E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C
3 Kommentare

Eintracht Frankfurt: Ein wenig Angst geht bei der Eintracht um

Zu viele Gegentore, Schwächen bei Standards, Mangel an Qualität im Mittelfeld: Bei der Eintracht gibt es viele Baustellen.
Hängende Köpfe, betretene Mienen: Die Frankfurter Luka Jovic (von rechts), Jonathan de Guzman und Filip Kostic sind nach dem Abpfiff bedient. Foto: Marius Becker (dpa) Hängende Köpfe, betretene Mienen: Die Frankfurter Luka Jovic (von rechts), Jonathan de Guzman und Filip Kostic sind nach dem Abpfiff bedient.
Frankfurt. 

Die ganze Frankfurter Malaise nach nur fünf Spieltagen und dem Abrutschen in die unangenehmen Gefilden der Tabelle der Fußball-Bundesliga hat der Trainer Adi Hütter im Nachgang der 1:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach fein säuberlich in zwei Sätzen verpackt: „Wir schießen zu wenig Tore. Wir kriegen hinten zu leicht Tore.“

Sehr viel treffender kann man es nicht ausdrücken. Und deshalb geht im Frankfurter Stadtwald schon ein wenig die Angst um, relativ früh in der Saison ins Hintertreffen zu geraten. Das nächste Heimspiel, bereits am Sonntag (15.30 Uhr) gegen die noch schwächer gestarteten Hannoveraner, gewinnt da mal wieder wegweisenden Charakter. Ein Heimsieg, er wäre der erste in dieser Runde, wäre dringend geboten, um erste Sorgenfalten verschwinden zu lassen. „Ich bin keiner, der den Kopf in den Sand steckt, aber am Sonntag steht ein sehr, sehr wichtiges Heimspiel an“, formulierte der Fußballlehrer.

Ein starkes Team: Frankfurter Freude über das 1:0 durch Gelson Fernandes (vorne)
Eintracht Frankfurt Der Aufwärtstrend ist nach dem Fehlstart deutlich bemerkbar

Die Eintracht stoppt innerhalb von vier Tagen erst Marseille und dann Leipzig. Was auch an der Plan-Änderung des Trainers liegt.

clearing

Auch vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass die Verantwortlichen, also Hütter und Sportdirektor Bruno Hübner, nach den 90 Minuten im Borussia-Park eher auf Schadensbegrenzung bedacht waren und die Partie ein wenig zu sehr in rosaroten Farben malten. Unisono sprachen beide von „einer unnötigen Niederlage“ und davon, dass „wir eigentlich ein ganz gutes Auswärtsspiel gemacht haben“ (Hübner). Allein die mangelhafte Verwertung der „hochkarätigen“ Tormöglichkeiten müsse man sich ankreiden lassen. „Wir haben uns nicht belohnt“, befand der Sportdirektor, „wir lassen zu viele Punkte liegen.“ Auf diese gemeinsame Sprachregelung hatten sich die beiden Funktionäre am Mittwochabend offenbar verständigt.

Filip Kostic
Eintracht Frankfurt Kostic und Rebic: Das dynamische Duo

Das dynamische Duo Kostic/Rebic könnte für die Eintracht noch ein ganz wichtiger Faktor werden, beide haben die Gabe, dem Gegner wehzutun, was im übertragenen Sinne gemeint ist.

clearing

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es sehr lange allein Kevin Trapp im Tor zu verdanken war, dass die Hessen nicht schon vorher heillos in Rückstand geraten waren. Und zu den Fakten gehört zudem, dass die Eintracht bisher bei der Verwertung der Möglichkeiten sogar das viertbeste Team stellt – allerdings kreiert die Elf aus dem Stadtwald viel zu wenige Chancen. In fünf Bundesliga-Partien boten sich ganze 19 Gelegenheiten, nur der VfB Stuttgart kam noch seltener zu Torabschlüssen, deren 15.

Die Eintracht muss in Dortmund ran.
Eintracht Frankfurt Liveticker zum Nachlesen: Eintracht verliert in Gladbach ...

Nach dem Unentschieden gegen Leipzig am Sonntag muss die Eintracht in der Englischen Woche heute in Gladbach ran. Wir sind live für Sie dabei!

clearing

Im Grunde hakt es bei Eintracht Frankfurt an vier Stellen: Da ist zum einen der eklatante Mangel an spielerischer Qualität im offensiven Mittelfeld. Es fehlt einer mit Ideen, einer, der Impulse setzt. „Fußballerisch haben wir nicht gut gespielt“, räumte selbst Hütter ein. Ein gepflegter Spielaufbau ist kaum zu erkennen, der „letzte Pass kommt nicht“ (Gelson Fernandes) oder viel zu ungenau. Mijat Gacinovic ist, bei allem Bemühen, überfordert mit der Position des Gestalters, er wirkt nach wie vor ein wenig zu juvenil in seinen Bemühungen.

Aus dem spielerischen Mangel folgt: Die eigentlich bestens besetzte Angriffsreihe mit Filip Kostic, Haller und/oder Luka Jovic sowie Ante Rebic, der in Gladbach gleich sein erstes Tor markierte, hängt in der Luft, wird überhaupt nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt. Das Angriffspotenzial wird nicht abgerufen, liegt brach.

