: Matthias Balk (dpa) Rafinha vom FC Bayern München (l) und Branimir Hrgota von Eintracht Frankfurt im Zweikampf um den Ball.
Frankfurt. 

Die Tornetze heruntergelassen, die Eckfahnen abgesteckt, der makellose Rasen im strahlenden Sonnenschein feucht schimmernd – alles war angerichtet für das letzte Training von Eintracht Frankfurt in dieser Woche. Dann aber entschied sich Trainer Adi Hütter am Freitagvormittag kurzerhand, seine Mannen lieber nicht auf den Platz zu schicken, sie stattdessen eine dreiviertel Stunde locker durch den Frankfurter Stadtwald traben zu lassen. Die knapp hundert wartenden Kiebitze bekamen lediglich die drei Torhüter zu Gesicht, die sich gegenseitig ein paar Bälle auf den Kasten ballerten.

Gleichwohl passte der entspannte Abschluss zum Rest dieser Trainingswoche. Trainer Hütter, der nach dem straffen Programm mit sieben Spielen in 24 Tagen schon angekündigt hatte, seiner Mannschaft mal ein bisschen Ruhe gönnen zu wollen, hielt Wort. Lediglich zwei lockere Einheiten auf dem Platz, die geprägt waren von Passübungen und Torabschlüssen, das Testspiel am Donnerstagabend beim FC Hanau 93 und die abschließende Joggingrunde hatten die Profis zu absolvieren. Ziemlich angenehm.

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<b>Marius Wolf (Borussia Dortmund):</b>
Der Mittelfeldspieler fügte sich sehr ordentlich beim BVB ein. Vom 18. - 26. Juli war er mit seiner Mannschaft im Trainingslager in den USA absolvierte Testspiele gegen Manchester City, den FC Liverpool und Benfica Lissabon. Wolf kam in allen Spielen zum Einsatz und erzielte im Spiel gegen Lissabon einen Treffer im Elfmeterschießen. Aktuell sieht es so aus, als könnte er auch in Dortmund eine wichtige Rolle spielen.<b>Omar Mascarell (FC Schalke):</b>Nach seinem Wechsel lobte er den neuen Verein schon bei einem Instagram-Post überschwänglich: "Ich freue mich schon jetzt darauf, in einem der tollsten Stadien der Welt und vor einer atemberaubenden Kulisse spielen zu dürfen." Trainer Tedesco hält große Stücke auf den Spanier. Er soll der neue Schlüsselspieler in der Zentrale werden. Mascarell hat sich unterdessen gut eingelebt in Gelsenkirchen und dürfte Favorit auf einen Stammplatz im Mittelfeld sein.<b>Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen):</b>Der Finne ist nach dem Abgang von Bernd Leno die klare Nummer 1 bei der Werkself. Aktuell plagt er sich aber mit einer Verletzung herum und droht sogar zum Saisonstart auszufallen. Ihm wurde vor zwei Wochen eine Zyste am Kiefer entfernt und der Ausfall kann bis zu fünf Wochen dauern. Sobald er wieder fit ist, wird er aber ins Tor von Bayer zurückkehren.

Gelson Fernandes brachte die Gemütslage mit einem gestern in den Sozialen Netzwerken veröffentlichen Bild so ziemlich auf den Punkt. Der immerzu lächelnde Schweizer lächelte darauf noch ein bisschen mehr als sonst, ballte die Fäuste, und schrieb: „Das Wochenende kommt. Habt einen schönen Tag.“ Erst am Montag müssen Fernandes und seine Kollegen wieder zur Arbeit erscheinen.

Obwohl die Trainingswoche also eine ziemlich lockere war, Profis und Trainerteam auffällig viel miteinander lachten, ein paar wenige Erkenntnisse gab sie dann doch her. Etwa, dass Kapitän David Abraham nach überstandenen Adduktorenproblemen für das nächste Bundesligaspiel am kommende Freitag in der eigenen Arena gegen Fortuna Düsseldorf wieder in der Anfangsformation stehen dürfte. Er konnte ohne Probleme alle Einheiten durchziehen.

Oder aber, dass Mittelfeldabräumer Lucas Torro nach dem überraschenden Tod seines Bruders und dessen Beerdigung in der spanischen Heimat mittlerweile wieder ins Hessenland zurückgekehrt ist und gegen Düsseldorf ebenfalls eine Option sein wird. Und zu guter Letzt – etwas überspitzt formuliert –, dass es selbst Branimir Hrgota noch gibt.

Der 25-Jährige war der Spieler, der beim Scheibenschießen am Donnerstag in Hanau (13:0) herausstach. Acht Treffer steuerte der ehemalige schwedische Nationalkicker bei, drei innerhalb von zehn Minuten. Zudem legte der Stürmer noch zwei weitere vor. Eine Eins-A-Frustbewältigung, über die Hrgota selbst nicht reden wollte, wohl in dem Wissen, dass sie ihn sowieso kaum weiterbringen wird.

Der noch bis zum Saisonende mit einem Vertrag in Frankfurt ausgestattete Angreifer ist der Spieler des Teams, mal abgesehen von den Talenten Noel Knothe und Deji Beyreuther sowie den Ersatztorhütern Jan Zimmermann und Felix Wiedwald, der am weitesten weg ist von einem Einsatz in einem Pflichtspiel. Noch nicht mal im Kader stand Hrgota bisher, die einzigen beiden Auftritte auf dem Rasen durfte er bei bedeutungslosen Testkicks in den Länderspielpausen verbuchen – gegen die Fünft- und Sechstligisten aus Ederbergland und Hanau. Die Konkurrenz im Angriff mit Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastien Haller ist schlicht zu groß.

Für den 2016 aus Gladbach gekommen Hrgota ist die Eintracht zu einer Sackgasse der Karriere geworden. 103 Bundesligaspiele absolvierte der Schwede bisher, zwölf Tore, immerhin 38 Partien waren es für die Eintracht, sechs Tore. Der letzte Treffer in der Bundesliga gelang Hrgota im Mai 2017 – die frühe Führung bei der 2:4-Niederlage in Mainz. Das ist lang, lang her.

Im Sommer sollte das Kapitel Hrgota in Frankfurt schließlich ein Ende finden. Die Vereinsführung legte dem 25-Jährigen einen Wechsel nahe, verbannte ihn kurzzeitig in die Trainingsgruppe zwei, woraufhin es Kontakt nach Nürnberg und Hannover gegeben haben soll. Doch daraus wurde nichts, warum nicht, das weiß so richtig niemand, angeblich habe Hrgota selbst nicht gehen wollen. Bestätigt ist das nicht.

Wie auch immer, wenn die Eintracht sich nach ihrem Kurzurlaub am Montag wieder an der Arena einfindet, wenn Adi Hütter die Intensität in Hinblick auf das Heimspiel gegen Düsseldorf deutlich erhöht, wird auch Branimir Hrgota auf dem Platz stehen. Ein Kandidat für einen Kaderplatz dürfte er trotz seiner Acht-Tore-Frustbewältigung aber nicht sein.

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