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Eintracht Frankfurt: Eine neue Heimat für die Adler entsteht

Von Mit dem Pokalsieger-Schwung haben gestern die Arbeiten am Eintracht-Campus begonnen. „Damit sind wir die nächsten 20, 30 Jahre zukunftsfähig“, freut sich Vorstand Axel Hellmann.
Hand drauf: Sportdezernent Markus Frank (links) und Eintracht-Vorstand Axel Hellmann freuen sich über den Beginn der Bauarbeiten auf dem Stadiongelände. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Hand drauf: Sportdezernent Markus Frank (links) und Eintracht-Vorstand Axel Hellmann freuen sich über den Beginn der Bauarbeiten auf dem Stadiongelände.
Frankfurt. 

Der neueste Eintrag ins Geschichtsbuch der Frankfurter Eintracht war kaum fünf Tage alt, als auf dem Stadiongelände schon wieder gewaltige Arbeiten an der Zukunft aufgenommen wurden. „Im Moment reiht sich ja ein großer Tag an den anderen, aber das ist gewiss auch einer“, betonte Vorstandsmitglied Axel Hellmann am Donnerstagvormittag bei einem Besuch auf der Baustelle, mit dem Pokalsieger-Schwung. Es war ein eher symbolischer Akt zum Anfang der Abrissarbeiten, aber durchaus beeindruckend, wie ein großer Bagger mit ein paar kräftigen Bissen die ersten Brocken aus dem alten Tennisstadion herausbrach. Um dort, wo einst Steffi Graf aufschlug, Platz zu schaffen für einen Neubau, der zu einer Heimat für die Profis und alle anderen Mitarbeiter der Eintracht-AG werden soll.

„Der Pokal gehört den Menschen“

Wenn Axel Hellmann dieser Tage unterwegs ist, hat er manchmal auch den DFB-Pokal im Gepäck – gestern etwa bei einem Besuch bei Eintracht-Sponsor Hassia in Bad Vilbel.

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„Von diesem Projekt haben wir lange geträumt, heute nimmt es Fahrt auf“, freute sich Hellmann: „Damit sind wir für die nächsten 20, 30 Jahre zukunftsfähig. Das ist ein Meilenstein für die Eintracht.“ Schon der zweite innerhalb weniger Tage, nach dem sensationellen Triumph vom Samstagabend im DFB-Pokalfinale gegen die vermeintlich übermächtigen Bayern.

30 Millionen Euro soll der Bau auf dem Arena-Gelände kosten und im Mai 2020 fertig sein. Im November, so hofft Hellmann, könnte damit begonnen werden – erst einmal steht der Abbruch der größtenteils maroden Tennisanlage an. Bis dahin sollten die Bauanträge genehmigt, die Verhandlungen mit der Stadt über den Erbpacht-Vertrag abgeschlossen sein. Die Eintracht wird das Gelände für voraussichtlich 99 Jahre pachten und einen marktüblichen Zins dafür zahlen.

Letzte Details sind noch zu klären, Hellmanns wichtigste Voraussetzung freilich ist erfüllt: „Wir haben langfristig Planungssicherheit.“ Bislang waren die Mitarbeiter der verschiedenen Geschäftsbereiche auf sechs verschiedene Standorte in und um Frankfurt verteilt. Ist die neue Geschäftsstelle fertig, sind alle unter einem Dach versammelt – in unmittelbarer Nähe zum Stadion, dort, wo das Eintracht-Herz schlägt. Das erleichtert Absprachen und könnte nebenbei zu einer ganz anderen Unternehmenskultur führen. „Es entsteht eine völlig neue Einheit“, erklärt Hellmann. Zu der auch die Lizenzspieler gehören.

Attraktiver werden

55 Prozent der geplanten Anlage macht der sogenannte Profi-Campus aus. Dazu gehören Fitness-, Schlaf- und Schulungsräume, Rückzugsmöglichkeiten für die Spieler, auch Platz für Physiotherapie und Regeneration. „Hier können wir die Zukunft des Fußballs besser entwickeln“, meint Marketingvorstand Hellmann. Und noch attraktiver werden beim Buhlen um neue Spieler. „Gehaltsfragen spielen da natürlich immer eine Rolle. Auch die Frage, ob da ein Trainer ist, der einen entwickeln kann, oder die Stimmung im Stadion und in der Stadt. Ein Spieler will aber auch wissen, wo er hinkommt, ob er sich da wohlfühlen und entwickeln kann“, erläutert Hellmann. „Bei den anderen Faktoren waren wir schon exzellent aufgestellt. Deshalb haben wir auch Spieler bekommen, die noch ganz andere Angebote hatten. Bei der Infrastruktur haben wir aber Nachholbedarf.“ Da habe man sich nur knapp oberhalb des Niveaus von Darmstadt 98 bewegt. Das soll sich nun ändern.

Schnell umziehen

Bislang war die Profiabteilung in teils engen Räumen in der Stadion-Gegentribüne untergebracht, die Geschäftsstelle ebenso. Sobald der Neubau halbwegs fertig ist, wolle man dort ausziehen, beteuert Hellmann. Schließlich soll die Gegentribüne dann für ein anderes großes Projekt genutzt werden: den Ausbau des Stadions von 51 500 auf dann 60 000 Plätze, vor allem mit Hilfe von Stehrängen, einhergehend mit einer kräftigen Modernisierung. An der Stadt soll es nicht scheitern. Für die EM 2024 hat man es in die Bewerbungsmappe des Deutschen Fußball-Bundes geschafft, da gilt es nachzubessern. Das Klima zwischen Club und Verantwortlichen der Stadt, der das Stadion gehört, ist seit Monaten schon bestens und seit dem Pokalsieg vermutlich auf einem Allzeithoch. „Für das Image Frankfurts waren die vergangenen Tage herausragend. Eintracht Frankfurt ist eine riesengroße Marke der Stadt“, schwärmte Markus Frank gestern beim sogenannten „Baggerbiss“ auf der Tennisanlage über die Werbewirkung des Pokal-Wunders.

Der Sportdezernent, selbst in Berlin und tags drauf daheim beim Autokorso und Empfang auf dem Römer mit von der Partie, hat es jetzt auch leichter, wenn er in Magistrat oder Parlament für die Förderung des Sports eintritt. „Für uns ist das eine Riesenchance, die wir nutzen wollen“, betont Markus Frank und hat unlängst in dieser Hinsicht schon empfohlen: „Man muss größer denken.“ Axel Hellmann wird nichts dagegen haben.

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