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Eintracht Frankfurt: Die zwei Gesichter der Frankfurter Eintracht

Nach einer guten zweiten Halbzeit musste sich die Frankfurter Eintracht in Leipzig mit 1:2 geschlagen geben. Grund für die Niederlage waren schwache erste 45 Minuten. Die Hessen zeigten zwei ganz unterschiedliche Gesichter.
Ein Blick ins Gesicht von Eintracht-Kapitän David Abraham genügt: Mit einer besseren Leistung in der ersten Halbzeit wäre in Leipzig mehr drin gewesen. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Ein Blick ins Gesicht von Eintracht-Kapitän David Abraham genügt: Mit einer besseren Leistung in der ersten Halbzeit wäre in Leipzig mehr drin gewesen.
Leipzig. 

Nach gut 90 Minuten in Leipzig war sie dahin, die bisher so schöne Auswärtsbilanz der Frankfurter Eintracht. 1:2 hieß es aus Sicht der hessischen Bundesliga-Fußballer am Ende. Der Anschlusstreffer von Ante Rebic in der 77. Minute war zu spät gekommen, um in der Folge die zwischenzeitliche 2:0-Führung des letztjährigen Bundesliga-Zweiten wett zu machen.

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Die Eintracht hat am Samstag mit 2:1 gegen Leipzig verloren. Die Einzelkritik unserer Mitarbeitern Nadine Peter.<b>Ante Rebic</b>: Nach seiner Einwechslung brachte der Kroate direkt Schwung in die Frankfurter Offensive. Es gelang ihm zwar nicht alles. Aber wäre die Ecke von de Guzman in der 65. Minute nicht schon vermeintlich im Aus gewesen, hätte der Torschütze zum 1:2 sogar zwei Treffer erzielt.

Bislang hatte die Eintracht auswärts noch nicht verloren, mehr noch: Alle sieben Saisonzähler waren in der Fremde geholt worden. Und wenn man sich die zweite Halbzeit der Frankfurter bei den Sachsen anschaut, dann wäre auch am Samstag mindestens ein Punkt verdient gewesen. Aber eben auch nur dann. Denn die Eintracht zeigte in den beiden Halbzeiten zwei komplett unterschiedliche Gesichter. Während vor der Pause nicht ein einziger Torschuss für die Frankfurter notiert wurde, hätte RB Leipzig sich am Ende der zweiten Hälfte nicht beschweren können, wenn die Frankfurter noch ausgeglichen hätten. Aber zum Glück für die Gastgeber köpfte Eintrachts Innenverteidiger Simon Falette in der 87. Minute beim Stand von 1:2 an den Pfosten. Die rund 4000 mitgereisten Eintracht-Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen. „Mit fünf Minuten mehr hätten wir vielleicht sogar noch gewonnen“, meinte Kevin-Prince Boateng. Soweit wollte Eintracht-Trainer Niko Kovac zwar nicht gehen, befand nach Abpfiff aber auch, dass „wir fast noch etwas hätten mitnehmen können“.

Leipzig macht dicht

Diese ganze Spannung gegen Ende der Partie wäre aber gar nicht nötig gewesen, hätten die Frankfurter schon in der ersten Hälfte zu ihrem Offensivspiel gefunden. Doch da kam so gut wie nichts. „Das lag nicht in erster Linie an meiner Mannschaft. Sondern auch am Gegner, der sehr gut verteidigt und die zweiten Bälle attackiert hat“, nahm Trainer Kovac sein Team in Schutz, das er im Vergleich zum Sieg in Köln am Mittwoch auf vier Positionen geändert hatte: Jonathan de Guzman, Jetro Willems, Daichi Kamada und Marius Wolf rückten für Mijat Gacinovic, Taleb Tawatha, Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng in die Startelf. Die Folge dieser Wechsel: Der Trainer stellte auf eine Dreierkette um.

Es wäre so schön gewesen . . . Ante Rebic (links) ärgert sich darüber, dass der Schiedsrichter den Treffer von Kollege Jovic nicht anerkannte. Bild-Zoom Foto: O.Behrendt (imago sportfotodienst)
Es wäre so schön gewesen . . . Ante Rebic (links) ärgert sich darüber, dass der Schiedsrichter den Treffer von Kollege Jovic nicht anerkannte.

„Ich wusste, dass wir mit dieser Taktik nicht untergehen werden“, erklärte Kovac seine Entscheidung und ergänzte: „Man kann nicht nach Leipzig kommen und es auf einen offenen Schlagabtausch ankommen lassen. Defensiv haben wir in der ersten Halbzeit nicht viel zugelassen. Leipzig hatte nur zwei Schüsse.“ Einer davon genügte den Gastgebern jedoch, um in der 28. Minute durch Jean-Kevin Augustin in Führung zu gehen. Diesem Treffer vorausgegangenen waren gleich mehrere Frankfurter Fehler. Zunächst spielte der erst wenige Minuten zuvor für den verletzten Gelson Fernandes (Muskelfaserriss im Oberschenkel) eingewechselte Boateng mit seinem ersten Ballkontakt einen unsauberen Rückpass auf Lukas Hradecky, der den Ball auf seinen schwächeren linken Fuß bekam und ihn nur halbherzig aus der Gefahrenzone klärte. Den entscheidenden Fehler machte jedoch de Guzman, der im Zweikampf mit Leipzigs Marcel Sabitzer nicht gut aussah und den Vorlagengeber ziehen ließ.

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Die Eintracht konnte ihre Auswärsserie nicht fortsetzen. Die Frankfurter verlieren 2:1 in Leipzig. RB hatte das Spiel über weite Strecken beherrscht, Rebic konnte in der 77. Minute den Anschlusstreffer schießen.

Spätestens jetzt hatte man sich von der Eintracht mehr Initiative im Spiel nach vorne erhofft. Doch es passierte erst einmal nichts. „Natürlich wollten wir in der Offensive in der ersten Halbzeit mehr investieren. Das ist uns leider nicht gelungen“, stellte auch Kovac später fest. Doch dann kam die zweite Halbzeit. Und ganz plötzlich lief es besser. Erst recht, nachdem Kovac in der 56. Minute den erschreckend unauffälligen Kamada auswechselte und Rebic brachte. Und der sorgt für Schwung in der Vorwärtsbewegung. Fünf Minuten später wurde auch noch Luka Jovic für den schwachen Sébastien Haller eingewechselt. Und auch der junge Serbe belebte das Frankfurter Offensivspiel merklich. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung beförderte Jovic den Ball nach einer Ecke per Kopf über Torlinie der Leipziger. Doch der Treffer zählte nicht. Das Schiedsrichtergespann hat die Ecke von de Guzman zuvor im Toraus gesehen. Zu Unrecht (siehe Text auf dieser Seite). Umso bitterer für die Eintracht, dass sie nur wenige Augenblicke später (67. Minute) durch einen sehenswerten Treffer von Timo Werner 0:2 in Rückstand geriet.

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Die 65.Minute in Leipzig: Jonathan de Guzman tritt einen Eckball hoch nach innen. Luka Jovic köpft ihn ins Tor. Der Ausgleich für die Frankfurter Eintracht in Leipzig? Nein, Assistent Frederick Assmuth

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Aber Kovac durfte nach der Partie doch noch feststellen, dass „Spiele mit Eintracht Frankfurt immer eng sind“. Dafür sorgte Rebic nach feiner Vorarbeit von Jovic und Wolf. Sein Treffer zum 1:2 (77.) war das erste Eintracht-Tor in dieser Saison aus dem Spiel heraus. „Durch den Anschlusstreffer waren plötzlich wieder alle Möglichkeiten da“, analysierte der Trainer.

Plötzlich offensiv

Auf einmal hatte die Eintracht Chancen und kombinierte sich teils sehr ansehnlich an des Gegners Strafraum. Und dann war drei Minuten vor Abpfiff noch dieser Pfostentreffer von Falette. „Solange der Schiedsrichter nicht abgepfiffen hatte, habe ich daran geglaubt, dass noch etwas geht. Das hat meine Mannschaft auch getan. Den einzigen Vorwurf, den ich ihr machen kann ist, dass sie wieder einige Gelegenheiten ausgelassen hat. Daran werden wir weiter arbeiten“, versprach Kovac. Nicht vergessen werden darf dabei, dass auch Leipzig gute Möglichkeiten ausließ. Trotzdem waren die Frankfurter in der zweiten Halbzeit im Vergleich zur ersten und speziell nach den Einwechslungen von Rebic und Jovic kaum wiederzuerkennen. An diese Leistung gilt es anzuknüpfen am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen den VfB Stuttgart.

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