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Eintracht Frankfurt: Die schwarze Seite: Alt-Hooligan der Eintracht über seine fragwürdige Karriere

Von Alkohol, Ausraster und Gewalt: Ein Alt-Hooligan spricht offen über die Vergangenheit. Wie er zum Hooligan wurde, im Knast landete und schließlich dem "modernen Fußball" den Rücken kehrte.
Feuer und Flamme für ihr Team: Da werden auch Grenzen überschritten. Foto: imago sportfotodienst Feuer und Flamme für ihr Team: Da werden auch Grenzen überschritten.
Frankfurt. 

„Du musstest sehen, dass du überlebst“, antwortet Thomas Oetker auf die Frage, ob es früher einen Ehrenkodex unter den Fußball-Hooligans gab. Der inzwischen 53-Jährige weiß, von was er hier im Museum der Frankfurter Eintracht redet. Rund 25 Jahre war er durch Europa gezogen, zu Spielen der Eintracht und der Nationalmannschaft. Wegen des Fußballs und „der dritten Halbzeit“.

Während sich heute gewaltbereite Fans gerne zu „Ackermatches“ verabreden, wo drei Minuten lang 15 gegen 15 gekämpft wird, gab es solche geplante Treffen zum Ende des vergangenen Jahrtausends nicht. Doch „wenn es gekracht hat, war das gut“. Man schlug sich vor den Stadien, in den Innenstädten oder auf den Bahnhöfen. „Wir waren schon auf der Hinfahrt besoffen“, gibt Thomas Oetker zu. Er erzählt ohne Stolz auf seine Taten. Aber er hat längst akzeptiert, dass auch diese Phase zu seinem Leben gehört.

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Angefangen hatte es im Alter von 15 Jahren, das „Presswerk Rüsselsheim“ wurde zu seiner Ersatzfamilie: „Kameradschaft war ganz wichtig.“ Die Bundesliga war sein Alltag, Auslandsreisen waren die Höhepunkte. Er war dabei, als bei der EM 1984 deutsche Schläger in Frankreich einfielen, als sie im Nachbarland das Bild der hässlichen Deutschen mit neuem Leben füllten. Zusammen mit dem „SS-Siggi“ von der Borussenfront landete er im Knast, wurde aber rasch in seine Heimat abgeschoben. Politisch motiviert war er allerdings nicht.

Über sein Image machte er sich keine Sorgen: „Wenn alle einen hassen, gibt das einem das Gefühl, außergewöhnlich zu sein.“ Und so schlug er sich weiter durch die Fußballwelt, ohne das Thema Gewalt besonders zu reflektieren.

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Bis nach der Maueröffnung ging das so. Und plötzlich bekamen er und seine Mitstreiter in Zwickau fürchterlich einiges auf die Kauleisten. Als ein Rückkampf im Frankfurter Ostpark ähnlich desaströs geendet hatte, fragte er sich, ob das alles mit fast 40 Jahren noch Sinn mache. Viele Ossi-Hools waren besser trainiert, waren noch brutaler. „Beende deine Karriere“, sagte er sich. Inzwischen ist er Yoga-Lehrer und geht nicht mehr ins Stadion. Der ganze Kommerz im modernen Fußball, das Söldnertum, das „ist nicht mehr mein Ding. Ich bin satt“.
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