E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

Einkäufe: Eintracht Frankfurt könnte 30 Millionen ausgeben (und vielleicht noch viel mehr)

In der vorigen Saison gab die Eintracht etwa 30 Millionen Euro für Neuverpflichtungen aus. Mit einer ähnlichen Größenordnung rechnet Finanzchef Frankenbach auch jetzt wieder – fürs Erste. Gut möglich, dass man über diese Marke kräftig hinausschießt.
Fleißarbeit in Philadelphia: Unter Anleitung von Athletiktrainer Markus Murrer (li.) läuft bei der Eintracht fast alles wie am Schnürchen. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Fleißarbeit in Philadelphia: Unter Anleitung von Athletiktrainer Markus Murrer (li.) läuft bei der Eintracht fast alles wie am Schnürchen.
Frankfurt. 

Die Kulisse ist gewaltig, geschichtsträchtig ohnedies. Hier die Chester Waterside Station, ein monumentales ehemaliges Kohlekraftwerk, dort die Commodore Barry Bridge, die längste Auslegerbrücke der USA, die sich über den mächtigen Delaware River spannt – und mittendrin in diesem Delta die Fußballspieler von Eintracht Frankfurt samt ihrem Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz, der beim Scharfschießen mit einem seiner gefürchteten Spannstöße um Haaresbreite ein vorbeifahrendes Auto verfehlte. Kann passieren, Fangnetze rund um den Sportplatz haben sie nämlich nicht in Philadelphia, der Gründerstadt an der Ostküste. Macht aber nichts, denn schon am Sonntag ist der US-Trip der Eintracht wieder Geschichte, dann heißt es: Goodbye Salt Lake, goodbye Philly, willkommen zurück in Frankfurt.

Gonçalo Paciência stürmt ab sofort für die Eintracht.
Eintracht Frankfurt Das ist Frankfurts neuer Stürmer Goncalo Paciencia

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Nach der Verpflichtung von Lucas Torro und Eva N'Dicka in der vergangenen Woche präsentiert die Eintracht in dieser Woche einen neuen Stürmer: Goncalo Paciencia. Wir stellen ihn vor.

clearing

Vorher tritt der Bundesligist noch mal in aller Freundschaft auf US-amerikanischem Boden an, heute Abend (19 Uhr, 1 Uhr deutscher Zeit) testet er gegen den MLS-Klub Philadelphia Union. Der sportliche Wert ist, wie immer in solchen Duellen, nicht hoch, die Aussagekraft begrenzt. Aber klar ist auch, dass Begegnungen dieser Art für den Trainer wichtige Fingerzeige liefern können.

Der Fußballlehrer kann ablesen, wie viel von dem, was in den Übungseinheiten erarbeitet wurde, schon umgesetzt wird. Eintracht-Coach Adi Hütter erhält also zumindest eine Ahnung davon, wer besser zu wem passt, wer sich an die taktischen Vorgaben hält, wer auch bereit ist, in Freundschaftsspielen einen Schritt mehr zu machen. Gerade für einen neuen Trainer, der unbeleckt an die Aufgabe herangeht und nicht nur die Zugänge, sondern auch die etablierten Kräfte erst mal kennenlernen muss, können das aufschlussreiche, wertvolle Eindrücke sein.

Eintracht-Trainer Adi Hütter.
Eintracht Frankfurt Eintracht-Coach Hütter: Mentalität geht vor Qualität

Trainer Adi Hütter von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt gibt im Zweifelsfall der Mentalität eines Profis den Vorzug vor dessen spielerischer Qualität.

clearing

Die wird Adi Hütter dann mit seinen Beobachtungen in Einklang bringen, wenn die übrigen Eintracht-Profis zur Mannschaft stoßen – also die WM-Fahrer sowie die beiden Neuerwerbungen Evan N’Dicka (AJ Auxerre), der aufgrund fehlender Reiseunterlagen den US-Trip verpasste und stattdessen mit der A-Jugend trainierte, sowie Stürmer Goncalo Paciencia (FC Porto), der erst am Donnerstag fest verpflichtet wurde und daher nicht mehr über den Atlantik jettete.

Jovic als Erster zurück

Als erster der bei der WM aktiven Akteure wird in der kommenden Woche Luka Jovic zurückerwartet, der mit Serbien bereits in der Vorrunde die Segel streichen musste. Für alle anderen Frankfurter Russland-Reisenden (Carlos Salcedo und Marco Fabian mit Mexiko, Makoto Hasebe mit Japan, Gelson Fernandes mit der Schweiz und Frederik Rönnow mit Dänemark) war im Achtelfinale Schluss. Außer natürlich für Ante Rebic, der mit Kroatien sensationell ins Finale eingezogen ist. Der Stürmer soll als letzter Spieler in Frankfurt eintreffen – wenn er denn kommt. Nur noch wenige gehen davon aus, dass der 24-Jährige tatsächlich noch mal für die Eintracht auflaufen wird.

Er stach raus: Matchwinner, Mann der Stunde, Eintracht-Star - Ante Rebic.
Kommentar Liebe Eintracht-Bosse: Lasst Rebic gehen, wenn er will!

Ja, Rebic ist Frankfurts Pokalheld. Und ja, falls Rebic gehen sollte, dürfte man auch traurig sein – das sollte man sogar! Aber: Sollte er wirklich eine Ablöse von 50 Millionen Euro oder gar mehr erzielen, sollten die Eintracht-Bosse ihn verkaufen und das Geld in die Mannschaft investieren. Ein Kommentar.

clearing

Zu groß sind die Begehrlichkeiten anderer Clubs, zu groß ist die Verlockung für ihn selbst, ans ganz große Geld zu kommen. Bei einer entsprechenden Entschädigungssumme, die bei 30, 40, gar 50 Millionen Euro liegen könnte, würde die Eintracht dem Energiebündel keine Steine in den Weg legen. Was sowieso keinen Sinn machen würde, wenn der nicht eben pflegeleichte Flügelspieler auf einen Wechsel besteht. Etwa 20 Prozent der Ablösesumme müssten die Frankfurter an Rebics vorherigen Verein, den AC Florenz, weiterreichen. Sollte er gehen, würden sich der Eintracht wirtschaftlich noch mal andere Möglichkeiten erschließen, dann wären Investitionen von 40, 45 Millionen Euro drin. Ausgaben in dieser Größenordnung schloss Finanzvorstand Oliver Frankenbach in dieser Woche noch aus. Man werde eher das Niveau der vergangenen Saison erreichen, als man knapp 30 Millionen ausgab. Ob diese eher defensive Einschätzung zu halten sein wird, ist zweifelhaft.

Rebic schwebt über allem

Denn wer sich die bisherigen Transfers ansieht, erkennt schnell, dass die Eintracht schon jetzt stramm auf die 30-Millionen-Marke zusteuert. Rechnet man die Zahlungen für N’Dicka (5,5 Millionen), Lucas Torro (3,5), Paciencia (3), Rönnow, für den die Eintracht mehr als drei Millionen Euro und nicht wie kolportiert 2,5 Millionen überweisen musste, sowie Carlos Salcedo, der fünf Millionen Euro kostet und bilanziell voll in diese Spielzeit fällt, zusammen, so ergibt das bereits eine Summe von 20 Millionen Euro. Dazu kommt noch die geplante Verpflichtung von Chico Geraldes von Sporting Lissabon, die mit fünf bis sechs Millionen Euro zu Buche schlagen würde.

Ein Rechtsaußen wird überdies gesucht, auf dieser Position sieht die Sportliche Leitung absoluten Handlungsbedarf, diese Besetzung hat Priorität. Rund acht Millionen sind dafür veranschlagt. Und: Auch Luka Jovic soll ja fest verpflichtet werden, selbst wenn die Eintracht die Ablöse auf zwei Jahre verteilen würde (je sechs Millionen), wäre sie insgesamt schon deutlich über das Volumen von 30 Millionen hinausgeschossen. Indes: Die Frankfurter haben für Marius Wolf, Omar Mascarell, die Leihe von Aymen Barkok sowie den Wechsel von Trainer Niko Kovac zu den Bayern auch schon mehr als zwölf Millionen Euro eingenommen. Und über allem schwebt ja noch Ante Rebic, dessen Verkauf alle in Frankfurt gekannten Parameter sprengen würde.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen