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Huszti ist vielseitig einsetzbar: Eintracht: Hauptsache in der ersten Elf

Von Im Trainingslager in Abu Dhabi deutet sich an, dass Szabolcs Huszti eine echte Verstärkung für die Eintracht sein könnte. Der Neuzugang zeigt sich selbst recht zuversichtlich.
Einer, der mit dem Ball umgehen kann und den direkten Weg nach vorne sucht: Szabolcs Huszti macht einen guten ersten Eindruck. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Einer, der mit dem Ball umgehen kann und den direkten Weg nach vorne sucht: Szabolcs Huszti macht einen guten ersten Eindruck.
Abu Dhabi. 

Das Vormittagstraining war am Freitag gerade vorbei, als sich Szabolcs Huszti den deutschen Journalisten in Abu Dhabi stellte. Genauer: Er setzte sich in den Schatten auf eine Holzbank am Rande des Platzes. Da war dem 32-Jährigen erst einmal wichtig, dass er mit „Sabi“ angesprochen und sein Nachname „Husti“ ausgesprochen werde. Und dass er eigentlich überhaupt keine Interviews gebe: „Auch nach Spielen werde ich nie etwas sagen.“ Am Freitag machte er eine Ausnahme, schließlich ist er neu bei Eintracht Frankfurt, wechselte von Changchun Yatai in die Fußball-Bundesliga. Eineinhalb Jahre hatte der ehemalige ungarische Nationalspieler (51 Länderspiele) im Nordosten des großen Reiches gekickt und gutes Geld verdient. Viel mehr als jetzt in der Bankenmetropole am Main: „Ich bin nicht sehr teuer, es gibt kein Risiko für die Eintracht.“

Bilderstrecke Trainingslager-Tag 5: Beste Stimmung beim Vormittagstraining
Der fünfte Tag des Trainingslagers der Eintracht in Abu Dhabi. Es folgen weitere Bilder von der Einheit.

Was nicht heißen soll, dass von ihm auch nicht viel zu erwarten ist. Im Gegenteil. Trainer Armin Veh hatte schon am Vortag keinen Zweifel daran gelassen, dass er den Mittelfeld-Allrounder ganz klar als eine Verstärkung einschätzt. Und Huszti selbst versichert: „Ich bin hier, um ab sofort der Eintracht zu helfen. Dafür arbeite ich in jedem Training.“ Obwohl er müde ist und nach drei intensiven Trainingstagen am Golf auch Schmerzen hat: „Aber in der Vorsaison sind Schmerzen normal.“

Er ist überzeugt davon, schnell wieder in der Bundesliga, „einer der besten Ligen der Welt“, Fuß fassen zu können. Schließlich habe er weder während seinen insgesamt fünf Jahren bei Hannover 96 und seinem Gastspiel bei Zenit St. Petersburg (2009 – 2012) noch in China (seit Sommer 2014) schwere Verletzungen auskurieren oder gar Operationen über sich ergehen lassen müssen. Dass er nun von der Millionen-Metropole Changchun genug hatte, lag besonders an der Fürsorge für seine Familie. Niemand spricht dort englisch, der Profi war zu jedem Auswärtsspiel vier Tage unterwegs – Peking liegt bereits 1000 Kilometer entfernt, nach Shanghai ist es mehr als das Doppelte – das war weder für ihn noch für seine Frau einfach: „Selbst im Krankenhaus konnte man sich kaum verständigen, wenn mal etwas war.“ China sei halt eine andere Welt, obwohl wegen der guten Verdienstmöglichkeiten inzwischen dort auch viele Brasilianer kicken. Husztis Jahresgehalt wurde zuletzt auf umgerechnet 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Seferovic macht Pause

Haris Seferovic machte am Freitag mal Pause. Am Nachmittag zuvor hatte er über leichte Achillessehnenprobleme geklagt. Während Carlos Zambrano und Joel Gerezgiher in der Nähe der Mannschaft erneut

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Am Mittwoch ist er zum zweiten Mal Vater geworden, „und mit zwei Kindern geht das dann überhaupt nicht mehr“. Es sei schon hart für ihn gewesen, nicht bei seiner Frau in Budapest, sondern bei Armin Veh in Abu Dhabi gewesen zu sein: „Aber so ist halt der Job.“ Nach dem Trainingslager wird er aber erst mal nach Ungarn fliegen, „um endlich meinen Sohn zu sehen“.

Und dann will er spielen in Frankfurt. Schon gegen Wolfsburg. Dass er es nicht schaffen könnte, glaubt er nicht: „In Hannover hatte man zuerst gesagt, ich schaffe das nicht. In St. Petersburg war es genau so. Und ich habe immer gespielt.“ Veh hatte ihn am Tag zuvor als sehr flexibel einsetzbaren Spieler bezeichnet. Aber was ist denn seine Lieblingsposition, wird gefragt. „Unter den ersten elf, alles andere ist Sache des Trainers“, lautete die trockene Antwort. Dass er zu alt sein könnte für ein Bundesliga-Comeback, hält er für ausgeschlossen: „Es gibt viele andere Fußballer, die noch mit 36 oder 37 Jahren gute Leistungen bringen.“ Mal sehen, sein Vertrag in Frankfurt läuft erst einmal bis Sommer 2017. Und Huszti versichert: „Ich bin noch hungrig. Deshalb bin ich zurück in die Bundesliga, obwohl ich auch andere Angebote hatte.“

Der im ungarischen Miskolc geborene Profi leidet sicher nicht an Minderwertigkeitskomplexen. Aber seine Art der Selbstsicherheit ist nicht unangenehm. Und im Training zeigt er, dass Schonung nicht zu seinem Repertoire gehört. Huszti ist ein Spielertyp, der bisher fehlte. Er geht auch mal mit Ball durch zwei Spieler durch, sucht den direkten Weg nach vorne. Und seine Freistoßqualitäten sind aus der Hannoveraner Zeit gut bekannt. In den Trainingsspielen ist er sehr präsent, wirkt nicht wie einer, der gerade den Verein gewechselt hat. „Die anderen Jungs machen mir die Integration auch sehr leicht“, verteilt der Ungar Komplimente.

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Pirmin Schwegler ist selbst in schwierigen Stunden keiner, der Phrasen drischt. Als Hoffenheimer Kapitän ist er im Abstiegskampf besonders gefordert - wobei ihm Erfahrungen aus Frankfurt helfen sollen.

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Am Ende bittet er um Verständnis dafür, dass er in Zukunft keine Interviews mehr geben werde und dass es auch keine näheren Informationen über seine Familie geben wird. Das eine ist sein Privatleben, das andere sein Job, für den er bezahlt werde. In Hannover sei ihm diese Trennung von den Medien am Ende übel genommen worden. Aber da werde er sich nicht ändern.

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