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Eintracht Frankfurt: Eintracht: Der Abgrund ist ganz nah

Von 0:3 bei Borussia Mönchengladbach: Niko Kovacs Team trennt nur noch ein Tor vom ersten Abstiegsplatz.
Foto: Christian Klein ( FotoKlein)
Mönchengladbach/Frankfurt. 

Es fehlte die schwarze, verspiegelte Sonnenbrille. Die trug Axel Hellmann vor rund fünf Jahren nach der 0:2-Heimpleite gegen den 1. FC Köln am 33. Spieltag. Der bislang letzte Abstieg der Frankfurter Eintracht aus der Fußball-Bundesliga war praktisch besiegelt. Und Hellmann setzte vor den Kabinen zu einer Wutrede an, die den Strukturwandel auf der Führungsebene im Club einleitete.

Bilderstrecke 0:3 – schlappe Eintracht ohne Chance gegen Gladbach
Die Luft für die Eintracht im Abstiegskampf wird immer dünner: Auch im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer Niko Kovac standen die Frankfurter am Samstag, 12. März, bei Borussia Mönchengladbach auf verlorenem Posten: Mit 0:3 ging die Partie sang- und klanglos verloren. Unsere Bilderstrecke zeigt Szenen des Spiels.Vor dem Anpfiff fast demonstrativ gutgelaunt, verfinsterte sich......die Miene von Eintracht-Trainer Niko Kovac zusehends von Spielminute zu Spielminute. Denn nach kurzer...

Nach dem 0:3 (0:1) in Mönchengladbach verkniff sich der Marketing-Vorstand öffentliche Einschätzungen zur sportlichen Lage. Aber man konnte sehen und spüren, wie es in dem Juristen arbeitete und kochte. Denn es steht wieder ernst um die Eintracht, sehr ernst sogar. Noch rangiert sie auf dem Relegationsplatz. Aber nur, weil ein geschossenes Tor mehr auf dem Konto ist als beim Tabellen-17. Hoffenheim. Bei Punkten (24) und Tordifferenz (-15) herrscht Gleichheit. Der Abgrund ist ganz nah.

Und so richtig bundesligatauglich präsentiert sich die Eintracht auch unter ihrem neuen Cheftrainer Niko Kovac noch nicht. Nach nur vier Tagen gemeinsamer Arbeit musste der Nachfolger von Armin Veh in Mönchengladbach erkennen, dass der Existenzkampf wohl bis zur letzten Minute andauern wird. „Da müssen wir einen langen Atem haben. Es ist Abstiegskampf, und diesen Kampf müssen wir annehmen“, sagte Kovac.

Die Quittung gibt's in der 52. Minute: Ein langer Ball erreicht Thorgan Hazard, der sich die Kugel zu weit vorlegt. Lukas Hradecky spielt mit, kommt raus und will klären. Der Ball fliegt jedoch nur zehn Meter...
Eintracht Frankfurt Kommentar: Eintracht wie ein Absteiger

Auch der neue Coach bringt (noch) nicht die Wende; zu schwer liegen die Vehschen Altlasten auf der Eintracht. Ob der Klassenerhalt dennoch gelingen kann, ist vor allem eine Tempofrage, findet unser Kommentator Dieter Sattler.

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Haarsträubende Fehler, spielerische Defizite, nur eine Torchance in 90 Minuten – die Frankfurter präsentierten sich bei ihrem achten Spiel in Folge ohne Sieg wie ein Absteiger. Der mutlose und erschreckend schwache Auftritt im Borussia-Park macht wenig Hoffnung auf Besserung. „Wir müssen lernen, auch unter Druck Fußball zu spielen“, forderte Kovac, der mit der Einstellung seines Teams aber zufrieden war: „Die Mannschaft hat den Willen gezeigt. Das Engagement war da.“ Es reicht nur nicht.

Dass das Team am Ende mit leeren Händen dastand, lag auch daran, dass die personellen und taktischen Veränderungen des Trainers nicht griffen. Kovac wollte ein Bollwerk gegen die Gladbacher Offensive schmieden, bot vor der Vierer-Abwehrkette noch eine Dreierkette mit defensiven Mittelfeldspielern auf. Stefan Reinartz stand nach monatelanger Verletzungspause in der Startelf und musste durchspielen. Ihm und der Mannschaft hat das nicht genutzt. Kovac verteidigte seine Maßnahme mit einer nur schwer nachvollziehbaren Begründung: „Wir brauchen unsere besten Spieler. Und er gehört zu den Besten.“

Eintracht Frankfurt Medienecho: "Kovac-Effekt erstmal verpufft"

Der trostlose Auftritt der Eintracht in Mönchengladbach lässt nichts Gutes für den Abstiegskampf ahnen. Im Medienecho haben wir die Reaktionen auf das Spiel zusammengetragen.

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Und da auch der mit Aigner, Fabián und Seferovic ebenfalls neu formierte Angriff nicht funktionierte, war gar nicht daran zu denken, etwas Zählbares mitnehmen zu können. Kein einziger Torschuss in der ersten Halbzeit: „Das spielerische Element hat gefehlt, das können wir nicht schönreden“, stellte Niko Kovac fest. Auch bei der Beurteilung von Seferovic („Laufleistung und Engagement auf hohem Niveau“) kam der Trainer zu einer Einschätzung, die er exklusiv hatte. Der Schweizer Nationalspieler vergab in der zweiten Halbzeit die einzige Frankfurter Torchance. „In der Bundesliga reicht das nicht“, musste Kovac zugeben.

Im Angriff ohne Ideen, in der Abwehr nach einer halbwegs ordentlichen ersten halben Stunde mit groben Patzern: Dem 0:1 durch Lars Stindl (36.) ging ein leichtfertiger Ballverlust von Makoto Hasebe voraus, nach dem Freistoß dann faustete Schlussmann Lukas Hradecky dem Torschützen den Ball genau vor die Füße. Pechvogel Hradecky (lesen Sie dazu auch unseren gesonderten Bericht) legte zudem mit einer verunglückten Rettungsaktion außerhalb des Strafraums Raffael den zweiten Treffer auf (53.). Beim dritten Gegentor von Mahmoud Dahoud (79.) leistete sich Stefan Reinartz erst einen Fehlpass, dann düpierte der Torschütze Hradecky mit einem Kunstschuss ins kurze Eck.

Die Verantwortlichen flüchteten sich vor dem „Endspiel“ am Samstag gegen das abgeschlagene Schlusslicht Hannover 96 in Durchhalteparolen. „Psychologisch ist es ganz gut, dass wir noch 16. sind. Wir haben es selbst in der Hand“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Und der scheidende Vorstandschef Heribert Bruchhagen war darum bemüht, die Reihen zu schließen und nicht die vielen individuellen Fehler zu thematisieren. „Wir müssen anerkennen, dass Mönchengladbach klar überlegen war und uns auf die machbaren Spiele konzentrieren. Wir haben den festen Glauben, dass wir in den Heimspielen die notwendigen Punkte holen“, sagte Bruchhagen.

Trotz der prekären Situation gönnt Kovac seinen Spielern heute einen freien Tag. „Wir müssen die Köpfe freibekommen“, lautete seine Begründung. „Wir haben viele positive Eindrücke bekommen. Er bringt sehr viel Leidenschaft bei uns rein“, befand Interimskapitän Marco Russ. In Mönchengladbach war davon nicht viel zu sehen.

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