Bilderstrecke Adi Hütter - 10 Wünsche an den neuen Eintracht-Trainer.
Kulturen im Kader weiterhin verbinden, und zu Top-Leistung bringen.
Die Hauptaufgabe wird es sein, den Teamspirit der vergangenen Saison beizubehalten und Grüppchenbildung verhindern. Das letztjährige, erfolgreiche Experiment aus 17 Nationen nachhaltig weiterentwickeln.
Wir wünschen uns, dass diese Truppe weiterhin beweist, dass der bunt gemischte Kader kein Nachteil, sondern ein Vorteil ist.Stars der vergangenen Saison von eigenen Werten überzeugen, die Kovac-Jünger halten.
Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng gelten als Kovac-Fans. Um sie zu halten muss sie der neue Trainer zeitnah von sich überzeugen. Wir wünschen uns, dass es ihm gelingt und die Leistungsträger bleiben.Mögliche weitere Abgänger gut kompensieren, Team für Europa breit aufstellen.
Lukas Hradecky, Marius Wolf und Alex Meier stehen als erste Abgänge fest. Sollten weitere hinzukommen, wünschen wir uns, dass das Team an diesen Schlüsselpositionen, wie bereits durch Torwart-Neuzugang Frederik Rönnow ausgebessert wird und es wieder eine schlagkräftige Mannschaft ergibt.

Zweitens ist die zwei Jahre lang relativ stabile Hintermannschaft löchrig geworden. Lediglich Aufsteiger 1. FC Nürnberg hat bislang mehr Gegentore (10) gefangen als Eintracht Frankfurt (9). Zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Runde hatten die Hessen lediglich drei Gegentore nach fünf Partien erhalten, sechs weniger als heute. Zuletzt schien die Eintracht wieder nickliger zu spielen. Doch die Partie in Gladbach sei „ein Schritt zurück“ (Willems) gewesen. Am Niederrhein gab es nicht eine einzige Gelbe Karte.

Dazu gesellt sich, drittens, die Schwäche bei Standards. Im Borussia-Park kassierte die Eintracht ihr fünftes Gegentor nach einem ruhenden Ball. Andererseits sind Standards der Eintracht kläglich harmlos.

Bilderstrecke Bitte Lächeln: Das offizielle Mannschftsfoto der Eintracht
Mannschaftsfoto Eintracht Frankfurt 2018/19:
hinten: Goncalo Paciencia (Eintracht Frankfurt), Branimir Hrgota (Eintracht Frankfurt), Carlos Salcedo (Eintracht Frankfurt), Lucas Torro (Eintracht Frankfurt), Marco Russ (Eintracht Frankfurt), Evan N'Dicka (Eintracht Frankfurt), Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt), David Abraham (Eintracht Frankfurt), Noel Knothe (Eintracht Frankfurt), Danny da Costa (Eintracht Frankfurt), Marijan Cavar (Eintracht Frankfurt), Daichi Kamada (Eintracht Frankfurt)
3. Reihe: Trainer Adi Hütter (Eintracht Frankfurt), Co-Trainer Christian Peintinger (Eintracht Frankfurt), Co-Trainer Armin Reuthershahn (Eintracht Frankfurt), Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt), Luka Jovic (Eintracht Frankfurt), Danny Blum (Eintracht Frankfurt), Simon Falette (Eintracht Frankfurt), Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt), Deji Beyreuther (Eintracht Frankfurt), Athletiktrainer Martin Sporer, Torwarttrainer Manfred "Moppes" Petz (Eintracht Frankfurt), Athletiktrainer Markus Murrer
2. Reihe: Leiter Spielbetrieb Thomas Westphal, Teammanager Christoph Preuß, Sebastian Zelichowksi (Leiter Analyse), Koichi Kurokawa (medizinische Abteilung), Patrick Kux (Physio), Thomas Stubner (Physio), Maik Liesbrock (Physio), Mannschafstarzt Dr Christoph Seeger, Mannschaftsarzt Dr Wulf Schwietzer, Materialwart Franco Lionti, Materialwart Igor Simonov
vorne: Marco Fabian (Eintracht Frankfurt), Nikolai Müller (Eintracht Frankfurt), Nelson Mandela Mbouhom (Eintracht Frankfurt), Mijat Gacinovic (Eintracht Frankfurt), Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt), Torwart Felix Wiedwald (Eintracht Frankfurt), Torwart Frederik Rönnow (Eintracht Frankfurt), Torwart Jan Zimmermann (Eintracht Frankfurt), Allen Rodrigues de Souza (Eintracht Frankfurt), Jetro Willems (Eintracht Frankfurt), Jonathan de Guzman (Eintracht Frankfurt), Marc Stendera (Eintracht Frankfurt), Taleb Tawatha (Eintracht Frankfurt) - 26.07.2018: Eintracht Frankfurt Mannschaftsfoto, Commerzbank ArenaMakoto Hasebe (Eintracht Frankfurt), Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt), Daichi Kamada (Eintracht Frankfurt) - 26.07.2018: Eintracht Frankfurt Mannschaftsfoto, Commerzbank ArenaDeji Beyreuther (Eintracht Frankfurt), Marc Stendera (Eintracht Frankfurt) - 26.07.2018: Eintracht Frankfurt Mannschaftsfoto, Commerzbank Arena

Schließlich, viertens: Für was steht die Mannschaft eigentlich? Wo ist die gemeinsame Spielidee? Die Eintracht ist nicht Fisch, nicht Fleisch, irgendwie gefangen im Nirgendwo. Sie ist auf der Suche nach der rechten Balance. Sie sollte sie relativ bald finden. Ungemütlich genug ist es schon.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen