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Einfach genießen

Von Der ewige Schlussmann ist bei den Eintracht-Fans längst eine Kult-Figur. Nun will Oka Nikolov auch Trainer Veh wieder überzeugen.
Nur für den Moment, noch lange nicht für immer: Oka Nikolov zieht seine Torwart-Handschuhe aus.	Foto: Rhode Bilder > Nur für den Moment, noch lange nicht für immer: Oka Nikolov zieht seine Torwart-Handschuhe aus. Foto: Rhode
Feldkirchen an der Donau. 

Selbst Oka Nikolov hat eine so langgezogene Vorbereitung wie diesmal noch nie erlebt. Und das will etwas heißen. Schließlich ist der "Dino" seit 1991 bei der Frankfurter Eintracht, kann mit seinen inzwischen 38 Jahren auf 221 Einsätze in der Ersten sowie auf 150 Spiele in der Zweiten Fußball-Bundesliga zurück blicken.

"Aber dafür hatten wir ja auch lange Urlaub", lacht der Keeper, der bei den Frankfurter Fans längst zur Kult-Figur geworden ist. Mehr als zwei Jahrzehnte den Adler auf der Brust, das prägt und kommt bei den Anhängern gut an.

Zumal die Leistung immer stimmte. Zuletzt setzte er sich immer durch, egal, ob die Konkurrenz Pröll, Fährmann oder Kessler hieß. Diesmal verpflichtete der Bundesliga-Aufsteiger den 22 Jahre alten Kevin Trapp vom 1. FC Kaiserslautern mit dem Ziel, eine neue Nummer eins aufzubauen.

Nikolov lässt das kalt. "Natürlich will ich spielen, aber das entscheidet der Trainer. Und seine Entscheidung will ich durch meine Trainingsleistungen beeinflussen", sagt er unaufgeregt. Er hat schon so viel erlebt, will "das kommende Jahr einfach genießen". Egal, ob auf der Bank oder im Tor. Schließlich läuft sein Vertrag im Sommer 2013 aus. Ob er noch ein weiteres Jahr dann dran hängt? "Mal sehen, darüber mache ich mir im Winter Gedanken."

Wichtig wird sein, wie der Körper mitspielt. "Natürlich brauche ich nach harten Trainingseinheiten länger als früher, um das wegzustecken." Nikolov lässt sich deshalb häufiger behandeln, dehnt die Muskulatur mehr, hört auf seinen Körper: "Damit kleine Wehwehchen keine großen Sachen werden." Hier in Feldkirchen nutzt er die Zeit zwischen den Trainingseinheiten zu manchem Schläfchen, liest auch mal ein Buch. Er gehört halt nicht zur Play-Station-Generation unter den Fußball-Profis wie sein Zimmerkollege Sonny Kittel.

Es ist fast schon Tradition, dass bei der Eintracht der Älteste mit dem Jüngsten während der Trainingslager das Zimmer teilt, um ihm die Integration zu erleichtern. "Ich weiß nicht, ob ich in Sonnys Alter auch so ehrgeizig war", gibt der dienstälteste Profi der Liga zu: "Er ist ein ehrgeiziger und selbstkritischer Junge."

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Beide juckt es natürlich, am ersten Spieltag gegen Bayer Leverkusen aufs Feld zu laufen. Endlich wieder Erste Bundesliga! "Das ist doch etwas ganz anderes als die Zweite Liga. Gegen die Bayern, gegen Dortmund, gegen Teams mit den besten Spielern Europas, gegen die sich messen zu können, das ist etwas ganz Tolles."

Sollte er spielen, da muss er mit mehr Arbeit rechnen als in der vergangenen Saison, als er manchmal nur ein, zwei Bälle in 90 Minuten auf den Kasten bekam. Nikolov wird auch in dieser Vorbereitung alles geben, um Armin Veh zu überzeugen. Wie vor zwölf Monaten, als er nur während den beiden ersten Pflichtspielen auf der Bank saß. "Mit ihm bin ich draußen einfach ruhiger", hatte der Trainer damals seine Entscheidung pro Oka begründet.

Nikolov hat auch durch die steigende Unterstützung von den Rängen an Sicherheit gewonnen: "Die Anerkennung hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Ich versuche, das mit Leistung zurückzugeben." Natürlich liege seine Beliebtheit auch daran, "dass ich immer da bin". Eine Rolle, die irgendwann Alexander Meier oder Benny Köhler übernehmen müssen, wenn Oka Nikolov seine Karriere beenden wird. Doch das kann noch dauern.

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